… den heu­ti­gen viel­leicht letz­ten sehr som­mer­lich-son­ni­gen Herbst­tag nutzte ich noch ein­mal für eine ganz beson­dere Tour in Bran­den­burg. Es ging mir dabei nicht um die typi­sche Genuss­wan­de­rung auf einer belieb­ten Pre­mi­um­stre­cke, son­dern es galt, Neu­land zu ent­de­cken in der Lau­sitz. Was passte da the­ma­tisch gerade bes­ser als eine Wan­de­rung in der Kohle-Berg­bau­fol­ge­land­schaft rund um die rie­sige Schip­kauer Hoch­kippe von der Muse­ums-F60, der größ­ten beweg­li­chen Maschine der Welt mit über 500 Metern Länge, hin zum gerade Ende Sep­tem­ber fer­tig­ge­stell­ten höchs­ten Wind­rad der Welt, das neben­bei mit sei­nen 365 Metern Höhe (gemes­sen bis zur Rotor­blatt­spitze) nun nicht nur das höchste Bau­werk in Bran­den­burg ist, son­dern auch das zweit­höchste gesamt­deut­sche Bau­werk nach dem Ber­li­ner Fernsehturm.

Die Tour öst­lich um den Berg­hei­der See herum hatte schon sehr lange in mei­nen Pla­nun­gen geschlum­mert, nach mei­ner Wan­de­rung auf der ‘West­route’ vor gut vier Jah­ren, die zwar wun­der­schön war, aber auch in der Grau­zone der Regu­la­rien (erst vor Ort fest­ge­stellt) statt­fand. Trotz akri­bi­scher Recher­che vorab war dann auch die Stre­cke dies­mal lei­der nicht ganz im ‘grü­nen Bereich’, wie sich im Ange­sicht der Tat­sa­chen her­aus­stellte. Zumin­dest die ers­ten bei­den Drit­tel ver­lie­fen — so hoffe ich vom Kar­ten­ab­gleich her — weder durch Sperr­ge­biete der Berg­bau-Sanie­rungs­ge­sell­schaft LMBV noch durch das Areal ‘Natur­pa­ra­dies Grün­haus’ der NABU-Stif­tung. Im letz­ten Teil mit dem GICON-Höhen­wind­turm war ich mir dann aber nicht sicher, ob ich auf dem Außen­weg gegen die Auf­lage ver­stieß, nur die­sen süd­lichs­ten Wind­park als Unbe­fug­ter nicht betre­ten zu dür­fen. An der Stelle also wie­der mal mein Hin­weis: so bitte nicht nach­ma­chen oder selbst noch ein­mal im Detail informieren!

Nun zur Tour: die schrof­fen unsa­nier­ten Ero­si­ons­flä­chen mit ihren tie­fen Rin­nen und dem Pio­nier­be­wuchs finde ich land­schaft­lich immer wie­der atem­be­rau­bend, ebenso den Blick von oben in die ‘bran­den­bur­gi­sche Seren­geti’, die sanft tal­för­mige Innen­kippe des ehe­ma­li­gen Berg­baus. Die F60 wirkt sowohl aus der Nähe als auch aus der Ferne beein­dru­ckend, dage­gen erschien mir der Höhen­wind­turm fast schon wie eine Minia­tur, auch wenn ich mich wegen der beleb­ten Bau­stelle mit Video­über­wa­chung nur auf einige hun­dert Metern im Wald ver­steckt nähern konnte und wollte.

Ich war oft auf end­lo­sen Schot­ter­pis­ten unter­wegs und sah neben Dut­zen­den Stan­dard-Wind­rä­dern immer wie­der ähn­li­che Vege­ta­tion mit unzäh­li­gen jun­gen Kie­fern, und trotz­dem werde ich diese Tour gut in Erin­ne­rung behal­ten als etwas sehr Besonderes.

Hier ein schö­nes Doku­vi­deo zum neuen Höhenwindturm:

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet an der Bus­hal­te­stelle ‘Forst­straße’ im Dorf Lich­ter­feld, der süd­lich abzwei­gende Feld­weg wird zunächst genutzt, um zur Berg­hei­der Straße zu gelan­gen. Nach deren Über­que­rung geht es auf dem Feld­weg zur Hälfte um das umzäunte Gelände des Besu­cher­berg­werks herum bis hin zur Hafen­straße, wobei sich immer wie­der neue Blick­win­kel auf die F60 erge­ben. Nach dem Auf­stieg auf der Straße führt der Weg mit Blick auf den Berg­hei­der See zum Dit­mar-Gurk-Weg und an den Feri­en­häu­sern ent­lang zum nörd­li­chen Park­platz. Hier geht es öst­lich durch ein Wäld­chen zur brei­ten Schot­ter­piste, der nun gut drei Kilo­me­ter weit ober­halb des Sees in sei­ner gesam­ten Länge gefolgt wird, mit eini­gen Aus­sichts­punk­ten und dem Blick auf die ero­dier­ten Hänge der Hoch­kippe auf der ande­ren Seite.

Am Ende des Sees wird der öst­lich abzwei­gende Weg genutzt um die Innen­kippe herum flan­kiert von vie­len jun­gen Kie­fern und der typi­schen zer­klüf­te­ten ‘Mond­land­schaft’. Es folgt ein wei­te­rer knapp drei Kilo­me­ter lan­ger Schot­ter­weg­ab­schnitt außen am nörd­li­chen Wind­park Klett­witz ent­lang, mit wei­tem Blick über die Tal­mulde hin­über zur ‘Insel Kos­te­brau’. Nach der Über­que­rung einer schma­len Straße geht es auf dem Wald­weg durch einen dich­ten Kie­fern­be­stand süd­lich bis zum Auf­tref­fen auf die nächste süd­west­li­che Schot­ter­piste, die aber nach weni­gen hun­dert Metern bereits ver­las­sen wird. Auf einem tol­len natur­be­las­se­nen Wald­weg geht es danach am Fuß der Hoch­kippe ent­lang, auf Höhe des GICON-Wind­rads auf einer maro­den Treppe nach oben. Hier ver­läuft der Wan­der­weg dann wei­ter am Rand der Hoch­kippe fast durch­gän­gig und meist natur­nah bis ins nörd­li­che Schip­kau. Über den Ser­pen­ti­nen­pfad führt der Weg hinab in den Ort und über die Lin­den­straße wird das Ende der Tour an der Bus­hal­te­stelle am Amts­sitz erreicht.