In die­sem Monat habe ich mir das erste Werk der ‘Mär­chen­haft Wandern’-Reihe zu Gemüte geführt, das im Klar­text-Ver­lag 2025 für die Region Bran­den­burg erschie­nen ist und erstaun­li­cher­weise liegt hier der Fokus auf dem Havel­land, das ja vor­zugs­weise als Rad­fah­rer­pa­ra­dies bekannt ist.

Die von Autorin Kris­tina Offer­mann vor­ge­stell­ten zwölf Rou­ten ver­tei­len sich tat­säch­lich eini­ger­ma­ßen gut ver­teilt über den heu­ti­gen Land­kreis Havel­land, zusätz­lich gibt es wie zu erwar­ten den Schwer­punkt um Pots­dam und eine Tour etwas wei­ter öst­lich ums sehens­werte Klos­ter Leh­nin sowie eine ganz am nord­west­li­chen Zip­fel von Ber­lin. Die Stre­cken­län­gen sind ziem­lich mode­rat und über­schrei­ten die 15km-Marke nicht, oft sind sie auch deut­lich kürzer.

Einige Vor­schläge las­sen sich eher als län­gere Spa­zier­gänge inter­pre­tie­ren und bewe­gen sich in dörf­li­cher oder klein­städ­ti­scher Umge­bung, so etwa in und um Gülpe, Frie­sack, Linum und Fer­che­sar. Ich finde die Aus­wahl in die­sem west­li­chen Bereich sehr frisch und gelun­gen, zumal es ja darum geht, zu jeder Stre­cke auch auf der ‘Meta­ebene’ min­des­tens eine zuge­hö­rige Sage oder ein Mär­chen zu ver­knüp­fen, was bes­tens funk­tio­niert. Natür­lich darf auch die Stadt Bran­den­burg mit ihrer ‘Wald­mops-Ral­lye’ zu Ehren von Loriot nicht feh­len und Fon­tane-Anhän­ger kom­men mit der Wan­de­rung um das von ihm im berühm­ten Bir­nen-Gedicht ver­ewigte kleine Rib­beck auf ihre Kosten.

Ebenso wie beim von mir vor Kur­zem erst bespro­che­nen Buch zu Ber­lin / Bran­den­burg aus der­sel­ben Reihe sind hier die ein­zel­nen Tou­ren inhalt­lich bes­tens und in der Länge wohl­do­siert beschrie­ben, es gibt jeweils dazu pas­sende Exkurse oder Hin­weise auf Beson­der­hei­ten ent­lang des Weges. Hinzu kom­men ver­ein­heit­lichte kurze Info­ta­feln und die abs­tra­hier­ten Kar­ten­dar­stel­lun­gen fal­len erstaun­lich groß­for­ma­tig aus. Viele aus­sa­ge­kräf­tige Fotos wecken den Wan­der­ap­pe­tit und machen Lust aufs Erkun­den. Der Hin­weis auf den übli­chen GPX-Track­down­load fin­det sich etwas ver­steckt ganz am Ende des Werks.

Als Fazit kann ich sagen, dass sich auch bei ‘Mär­chen­haft Wan­dern im Havel­land’ der beson­dere Reiz pri­mär aus der Ver­knüp­fung der jewei­li­gen Tour mit der kor­re­spon­die­ren­den über­lie­fer­ten Erzäh­lung im Kon­text ergibt. Ambi­tio­nierte Wan­de­rer wer­den die Vor­schläge mög­li­cher­weise in län­gere Stre­cken ein­bin­den wol­len, gerade weil die beschrie­be­nen Rou­ten nicht unbe­dingt gut per ÖPNV-Anbin­dun­gen im struk­tur­schwa­chen Havel­land erreich­bar sind.

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