… bei die­sem Werk von Man­fred Reschke han­delt es sich zwei­fels­frei um einen Klas­si­ker, von dem ich sagen kann, dass er meine Wan­der­ak­ti­vi­tä­ten vor zehn Jah­ren sehr stark geprägt hat, nach­dem ich den 66-Seen-Weg absol­viert hatte. Bei den 55(!) im Buch aus­führ­lich beschrie­be­nen Tou­ren han­delt es sich dabei über­wie­gend um die hie­si­gen Etap­pen der Fern­wan­der­wege E10 und E11. Hinzu kommt die ‘Bonus­etappe’ des E10, die zusätz­lich den Rup­pi­ner Land­weg schließt, sowie der von Reschke hin­zu­ge­fügte ‘Appen­dix’ von Ket­zin aus über die Stadt Bran­den­burg und Plaue nach Wus­ter­witz. Ebenso wur­den mit dem Oder­land­weg, den Natur­park­rou­ten im Schlau­be­tal und in der Mär­ki­schen Schweiz sowie dem Kunst­wan­der­weg im Hohen Flä­ming einige der prä­mier­ten Rou­ten mit dem Sie­gel ‘Wan­der­ba­res Deutsch­land’ im Inhalt integriert.

Mir war es vor vie­len Jah­ren vor Allem um das erst­ma­lige etap­pen­weise Abwan­dern der lan­gen Fern­wan­der­wege in Bran­den­burg gegan­gen und spe­zi­ell für den E10 gab und gibt es bis heute kein the­ma­tisch ver­wand­tes Buch. Bei Reschke merkt man, dass er sich sehr akri­bisch im Detail mit allen Teil­stre­cken beschäf­tigt hat und immer auch ver­suchte, bes­sere Alter­na­ti­ven und Opti­mie­run­gen auf­zu­zei­gen. Was ich ihm sehr hoch anrechne ist die lau­nige und sehr ehr­li­che Bewer­tung der jewei­li­gen Tou­ren, die in der Kon­se­quenz in man­chen Fäl­len auch mal nicht unbe­dingt zum Nach­wan­dern ani­miert. Aber so sollte es eben auch sein, wenn man aus­rei­chend kom­pe­tent ist, die Fak­ten­lage als Genuss­wan­de­rer gut ein­schät­zen kann und vor Ent­täu­schun­gen war­nen möchte.

Alle Tou­ren sind text­lich zur Navi­ga­tion umfang­reich erklärt, da — wie zur Zeit der ers­ten Auf­lage 2003 üblich — die rein digi­tale Rou­ten­füh­rung noch über­aus exo­tisch war. Sehr gut gefällt mir eben­falls die trans­pa­rente Cha­rak­te­ris­tik, mit der jede Stre­cke ein­ge­ord­net wird, das ‘Ster­ne­sys­tem’ zur Abso­lut­be­wer­tung finde ich in sei­ner Aus­sa­ge­kraft dage­gen eher schwie­rig. Neben den übli­chen grob-zweck­mä­ßi­gen Kar­ten­aus­schnit­ten des Tre­scher-Ver­lags fin­den sich auch zahl­rei­che über­wie­gend klein­for­ma­tige Fotos im Buch, außer­dem lie­fert Reschke eben­falls 55 im Kon­text pas­sende Aus­flugs­tipps dazu.

Schon wegen sei­nes unver­blüm­ten und scho­nungs­lo­sen Ansat­zes kann ich auch heute noch den Erwerb von ‘Wan­de­run­gen durch Bran­den­burg’ emp­feh­len, gerade bei Inter­esse am Abwan­dern des E10. Liegt der Fokus eher oder aus­schließ­lich auf dem E11, dem unterm Strich in der Gesamt­heit schö­ne­ren der bei­den Fern­wan­der­wege in Bran­den­burg, rate ich dage­gen zum deut­lich neue­ren und aktu­el­le­ren ‘Tages­tou­ren Bran­den­burg’ von Haupt­au­tor Andreas Stern­feldt im sel­ben Ver­lag, das zudem wei­tere Tou­ren­tipps im Dahme-Seen­land enthält.

‘Wan­de­run­gen durch Bran­den­burg’ ist nicht mehr regu­lär über den Tre­scher Ver­lag erhält­lich, Rest­ex­em­plare gibt es aber noch reich­lich über externe Anbie­ter und den Zweit­markt / Antiquariate. 

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