… bei halbwegs angenehmem feuchtwarmem Wetter habe ich mich heute in die Touristenmassen gestürzt, um gleich die zweite, deutlich ‘gehaltvollere’ Schinkel-Tour in Berlin anzugehen. Der Prolog beinhaltete ein von ihm ausgestaltetes Grabmal, das von General von Scharnhorst auf dem Invalidenfriedhof. Nach dem Abwandern der drei ‘Vorstadtkirchen’ in Wedding, Gesundbrunnen und Mitte ging es dann zu Schinkels Grab (nur wenige Meter entfernt von dem seines fast ebenso bekannten Schülers Stüler), anschließend zu den Highlights seines Schaffens im prachtvollen Zentrum des alten Berlins zwischen der Museumsinsel und dem Werderschen Markt, neben dem sich auch der Schinkelplatz mit dem großen Schinkel-Denkmal befindet.
Im letzten Teil integrierte ich einige Bauten, die leider nicht mehr existieren und abschließend führte mich der Weg durch Kreuzberg zu Schinkels wohl allgemein meistbesuchtem Bauwerk, dem Nationaldenkmal für die Befreiungskriege auf dem Gipfel im Viktoriapark.
Für mich war es in der Form erneut eine spannende Tour eben mit der Vorgabe, die üblichen wohlbekannten Details und Highlights auszublenden und mich ganz auf die Figur Schinkel zu konzentrieren. Es sind trotzdem ein paar Architekturfotos in die Bildstrecke gelangt, die nichts mit Schinkel zu tun haben, hoffentlich aber auch für Laien als solche erkennbar sind ;-)
Sehr interessant aus meiner Sicht die ‘Berliner Vorstadtkirchen’ (https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Vorstadtkirchen), bei denen Schinkel es schaffte, aus einem Konzept mit leichten Variationen vier Kirchen innerhalb eines Jahres (1834–35!) im schnell wachsenden Berlin zu erbauen.
Bei den bekannten Monumentalbauten kann man sehr deutlich seine klassizistische Handschrift erkennen, während bei der Friedrichswerderschen Kirche und dem Befreiungskriege-Denkmal klar die neogotischen Verzierungen hervortreten.
Die Bauwerke und Orte dieser Tour in der besuchten Reihenfolge:
— Grabmal für Gerhard von Scharnhorst auf dem Invalidenfriedhof (1834)
— Alte Nazarethkirche Wedding, Leopoldplatz (1835)
— Paulskirche in Gesundbrunnen (1835)
— Elisabethkirche Mitte, Invalidenstraße (1835)
— Schinkel-Grab, Dorotheenstädt. Friedhof
— Altes Museum am Lustgarten (1824)
— Schloßbrücke am Lustgarten (1819)
— Neue Wache, Unter den Linden (1818)
— Schinkelklause / Schinkel Pavillon, Oberwallstraße (Restaurant zu DDR-Zeiten, heute Ausstellungsraum)
— Schinkelplatz mit Denkmal
— Bauakademie auf dem Friedrichswerder (1831), zu DDR-Zeiten abgerissen, symbol. Fassadeneckstück wiederaufgebaut, Rekonstruktion ’steht in den Sternen’
— Friedrichswerdersche Kirche (1824)
— Schauspielhaus am Gendarmenmarkt (1818)
— Potsdamer Tor am Leipziger Platz (1824), nicht mehr existent
— Feilnersches Wohnhaus, Feilnerstr. (1829), nicht mehr existent
— Lehr-Escadron-Kaserne, ehemalige Militär-Arrestanstalt, Feilnerstr./Lindenstr. (1817), nicht mehr existent
— Nationaldenkmal für die Siege in den Befreiungskriegen auf dem Berliner Kreuzberg (1817–1821)
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