… vom 8.8. bis zum 9.9. ist ja die Pi-mal-Daumen-Heideblütezeitregel in Norddeutschland und ich fragte mich am Morgen fieberhaft, welche Heidefläche ich zur Blütezeit in Brandenburg noch nicht gesehen hatte. Viele sind ehrlich gesagt nicht mehr offen, aber die Naturerbe-Landschaft Weißhaus westlich von Kirchhain wartete tatsächlich schon als ‘Karteileiche’ in meinen Planungen seit knapp zehn Jahren darauf, von mir entdeckt zu werden.
Interessanterweise gibt es im dreiteiligen NSG Hohe Warte in dem riesigen zusammenhängenden Waldstück in der Mitte eine Freifläche, die — wie soll es anders sein in Brandenburg — auf etwa 35 Jahre der militärischen Nutzung zurückblickt als Truppenübungsplatz der NVA, später der Bundeswehr. Gleich nebenan existiert das große Areal der seit 2007 nicht mehr von der Bundeswehr beanspruchten ‘Lausitz-Kaserne’, das ich weiträumig umging, um den Naturaspekt in meiner durchgehenden Wanderwahrnehmung nicht zu stören.
Die Heidefläche erstaunte mich sehr durch ihre Ausdehnung und Wirkung, auch wenn der Peak der Blüte aktuell noch nicht ganz eingetreten ist. Der Hinweg zu ‘Calluna’ durch den Wald erwies sich als sehr schön im satten Mischwald auf naturbelassenen Wegen, im letzten Teil nutzte ich den Betonplattenweg und alternativlos(?) eine ganze Reihe moderner ‘Forstautobahnen’. Dennoch verblüffte mich auch dort das dichte Grün mit gigantischen Farnteppichen zu Füßen der Kiefern.
Grund für die üppige Vegetation ist ein rinnenartiges Heidemoor, dessen Entwässerung zukünftig wieder komplett verhindert werden soll.
Eine kürzere Wanderung, die mich positiv überrascht hat, auch wenn die Zugänge zum Waldgebiet vom Bahnhof aus sich etwas in die Länge zogen. Eventuell hätte die zusätzliche Integration der sehenswerten Schloss/Kloster-Kombination in Doberlug, die ich schon mehrfach besucht hatte, die Tour noch aufgewertet, aber dafür war es mir am heutigen Tag am frühen Nachmittag einfach zu heiß ;-)
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Infos und Tourbeschreibung:
Dies ist eine Rundtour, die am Bahnhof in Doberlug-Kirchhain beginnt und endet. Zunächst wird die Bahntrasse westlich unterquert zur Bahnhofstraße hin, durch das Plattenbauviertel ‘Am Kleinhof’ geht es zur Kleinen Elster und sehr schön einige hundert Meter weit im schattigen Laubwäldchen nördlich an ihr entlang bis zur Einmündung des Umfluters. Anmerkung: aktuell (08/2026) fehlt dort sanierungsbedingt die Fußgängerbrücke, sodass ein kleiner Umweg durch das Stadtgebiet von Kirchhain notwendig ist.
Über die Karl-Liebknecht-Straße, die Schillerstraße und die Torgauer Straße führt der Weg also zurück zum Umfluter, über die Jahn-Straße und die Waldhufenstraße wird das weiträumige Eigenheimsiedlungsgebiet verlassen. An der Kreuzung ‘Im Felde West’ wird abgezweigt auf den Feldweg, später auf den von Obstbäumen flankierten Feldweg zum Waldeingang. Hier wird dem relativ naturbelassenen Waldweg gefolgt knapp drei Kilometer weit im dichten Mischwald, der später kiefernlastiger wird und sich anschließend abrupt zur offenen Heide hin verändert. Südlich abbiegend wird das Areal der Besenheide durchquert, auf dem alten Betonplattenweg geht es gut einen Kilometer weit bis zum Radweg der verlängerten Torgauer Straße.
Nun führt der Weg südlich in den sehr grünen Kiefernforst, auf dem fein geschotterten breiten Forstweg, anschließend bei nächster Gelegenheit östlich abzweigend auf einen Naturweg und gleich danach wieder dem nordöstlich weiterführenden Schotterweg folgend geht es zum alten Zufahrtsweg an der stillgelegten Bahnanbindung der Kaserne. Ein kleines DDR-Fischteichareal wird passiert und dem Feldweg gefolgt, der später in die Straße ‘Am Krankenhaus’ übergeht. Die Siedlungsgebiete von Kirchhain werden wieder erreicht, die Kleine Elster überquert und der Straße weiter geradeaus folgend endet die Tour an ihrem Ausgangspunkt am Bahnhof.
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