… heute pro­bierte ich nach lan­ger Zeit mal wie­der ein Gebiet aus, bei dem sich in den letz­ten Jah­ren viel im Detail bei Open­Street­Maps getan hat. Im rie­si­gen NSG ‘Forst Zinna-Jüter­bog-Keil­berg’ hat die Besit­ze­rin, die Stif­tung Natur­land­schaf­ten Bran­den­burg, inzwi­schen auch dort zwei­fels­frei die meis­ten Wege gesperrt / sper­ren las­sen für Fuß­gän­ger, sei es aus Natur­schutz­grün­den oder wegen der Kampf­mit­tel­be­las­tung des ehe­ma­li­gen Trup­pen­übungs­plat­zes, der ja für seine regel­mä­ßi­gen Wald­brände wegen Selbst­ent­zün­dung ‘berühmt’ ist.

OSM ließ zwi­schen dem Alten Lager und den regu­lä­ren Wan­der­we­gen west­lich des Keil­bergs nur genau eine erlaubte Route zu, und die schaute ich mir daher an. Beein­dru­ckend waren auf jeden Fall die lan­gen Gera­den in den Suk­zes­si­ons­flä­chen, an deren Rand einige deut­li­che Brand­schä­den zu sehen sind. Mir scheint es, als habe man an meh­re­ren Stel­len spe­zi­ell den Boden um die Bir­ken gezielt aktiv abge­flammt, wie man es auch in der Heide tut, um die Vege­ta­ti­ons­form regel­mä­ßig zu rege­ne­rie­ren und zu steuern.

Im Prin­zip gibt es aber dort nichts zu sehen, was nicht auch etwa in der Döbe­rit­zer Heide auf dem gro­ßen Rund­weg der Siel­mann-Stif­tung zu betrach­ten ist. Schön jedoch der Mix mit den Misch­wäl­dern am Rand des Are­als und auch im Bereich des Aus­sichts­punkts am Keil­berg. Es gab bei der Tour diverse sehr lange und müh­same grobe Schot­ter­weg­ab­schnitte, wes­halb ich sie — neben dem Natur­schutz­aspekt zumin­dest in der Grau­zone — nicht emp­feh­len kann und darf. Für mich per­sön­lich waren die Ein­drü­cke inter­es­sant und auf­schluss­reich, damit ist aber auch das NSG ‘Forst Zinna-Jüter­bog-Keil­berg’ für mich bis auf den öffent­lich zugäng­li­chen Bereich um Fran­ken­förde abgehandelt.

Erstaunt haben mich gegen Ende der Tour unzäh­lige Nes­ter von Kie­fern­pro­zes­si­ons­spin­nern in den Mono­kul­tu­ren direkt auf dem Schot­ter­weg. In der Regel spricht man ja nur über die Schäd­linge, die die Eichen mas­siv befal­len, aber auch Kie­fern sind betrof­fen und die Rau­pen (eben­falls mit gefähr­li­chen Brenn­haa­ren aus­ge­stat­tet!) ernäh­ren sich von deren Nadeln: https://de.wikipedia.org/wiki/Kiefern-Prozessionsspinner

Da mich das Wald­thema bei die­ser Tour umtrieb (Kom­plett-Rodung -> schnelle Wie­der­auf­fors­tung -> lang­sa­mer Wald­um­bau) und zufäl­lig The Cure ja aktu­ell drei Kon­zerte in Ber­lin spie­len, hier ihr Klas­si­ker ‘A Forest’ im pas­sen­den ‘Tree Mix’:

————–

Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour beginnt am Bahn­hof Altes Lager, nach der Über­que­rung des Bahn­über­gangs geht es in der Kas­ta­ni­en­al­lee durch das Wäld­chen hin­über zur Treu­en­brietz­e­ner Straße und in die Wohn­sied­lung, die über die Fried­rich-Engels-Straße, die Breit­scheids­traße und den Les­sing­weg durch­quert wird. Am nord­öst­li­chen Aus­gang führt der Weg im Wald zu einer Schot­ter­piste und auf die­ser gut einen Kilo­me­ter weit im gro­ßen Bogen um um die ein­ge­zäunte ehe­ma­lige Kaser­nen­an­lage herum.

Es folgt der Abzweig auf den Feld­weg am Wald­rand nach Nord­wes­ten, spä­ter auf den alten Beton­plat­ten­weg der ‘Wild­bahn’ nach Osten. In der fol­gen­den brei­ten Schneise wird nach Nor­den abge­bo­gen, nun geht es fast fünf Kilo­me­ter weit in der ers­ten Hälfte auf einem mehr oder weni­ger san­di­gen Feld­weg, danach auf Schot­ter bis zum Keil­berg. Anschlie­ßend führt der Weg öst­lich einen Kilo­me­ter weit leicht bergab auf Schot­ter, natur­be­las­sen im Kie­fern­wald führt der Weg dann hin­über zum offi­zi­el­len Wan­der­weg, mit dem gel­ben Bal­ken markiert.

Die­sem wird nun gefolgt im Misch­wald zum Auf­stieg auf die Keil­berg-Aus­sicht, danach­geht es hinab und gera­de­aus zum Wald­aus­gang, der in eine Schot­ter­piste über­geht und den Ort Pechüle erreicht. Wei­ter geht es über die Straße ‘In der Gasse’ ins direkt angren­zende Nach­bar­dorf Bar­denitz, das ent­lang der Dorf­straße und der Treu­en­brietz­e­ner Straße durch­quert wird. Zur Umge­hung der Land­straße wird erneut ein drei­ein­halb Kilo­me­ter lan­ger Schot­ter­weg durch den dich­ten Kie­fern­forst genutzt, der auf hal­ber Stre­cke die Rich­tung ändert zur Bar­denit­zer Straße hin. Nach eini­gen hun­dert Metern auf der Straße ist die Bun­des­straße erreicht und gleich dar­auf endet die Tour am Bahn­hof Treuenbrietzen-Süd.