… nachdem der Shuttle-Bus am Bahnhof Brand mich so nett gebeten hatte, ihm ‘in die Tropen zu folgen’, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Das Vorhaben musste aber noch etwas warten, da ich erst das ‘Lenin-Mosaik’, wohl eins der bekanntesten Lost-Place-Relikte in Brandenburg, endlich mit eigenen Augen sehen wollte. Mit den sogenannten Urbex-Aktivitäten habe ich aus verschiedenen Gründen eigentlich nichts am Hut, und daher war für mich persönlich auch klar, dass ich mich nur auf erlaubten Zugängen bewegen und bei offensichtlichen Betretungsverboten sofort umkehren würde.
Es ist kaum zu glauben: das einfache, aber trotzdem beeindruckende Mosaik aus Keramikscherben im ‘Gaudi-Trencadís-Stil’ sieht immer noch so aus, als seien die GUS-Streitkräfte erst gestern aus Ostdeutschland abgezogen. Die alten Kasernen drumherum aus den späten 1938er Jahren dagegen wirken von außen vollkommen ‘zerfleddert’, überwuchert und statisch kurz vor dem Kollabieren. Nach wenigen Fotos vom Mosaik habe ich das oft ‘Little Prypjat’ genannte Kasernengelände ohne weitere Erkundungen gleich wieder verlassen.
Im Anschluss ging es auf dem ‘T’-förmig von den Russen nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten Flugplatz in der DDR ausgebauten Areal durch die erwartete ‘Kiefernhölle’ außen herum bis zu dem Bereich der Shelter des Sonderwaffenlagers, dann auf der noch sehr gut erhaltenen zweieinhalb Kilometer langen Beton-Ersatzlandebahn des früheren Flugplatzes Brand zurück in Richtung Tropical Islands.
Auf dem Gelände des Resorts versuchte ich diesmal, mir alle Ferienhaussiedlungen im Detail anzuschauen, was sehr spannend war. Es gibt die Luxusausführungen ‘Amazonia’ und ‘Sunrise VIP’ sowie die containerartigen ‘Woodland Homes’, ‘Nature Homes’ und die normale ‘Sunrise’-Variante. Daneben das von außen simple Hotel direkt am ‘Dome’ und zahlreiche Zeltvarianten bis hin zum Tipi-Camp …
Schon sehr erstaunlich, was da in den letzten Jahren abseits der Kernattraktion der gigantischen Halle gewachsen ist und prima, dass die ‘doppelte Nachnutzung’ (Militärflugplatz-Ende & Cargolifter-Flop) so gut funktioniert. Es bleibt aber ebenso wie in den Tagebau-Folgelandschaften mit ihren Wassersport- und Bade-Eldorados und diversen Touristenattraktionen dabei, dass alles nun mal künstlich erschaffen wurde und man nur entfernte Traumziele nachahmt.
Unterm Strich eine sehr interessante Tour, die für mich auf den Punkt bringt, was Brandenburg an Altlasten (Militär / Tagebau) zu schultern hat und wie man kreativ damit umgeht. Und da ich mich an sämtliche Betretungsverbote gehalten habe (OSM & Beschilderung vor Ort), kann ich die Tour auch in der Form durchaus empfehlen.
Was das gelb-rote Mosaik angeht, habe ich — wie es die Urbexer machen — selbstverständlich meinen Weg dorthin in der Aufzeichnung entfernt und auch die Standorte der Fotos aktiv verändert. Wer im folgenden Video an der richtigen Stelle genau hinschaut und den Drohnenblick mit den Satellitenbildern abgleicht, findet die Position aber bestimmt mit etwas Geschick:
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Infos und Tourbeschreibung:
Dies ist eine Rundtour, die am Bahnhof in Brand beginnt und endet. Zunächst wird südlich der Straße gefolgt zur Bahnüberführung, es lässt sich als Abkürzung am letzten Haus ein Trampelpfad zur Treppe der Brücke nutzen. Bei der ersten Möglichkeit wird von der Kreisstraße südlich in den Wald abgezweigt, auf leicht wilden Wegen geht es im Kiefernwald erst in Richtung Osten bis zum Ende des Weges, dann südlich leicht sandig gut drei Kilometer weit im Prinzip geradeaus, bevor südöstlich abgezweigt wird zum Ende der ehemaligen Militäranlage mit den Sheltern.
Auf der Betonpiste erfolgt der zweieinhalb Kilometer lange Rückweg, an dessen Ende auf den offiziellen Radweg getroffen wird. Im Bogen führt der Weg wieder auf Beton zur Kreisstraße und auf dieser zur alten Flugplatzeinfahrt wenige hundert Meter weiter westlich. Im leichten Bogen geht es um die Landebahn herum zu den Sheltern und in die ‘Amzonia’-Siedlung, die zum ‘Dome’ hin durchquert wird. Das Amazonia-Strandareal wird umgangen, dann die Hauptlandebahn auf einem Kilometer Entfernung genutzt bis zu deren Ende.
Es erfolgt der Abzweig in die Siedlung der ‘Sunrise Homes’, danach führt der Weg auf der Straße südlich und im Bogen durch die weiteren ringförmig angelegten Ferienanlagen bis zur südwestlichen Ausfahrt mit Schranke, die den Shuttlebussen vorbehalten ist. Über die Kreisstraße und die Bahnüberführung wird abschließend wieder der Ausgangspunkt der Tour am Bahnhof Brand erreicht.
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