… einmal angefangene Projekte lassen mir ja keine Ruhe, und somit ging es für mich heute bei sehr schwülem Wetter und später auch recht heißen Temperaturen zur finalen Tour der Schinkel-Trilogie in Berlin und Potsdam. Schwerpunktmäßig waren also wieder Gebäude dabei, die der große preußische Hofbaumeister selbst umgesetzt oder zumindest geplant hat, Ausnahme ist aber hier das Schloss Glienicke, das sich noch gerade so im Berliner Stadtgebiet befindet.
Sehr interessant sein allererstes Bauwerk: der unscheinbare kleine Pomonatempel aus dem Jahr 1800 auf dem Pfingstberg neben dem sehr viel beeindruckenderen Belvedere, für das seine Schüler Persius und Stüler knapp 50 Jahre später verantwortlich waren.
Ebenfalls spannend: Beim ‘deutschen Windsor Castle’, dem wunderbaren Schloss Babelsberg, wurde der kantige östliche Teil von Schinkel erschaffen, während der rundere westliche Anbau durch Persius zehn Jahre später erfolgte.
Hier die Bauten, die Schinkel ganz oder teilweise zugeordnet werden entlang der von mir gewanderten Strecke:
— Schloss Charlottenhof (1829)
— Römische Bäder (1833, bis Ende 2027 in Grundsanierung und leider weiträumig abgesperrt)
— Kirche St. Nikolai (1830)
— Schinkelhalle (1823)
— Schloss Babelsberg (1834)
— Schloss Glienicke & Casino (1825, noch auf Berliner Stadtgebiet)
— Pomonatempel (1800, erster Schinkelbau überhaupt)
— Alexander Newski Gedächtniskirche (1829)
Kleine Anmerkung: da ich aufgrund der Absperrung des Veranstaltungsgeländes am Waschhaus wegen des ‘Havelbeats’-Festivals nicht an die Schinkelhalle herankam, gibt es mit der ‘Reithalle’ (erbaut 1915 nach dem Vorbild der Schinkelhalle) fast nebenan einen ‘Platzhalter’ …
Da ich sowieso vorhatte, mal selbst eine ‘Potsdam-Disneyland-Gruppenwanderung’ anzubieten, aber mir bisher immer eine interessante ‘thematische Klammer’ fehlte und ich die heutige Tour unter dem Aspekt stimmig und attraktiv fand, wird diese wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mein einziges(?) Wanderangebot für 2027 für den Märkischen Wanderbund ;-)
Übrigens an der Stelle auch mal meine absolute Hochachtung für Günther Jauch, der seit 25 Jahren regelmäßig Großspenden — wie auch immer absetzbar — aus eigener Tasche einreicht für die Restaurierung und den Erhalt der unzähligen historischen Kulturgüter seiner Wahlheimat Potsdam, wofür er erst vor ein paar Wochen mit dem Verdienstorden die höchste Ehrung im Land Brandenburg erhalten hat.
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