… im Jahr 2025 hatte ich zum Tag der Deut­schen Ein­heit keine Mot­to­tour gemacht, da die Jubi­lä­ums-Staf­fel­wan­de­rung auf dem 66-Seen-Weg zu dem Zeit­punkt statt­fand. Heute sollte es aber mal wie­der eine Stre­cke im direk­ten Kon­text des Fei­er­tags wer­den, ich ent­schied mich für einen der schöns­ten Abschnitte des Mau­er­wegs zwi­schen dem Cam­pus Grieb­nitz­see und dem süd­li­chen Sied­lungs­ende von Lich­ter­felde. Dies­mal legte ich aber den Fokus dar­auf, nicht stur dem Asphalt­band für Rad­fah­rer zu fol­gen, son­dern immer mög­lichst nahe an der rea­len Stadt­grenze und damit dem tat­säch­li­chen ‘Mau­er­ver­lauf’ zu bleiben. 

Das bescherte mir in dem Fall zumin­dest den Besuch des tol­len Wald­stücks zwi­schen Zehlen­dorf und Klein­mach­now, das ich im Rah­men des von mir meist etwas frei inter­pre­tier­ten Mau­er­wegs bis­her noch nicht inte­griert hatte. Mir fiel heute auf, dass inzwi­schen nach und nach neue Info­ta­feln und Erin­ne­rungs­ste­len zwi­schen Tel­tow und Lich­ter­felde hin­zu­ge­kom­men sind, die aller­dings nicht mehr in der typi­schen lang­ge­streck­ten Form und oran­ger Lackie­rung erschei­nen, son­dern rost­far­bene breite Ele­mente mit rot-wei­ßen Schil­dern kom­bi­nie­ren. Nun ja, eigent­lich eine sehr gute Sache aber ein­heit­li­che Leit­sys­teme gehen sicher anders …

Natür­lich habe ich mir zu dem Tag auch wie­der so meine Gedan­ken zum Stand des Voll­zugs der Deut­schen Ein­heit nach 36 Jah­ren gemacht, und zumin­dest ver­schwim­men die land­schaft­li­chen Nar­ben am Ber­li­ner Stadt­rand zuse­hends. Gäbe es nicht die immer noch vor­han­de­nen Grenz­steine in regel­mä­ßi­gen Abstän­den, wüsste man oft nicht, ob man sich gerade noch in Ber­lin oder schon in Bran­den­burg befindet.

Deut­lich fiel mir bei der Wan­de­rung auf, wie schnell in die­sem Jahr die Laub­blatt­fär­bung vor­an­schrei­tet, die Bäume schei­nen stress­be­dingt durch Hitze und Tro­cken­heit nach der Chlo­ro­phyll­rück­füh­rung in den Stamm nur noch zügig ihre Blät­ter los­wer­den zu wollen.

Die heu­tige Stre­cke fand ich wie­der sehr anspre­chend, bin aber ehr­lich gesagt lei­der schon etwas ‘betriebs­blind’, was die Gegend angeht. Steht das Motto Mau­er­fall / Wie­der­ver­ei­ni­gung im Fokus, emp­fehle ich eher die Stre­cke ‘GRENZZONEN-ZONENGRENZE’, die ich vor zwei Jah­ren zum Tag der Deut­schen Ein­heit in der­sel­ben Ecke absol­viert habe und die mir in ihrer Kom­pakt­heit und Aus­sa­ge­kraft bes­ser gefiel: https://www.komoot.com/de-de/tour/1894068981