… zum Abschluss der noch anhaltend schönen Herbstperiode im Nordosten gönnte ich mir heute diese sehr waldlastige Tour in einer eher wenig bekannten Wandergegend, dem ‘Krämer’, einem ca. 4000 Hektar großen geschlossenen Forstgebiet zwischen den Landkreisen Havelland und Oberhavel. Mein Ziel war es, möglichst weit unterbrechungsfrei im Wald unterwegs zu sein mit guter ÖPNV-Anbindung und das klappte mit dem Start vom inzwischen sehr regelmäßig per Bus erreichbaren Börnicke prima, hier ist man nach wenigen hundert Metern gleich im Wald. Den Schlenker zum hübsch gelegenen Waldsee integrierte ich, da er das einzige Gewässer entlang der Strecke sein würde.
Danach ging es dann viele Kilometer weit über die Alte Hamburger Poststraße, die inzwischen gut als fahrradkompatible ‘Forstpiste’ ausgebaut ist, einen tollen Rastplatz ‘Am Ziegenkrug’ aufweist und Teil des Pilgerwegs nach Bad Wilsnack ist. Insgesamt kam ich bezüglich des ‘Indian Summer’ (oder sagt man inzwischen besser ‘Native American Summer’?) voll auf meine Kosten, da der historische Postweg auf einem langen Abschnitt von alten Eichen gesäumt ist. Insgesamt waren es so gut 16 wunderbare Kilometer am Stück durch Waldgebiete in allen Laubfarben, der letzte alternativlose(?) Teil der Strecke über Marwitz nach Velten meist an den Straßen entlang war dagegen eher ein pragmatischer Kompromiss, um am Ende an einen Bahnhof für die Rückfahrt zu gelangen.
Interessant an der Alten Hamburger Poststraße sind die meist komplett nachgebauten preußischen Meilensteine an den Originalstandorten, daher auch meine Anspielung im Titel auf das bekannte Gedicht ‘Stopping by Woods …’ von Robert Frost.
Ich muss bei dem Zitat übrigens immer an den Kultfilm ‘Telefon’ von 1977 denken, bei dem konditionierte russische ‘Schläfer’ in den USA genau durch dieses am Telefon gehörte Zitat von Frost unbewusst aktiviert werden, um Attentate und Sabotageakte zu begehen.
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour startet an der Bushaltestelle ‘Nauener Chaussee’ in Börnicke, hier wir kurz der Grünefelder Straße gefolgt und das Dorf gleich über den Vehlefanzer Weg verlassen in den Wald hinein. Nach wenigen hundert Metern geradeaus wird der schöne Waldpfad in Richtung Südosten genutzt, der zum Ufer des einsam gelegenen Waldsees führt. Nun geht es weiter nördlich ein kleines Stück auf dem markierten Fernwanderweg E10, dort erfolgt aber bei erster Gelegenheit der erneute Abzweig auf den Vehlefanzer Weg und der Golfplatz Kallin wird passiert.
Im Anschluss geht es weiter geradeaus, später wird dem Knick in Richtung des Pilgerwegs nach Wilsnack gefolgt. Auf diesem wird der Berliner Autobahnring überquert, mit mehreren kleinen Richtungswechseln führt der Weg naturbelassen zu Reckins Grab und wieder zum markierten Wanderweg auf der Alten Hamburger Poststraße. Dem gut ausgebauten Forstweg wird nun knapp sieben Kilometer weit durch den Kern des Krämer Forsts gefolgt, bevor er nordöstlich verlassen wird.
In einem Mix aus gut begehbaren naturnahen Wiesen- und Waldwegen geht es zum Waldrand am Kalittenberg, anschließend am Waldsaum entlang und auf dem Seeweg über die Felder um das Neubaugebiet von Marwitz herum. Über einen alten Betonplattenweg wird der Dorfanger erreicht, entlang der Breiten Straße und der Lindenstraße führt der Weg durch die Wohngebiete in die Stadt Velten, dort geht es weiter neben der Rosa-Luxemburg-Straße bis zu einer großen Brache. Über den Trampelpfad durch das Wiesenareal wird abschließend das Ziel am Bahnhof Velten erreicht.
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