… ich hatte Zeit und das Wet­ter passte gut, also ging es mal wie­der zu einer ‘exo­ti­schen’ Wan­de­rung tief in die nur müh­sam erreich­ba­ren bran­den­bur­gi­schen Wei­ten. In dem Fall han­delte es sich um den Kern der Lie­be­ro­ser Heide, den ich mir schon sehr lange ein­mal anschauen wollte. Erst kürz­lich war mir auf­ge­fal­len, dass der Bahn­hof Jänsch­walde gut funk­tio­nie­ren würde als Ziel, für den Start wählte ich nicht das hüb­sche Städt­chen Lie­be­rose, das ich schon kannte, son­dern ver­ließ den Bus bereits vor­her, um die Stre­cken­länge mode­rat zu halten.

Sehr gespannt war ich auf die kleine Aus­stel­lung am Gene­rals­hü­gel in dem ehe­ma­li­gen Kom­man­dan­ten­ge­bäude. Die Bau­form in expo­nier­ter Lage kennt man natür­lich von ande­ren Trup­pen­übungs­plät­zen, hier gefie­len mir die inter­es­san­ten Schau­ta­feln im Unter­ge­schoss ebenso wie der kleine ‘Suk­zes­si­ons­park’ mit sei­nem Lehr­pfad sehr gut. Lei­der ist das Areal ohne ‘Ver­ren­kun­gen’ eigent­lich nur für Auto­fah­rer erreich­bar, eine Bus­hal­te­stelle an der sowieso regel­mä­ßig befah­re­nen Route würde hier even­tu­ell ja tou­ris­tisch Sinn machen … 

Natür­lich inter­es­sierte mich auch die ‘Wüste’ — tat­säch­lich die ein­zige ihrer Art in ganz Deutsch­land — öst­lich davon und ich nutze unter dem Aspekt der Kampf­mit­tel­räu­mungs-Gefah­ren­lage nur erlaubte Wege. Lei­der traf dies auf den Natur­schutz­aspekt nicht zu 100% zu, da zwi­schen dem ehe­ma­li­gen Hub­schrau­ber­lan­de­platz und mei­ner Über­que­rung der Bun­des­straße nur ‘aus­ge­wie­sene Wege’ erlaubt sind, was das OSM-Kar­ten­ma­te­rial ver­schweigt. An der Stelle also bereits der Hin­weis, die Tour bitte nicht exakt in der Form nachzuwandern!

Das Wüs­ten­ge­biet hatte ich mir viel san­di­ger vor­ge­stellt, statt­des­sen ist fast die ganze Sand­flä­che mit einer dunk­len Flech­ten­kruste über­zo­gen, Besen­heide ist fast gar nicht zu sehen. Trotz­dem ist der Blick auf die rie­sige Flä­che, die einst einem ver­hee­ren­den Wald­brand zum Opfer fiel und auf der spä­ter hun­derte sozia­lis­ti­sche Pan­zer gleich­zei­tig für den Drit­ten Welt­krieg übten, sehr beeindruckend.

Noch nie habe ich bei einer Tour in Bran­den­burg so viele Wolfs­spu­ren gese­hen, daher der Titel mit gleich­zei­ti­gem Ver­weis auf den War­schauer Pakt, des­sen Mit­glie­der hier 1970 gemein­sam eine Groß­übung abhiel­ten mit Leo­nid Bre­sch­new als pro­mi­nen­tem Beob­ach­ter auf dem Hügel.

Unterm Strich fand ich fas­zi­nie­rend, wie ich zuerst auf eine ulti­ma­tiv tro­ckene Gegend traf, um spä­ter ein Sumpf­wie­sen­pa­ra­dies zwi­schen Tauer und Jänsch­walde zu erle­ben mit prall gefüll­ten Wassergräben.

Den schma­len und noch jun­gen ‘Hei­der­ade­weg’ auf einer ehe­ma­li­gen Bahn­trasse habe ich gekreuzt, im Sep­tem­ber soll er als neue Attrak­tion einen Pan­ora­ma­blick in die Wüste erhal­ten: https://www.naturwelt-lieberose.de/highlights/wueste

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet an der Bus­hal­te­stelle ‘Holl­brunn, B168’, nach weni­gen Meter ent­lang der Bun­des­straße wird süd­west­lich in den Misch­wald abge­zweigt, leicht zuge­wach­sen geht es etwa 500 Meter weit in den Wald hin­ein, dann im dich­ten Kie­fern­be­stand süd­öst­lich zum äuße­ren Rund­weg des Trup­pen­übungs­plat­zes. In der brei­ten Schneise, teil­weise auf altem gro­bem Asphalt, wird der Suk­zes­si­ons­park am Gene­rals­hü­gel erreicht und dort eine kleine Runde gedreht. Nach dem Ver­las­sen am süd­li­chen Ende des ehe­ma­li­gen Hub­schrau­ber­lan­de­plat­zes führt der Weg par­al­lel zur Frank­fur­ter Straße durch die Suk­zes­si­ons­land­schaft (Ach­tung: die­ser Abschnitt ist höchst­wahr­schein­lich aus Natur­schutz­grün­den nicht erlaubt!), über den Brand­schutz­strei­fen geht es zur Bun­des­straße und diese wird überquert.

Auf der ande­ren Seite schließt sich der Weg im Kie­fern­wald unmit­tel­bar am Rand der ‘Wüste’ an, der auch einige Bli­cke in die offene Weite zulässt. Am Ende des Wüs­ten­are­als wird auf die Sand­piste abge­zweigt und die­ser drei Kilo­me­ter weit süd­lich gefolgt. Nach dem anschlie­ßen­den Abzweig nach Osten wird der asphal­tierte Rad­weg gekreuzt und süd­öst­lich geht es zum Ort Tauer. Das Dorf wird nur am Rand gestreift, durch die aus­ge­dehnte Land­schaft der Lass­zins­wie­sen mit ihren zahl­rei­chen Ent­wäs­se­rungs­grä­ben geht es meist auf Feld- und Wie­sen­we­gen im süd­öst­li­chen Bogen und mit eini­gen Rich­tungs­än­de­run­gen nach Jänsch­walde, wo über den inof­fi­zi­el­len hin­te­ren Zugang am Hang zum Bahn­steig das Ziel der Tour am Bahn­hof Jänsch­walde erreicht wird.