… im Gespräch mit Wanderfreundin Irene hatte ich bei meiner letzten Gruppenwanderung erfahren, dass es seit einiger Zeit auch die Playmobil-Figur von Karl Friedrich Schinkel gibt, und zwar exklusiv ‘aus erster Hand’ in Neuruppin. Schinkel gilt als ‘Baumeister Preußens’ und er war sehr aktiv als klassizistischer Architekt und Stadtplaner im 19. Jahrhundert, im gesamten Preußen dieser Zeit und darüber hinaus, aber vor allem auch in Berlin und Potsdam.
Primärer Zweck meiner heutigen Wanderung war also, ein paar Exemplare der Figur ‘einzusacken’, von denen dann auch in Kürze eine als Fotomodell bei zwei Touren in Berlin und einer in Potsdam zum Einsatz kommen wird ;-)
Darüber hinaus wollte ich unbedingt mal wieder ins idyllische kleine Tal des Kunsterbachs, und nach dessen Durchwanderung den sehr großen Waldabschnitt in Richtung Alt Ruppin erkunden. Zufälligerweise lag genau auf dem Weg auch das ‘Märchenschloss’ Gentzrode, das nach dem Bau mit seinem orientalisch anmutenden maurischen Stil eine Augenweide gewesen sein muss. Selbst vor 20 Jahren (hier ein Bild aus 2006 bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gentzrode#/media/Datei:Gentzrode_Herrenhaus_und_Kornspeicher.jpg) sah es so aus, als sei es nach damals schon über 20 Jahren Leerstand noch gut zu retten. Aktuell ist es nach starkem Verfall, vielen kontroversen Diskussionen und einigen Besitzerwechseln halbwegs notdürftig konserviert, nahtlos umzäunt und die Ruine mit Kameras überwacht.
Das Bachtal zu Beginn und der anschließende Forst mit seinem hohen Laubwaldanteil waren wieder mal sehr schön, der weiträumige Bereich ums Schloss im Mittelteil (zu DDR-Zeiten auch Hauptquartier einer GUS-Raketenbrigade direkt neben dem Kasernengelände) teils stark zugewachsen und oft nur mühsam begehbar. Vom letzten Drittel zwischen der Schleuse Alt Ruppin und Neuruppin bin ich ehrlich gesagt kein so großer Fan, irgendwie habe ich von der Lage, den Seezugängen und dem Uferweg her ständig ähnliche Konstellationen aus anderen Gegenden im Kopf, die mir deutlich besser gefallen.
Alles in allem also eher in der Form keine Tourempfehlung zum Nachmachen, ich suche aber weiter nach der perfekten Wanderung mit dem tollen und eigentlich sehr gut per Bus erreichbaren Kunsterbach als Prolog …
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour startet an der Bushaltestelle Kunsterspring, hier wird nach Überquerung der Straße direkt eingetaucht in das gleichnamige Naturschutzgebiet, das sich entlang des Bachlaufs der Kunster erstreckt. Dem südlich verlaufenden Fontanewanderweg wird gefolgt entlang des schmalen Sees und später parallel zum kleinen Gewässerlauf bis zu dessen Ursprung, vorbei an zahlreichen Quelltöpfen in den Hängen. Nach Abzweig auf den breiten Forstweg geht es auf diesem südöstlich — mit einigen Versatzstücken zugunsten der optimalen Begehbarkeit — bis fast zur Landstraße L16 teilweise durch einen dichten und alten Buchenbestand.
Kurz vor Erreichen der Landstraße wird östlich zu ihr abgezweigt auf einem leicht rustikalen Abschnitt, das Teilstück nach Überquerung der Straße in südlicher Richtung zum Schloss Gentzrode präsentiert sich im Sommer als stark zugewachsener und manchmal kaum erkennbarer Wiesenweg. Nach dem Passieren des Gebäudeensembles auf gut begehbaren Wegen geht es durch die Wiesen zu einem alten Betonplattenweg und auf diesem östlich, später noch einmal naturbelassen durch eine Schneise zu einem modernen, geschotterten Forstweg.
Diesem wird kurz südlich gefolgt, dann abgezweigt zum Radweg, der bis hin zur Schleuse Alt Ruppin begangen wird. Nun wird alternativlos eine Weile die schmale Straße des Neumühler Wegs nach Alt Ruppin genutzt, es schließt sich die Siedlungsdurchquerung bis zum Uferwanderweg an. Auf der Seepromenade geht es nun im Wald leider mit nur wenigen Uferzugängen am Ruppiner See entlang bis zu einer großen Datschenanlage, die durchquert wird. Über die Hans-Thörner-Straße wird der letzte Abschnitt der Kleingärten umgangen nach Neuruppin hinein und die Bahntrasse wird überquert.
Über die Ernst-Toller-Straße und die Kommissionsstraße führt der Weg zum Neuen Markt mit dem Wohnhaus des jungen Schinkel, dem Predigerwitwenhaus. Weiter geht es über die Fischbänkenstraße zum Schinkelplatz mit dem Gedenkmonument zu seinen Ehren und über die Karl-Marx-Straße wird abschließend das Ziel der Tour am Bahnhof Rheinsberger Tor in Neuruppin erreicht.
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