… eine finale(?) Tour zur Laub­blatt­fär­bung musste es noch sein zur Wochen­mitte und ich hatte mir bewusst keine der stets bewor­be­nen Top-Pre­mi­um­stre­cken in Bran­den­burg aus­ge­sucht, son­dern mit dem Non­nen­fließ den viel­leicht bekann­tes­ten und ältes­ten Geheim­tipp im Ber­li­ner Umland. Bis ges­tern dachte ich, ich hätte bereits alle mög­li­chen sinn­vol­len Tou­ren­va­ri­an­ten dort aus­pro­biert, bevor mir in den Sinn kam, doch mal von der Frosch­mühle wei­ter bis zum Bahn­hof Bie­sen­thal zu wan­dern und nicht nach Mel­chow ‘abzu­kür­zen’.

Um es vor­weg zu neh­men: die­ser letzte knapp sie­ben Kilo­me­ter lange Abschnitt kom­plett im Wald war ganz nett, unterm Strich sehe ich ihn aber eher als ‘Sät­ti­gungs­bei­lage’, auch wenn es neben mas­sen­haft jun­gen Kie­fern gegen Ende noch einen schö­nen gro­ßen Buchen­be­stand gab. Non­nen­fließ und Schwärze sowie die Moore rund um den Zoo konn­ten wie­der mal rich­tig auf­trump­fen bei anfangs viel Son­nen­schein, spe­zi­ell die unfass­bare flä­chen­de­ckende orange Fär­bung der Buchen­blät­ter am heu­ti­gen Tag fand ich sen­sa­tio­nell und hatte ich in der Kon­zen­tra­tion sehr sel­ten erlebt.

Getrübt hat den Ein­druck der Tour etwas, dass außer der wie immer mun­ter spru­deln­den Her­tha­quelle die Gewäs­ser nach den gerin­gen Nie­der­schlä­gen der letz­ten Wochen und Monate alle­samt nied­rige Was­ser­stände auf­wie­sen. Das Non­nen­fließ war — wie so oft — an vie­len Stel­len kom­plett aus­ge­trock­net, den Mühl­teich habe ich zum ers­ten Mal über­haupt fast ohne Was­ser gesehen.

Lei­der war auch der von mir genutzte, sonst oft feuchte Pfad süd­lich der Frosch­mühle halb­wegs mit Brenn­nes­seln zuge­wach­sen, hier kann man aber bei Bedarf bequem durch das aktu­ell aus­ge­trock­nete Fließ jeweils auf die andere Seite hin und her wechseln.

Ich weiß gar nicht, wel­che Tour mit Non­nen­fließ und Schwärze mir bis­her am bes­ten gefal­len hat, diese hier kann ich auf jeden Fall sehr emp­feh­len, wenn um die 20 Kilo­me­ter Stre­cke ange­peilt sind.

—————-

Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet an der Bus­hal­te­stelle am Zoo in Ebers­walde, zunächst führt der Weg im Wald im Uhr­zei­ger­sinn zur Hälfte um das Areal herum nahe der Schwärze, dann wer­den in einem klei­nen Exkurs die Moor­tei­che umrun­det und es geht an der Her­tha­quelle vor­bei. Nach dem Pas­sie­ren des Her­thaf­lie­ßes und der Schwärze wird der Wan­der­weg ent­lang der Fließ­ge­wäs­ser genutzt bis hin zur Land­straße bei Specht­hau­sen (am Ende abge­kürzt gera­de­aus im Wald), nach deren Über­que­rung wird dem Weg gefolgt, der in einem gro­ßen Bogen über den Hang und wie­der hinab zum Forst­haus Geschirr führt.

Nun wird dem Non­nen­fließ auf dem meist schma­len Pfad vier Kilo­me­ter weit gefolgt im lich­ten Buchen­wald vor­bei am Rast­platz Lie­sen­krüz, wobei sich mehr­mals die began­gene Ufer­seite ändert. Etwa einen Kilo­me­ter vor der Frosch­mühle (Neue Mühle) wird die west­li­che Fließ­seite gewählt, es geht nun durch üppige Wie­sen- und Schilf­land­schaft bis zum Mühl­teich, bevor west­lich abge­zweigt und das Fließ ver­las­sen wird. Gut ein­ein­halb Kilo­me­ter weit wird dem Weg süd­west­lich teils auf alten Beton­plat­ten gefolgt, leicht nord­west­lich abkni­ckend wird spä­ter der mar­kierte Wan­der­weg mit dem grü­nen Bal­ken erreicht.

Die­sem wird kurz auf der brei­ten ‘Wald­au­to­bahn’ im Kie­fern­forst gefolgt, nach dem Abzweig auf einen natur­be­las­se­ne­ren Weg wird bei ers­ter Gele­gen­heit die Abkür­zung genutzt, um spä­ter wie­der auf den mar­kier­ten Weg zu tref­fen. Mit diver­sen Rich­tungs­wech­seln meist im Wald, aber auch an diver­sen Wald­rän­dern ent­lang und auf einer alten Baum­al­lee geht es nun immer dem grü­nen Bal­ken fol­gen die letz­ten fünf Kilo­me­ter bis zum Ziel am Bahn­hof in Biesenthal.