… keine Angst, ich beglü­cke die Wan­der­com­mu­nity jetzt nicht auch noch mit irgend­wel­chen absur­den ‘Gip­fel-Chal­lenges’, aber die Tour in der Form hat mich doch sehr mit ihrer uner­war­te­ten Topo­gra­phie erstaunt. Bewan­dern wollte ich end­lich ein­mal das mehr oder weni­ger zusam­men­hän­gende Wald­ge­biet, das sich im Pots­da­mer Wes­ten erstreckt und das ganz sel­ten mal punk­tu­ell als Wan­der­emp­feh­lung auf­taucht. Klar kennt man in der Gegend in der Regel das Schloss Lind­stedt und zumin­dest den Teil des Katha­ri­nen­hol­zes mit den skur­ri­len, noch gut erhal­te­nen Kugel­fang­mau­ern eines alten preu­ßi­schen Schießplatzes.

Wei­ter in Rich­tung Golm war mir diese Gegend dage­gen bis­her kom­plett fremd, warum auch immer …

Umso posi­ti­ver die Über­ra­schung heute für mich: meist auf schma­len Pfa­den und sehr oft im üppi­gen Grün des Laub­wal­des, teil­weise fast ‘tun­nel­ar­tig’, dann wie­der auf stei­len Kamm­we­gen ging es durch eine Land­schaft, wie man sie eher in der Mär­ki­schen Schweiz erwar­ten würde. Bor­nim sozu­sa­gen als Bad Frei­en­walde im Taschenformat ;-) 

Ein paar Wege musste ich unter­wegs umpla­nen, das hier zu sehende Resul­tat der ‘Net­to­stre­cke’ ist aber sehr gut begeh­bar, wenn auch manch­mal (sehr sel­ten!) ein Baum über­stie­gen wer­den muss oder anfangs (am Zachels­berg) die Pfade leicht zuge­wach­sen waren.

Am Ende waren es tat­säch­lich sie­ben (Berg-)Gipfel, die sie­ben Zwerge blie­ben dage­gen in ihrem Ver­steck. Nur ein Reh blieb lange vor mir auf dem Weg ste­hen und trabte danach ganz gemäch­lich wei­ter ins Unterholz.

Am Schloss Lind­stedt endete der Natur­teil der Stre­cke und ich gönnte mir anschlie­ßend noch ein wenig Pots­da­mer ‘Preu­ßen-Dis­ney­land’ mit dem Bel­ve­dere auf dem Klaus­berg und dem Rui­nen­berg, bevor es durch den Volks­park zum Ziel ging. Ich stellte mir nach dem Besuch die Frage: Ist der Park 1,50 Euro Ein­tritt wert, ver­gli­chen etwa mit dem Brit­zer Gar­ten (5 Euro Ein­tritt) in Ber­lin? Klare Ant­wort: NEIN!

Aber es ging ja hier auch pri­mär um den ers­ten Teil im Wald und der ist defi­ni­tiv eine dicke Emp­feh­lung von mir und sicher auch eine mei­ner per­sön­li­chen Ent­de­ckun­gen des Jahres.

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet am Bahn­hof in Golm, zunächst geht es in nörd­li­cher Rich­tung zum Ende des Uni-Cam­pus­are­als, dann auf einem Feld­weg bis zur Gol­mer Chaus­see. Hier wird zum Wald abge­zweigt und im hüge­li­gen Gelände führt der Weg schön pfad­ar­tig und teil­weise auch ein wenig zuge­wach­sen um das Gip­fel­pla­teau des Zachels­bergs, um das Gelände eines alten MfS-Bun­kers herum und anschlie­ßend am Hang hinab zur Hug­straße in Bor­nim. Nach Durch­que­rung des Wohn­ge­biets geht es gleich wie­der auf der ande­ren Seite des schma­len Tals steil hin­auf, danach auf dem Kamm­weg bis zur Ruine des Was­ser­turms auf dem Pannenberg.

Hier erfolgt der Abstieg am Hang zum süd­li­chen Sied­lungs­ende, im dich­ten Wald führt der Weg zum Klei­nen Düs­te­ren Teich, dann im Bogen zum Gip­fel des Klei­nen Herz­bergs, am Kah­len Berg vor­bei und am ein­ge­zäun­ten Gebiet des Poli­zei­prä­si­di­ums ent­lang zum Gro­ßen Düs­te­ren Teich, wei­ter zum Wald­weg ‘Lind­sted­ter Chaus­see’. Die­ser wird nörd­lich eine Weile gefolgt, im Bogen geht es etwas hinab und das Gelände der Schieß­stände im Katha­ri­nen­holz wird erreicht. Über meist schmale Pfade führt der Weg an den Fang­mau­ern vor­bei und wie­der hin­auf auf dem mar­kier­ten Wan­der­weg zum Schloss Lindstedt.

Auf der ein­sa­men Zufahrts­straße geht es zur Amund­sen­straße und über sie hin­weg zur Park­an­lage am Klaus­berg mit dem Bel­ve­dere. Der brei­ten Allee wird gefolgt zur Oran­ge­rie, außen herum mit Blick auf den Born­sted­ter See geht es zur viel­be­fah­re­nen Born­sted­ter Straße, die über­quert wird. Nun führt der Weg pfad­ar­tig in den Wie­sen hin­auf und im Wald zum Rui­nen­berg mit sei­nen his­to­ri­schen Arte­fak­ten und dem Was­ser­be­cken. Auf der ande­ren Seite der Erhe­bung geht es bergab zur Pap­pel­al­lee, anschlie­ßend im Volks­park durch das Sied­lungs­ge­biet im Born­sted­ter Feld. Der fol­gende Große Wie­sen­park (kos­ten­pflich­tig!) wird durch­quert auf den Steg­an­la­gen und die Tour endet am Aus­gang Georg-Her­mann-Allee mit der Tram­hal­te­stelle ‘Erich-Are­ndt-Straße’ direkt um die Ecke.