… am heu­ti­gen Tag gönnte ich mir mal wie­der eine etwas ent­fern­tere Tour im ganz aktu­el­len Kon­text: es ging für mich in die Gegend der mitt­le­ren Lau­sit­zer Seen­kette, bei der nun seit weni­gen Tagen fünf der größ­ten Gewäs­ser über Kanäle mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Eine Aus­wahl fiel mir sehr schwer, da im Bereich von 15–25 Kilo­me­tern die Optio­nen knapp sind, falls eine prak­ti­ka­ble ÖPNV-Anbin­dung erwünscht ist.

So ent­schied ich mich für das ‘Vor­zei­ge­ob­jekt’ aus der Inter­na­tio­na­len Bau­aus­stel­lung Fürst-Pück­ler-Land 2000–2010, den Groß­räsche­ner See, kom­bi­niert zumin­dest mit einer Stipp­vi­site der Hafen­bucht am benach­bar­ten Sedlit­zer See. Die Umrun­dung des Groß­räsche­ner Sees (einen klei­nen Teil kannte ich bereits) hatte ich mir vorab defi­ni­tiv nicht so attrak­tiv und inter­es­sant vor­ge­stellt: neben eini­gen natur­be­las­se­nen Abschnit­ten konnte ich den Rad­weg meist umge­hen und die neu­an­ge­leg­ten fein­ge­schot­ter­ten Pis­ten nut­zen. Bein­dru­ckend fand ich vor allem den Blick vom erstaun­lich ‘alpin’ gele­ge­nen Aus­sichts­punkt der Rep­pis­ter Höhe über die Ilse-Wei­her hin­weg auf den See. 

Abseits der Frei­gabe der Was­ser­wege zur neu­an­ge­leg­ten Marina in Groß­räschen mit der auf­fäl­li­gen See­brü­cke und einem sehr gro­ßen Strand nebenan scheint sich die Befes­ti­gung des Ufers an der West­seite dage­gen noch län­ger hin­zu­zie­hen. Sehr ver­blüfft war ich über die neu ent­stan­de­nen Getrei­de­fel­der(!) im Ufer­be­reich, deren Sinn sich mir nicht erschließt. Nur im Süd­os­ten sind noch Schil­der mit Betre­tungs­ver­bo­ten und Zäune vor­han­den, in den übri­gen Berei­chen hat man bei­des bereits flä­chen­de­ckend entfernt.

Ein ganz ande­res Bild am Sedlit­zer See, des­sen Ufer­zone rund um die Bucht kom­plett abge­rie­gelt ist. Zumin­dest sind vom Höhen­weg einige Bli­cke auf die Weite des Sees bis hin zum ‘Ros­ti­gen Nagel’ mög­lich. Hier nimmt gerade die Marina am zukünf­ti­gen ‘Lagu­n­en­dorf’ ganz lang­sam Form an.

Eine über­ra­schend schöne Tour war das für mich und even­tu­ell mache ich noch eine zweite zu dem Thema, dann mit dem ‘Ros­ti­gen Nagel’ von Senf­ten­berg aus. Natür­lich fragt man sich bei dem jet­zi­gen Stand, ob der Tou­ris­mus wirk­lich die Zukunft der Lau­sitz sein kann/wird. Zumin­dest der Anfang ist jetzt gemacht mit der infra­struk­tu­rel­len Ver­bin­dung der Was­ser­wege und es wird sich in der Pra­xis zei­gen, was/wann/wie funktioniert …

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Infos und Tourbeschreibung:

Dies ist eine Rund­tour, die am Bahn­hof Sedlitz-Ost beginnt und endet. Zunächst geht es direkt vom Bahn­steig nörd­lich um die Dat­schen­an­lage herum und es wird auf den Rad­weg am Groß­räsche­ner See getrof­fen. Die­sem wird einige hun­dert Meter gefolgt zum Ilse­ka­nal-Tun­nel, dort abge­zweigt auf den Schot­ter­weg direkt am See­ufer. In einem Mix aus Feld‑, Wie­sen- und Schot­ter­ab­schnit­ten geht es nun drei Kilo­me­ter weit sehr schön und meist nahe am Gewäs­ser ent­lang bis zu einer Wiese, an der der Weg endet. Über einen Pfad am Hang wird wie­der der Rad­weg erreicht, der bis zum Strand genutzt wird.

Nach dem Pas­sie­ren des Stran­des wird die Marina in Groß­räschen umrun­det und die See­brü­cke pas­siert, danach für einige hun­dert Meter der Rad­weg am See genutzt. Bei der ers­ten Mög­lich­keit wird gleich wie­der auf den Schot­ter­weg abge­zweigt, der direkt am See bis zu des­sen nord­west­li­chem Ende führt. Es schließt sich ein kur­zes natur­be­las­se­nes Teil­stück am West­ufer des Sees an, das wie­der in den Schot­ter­weg über­geht. Erneut wird auf den Rad­weg getrof­fen, auf dem es anschlie­ßend mode­rat berg­auf geht bis zum Aus­sichts­punkt der Rep­pis­ter Höhe. Nach dem stei­len Abstieg auf den Asphalt­strei­fen wird das Gelände der Seen­lan­d­o­ase gestreift, über die Rep­pis­ter Straße geht es nach Unter­que­rung der Gleise eines Güter­bahn­hofs und nach Über­que­rung der Bun­des­straße hin­über zum Sedlit­zer See.

Hier wird der ‘grüne Tun­nel’ auf der brei­ten Schot­ter­piste genutzt in Rich­tung Nord­os­ten, der lei­der kaum Bli­cke auf den ein­ge­zäun­ten See zulässt. Spä­ter gibt es kurz vor Errei­chen des zukünf­ti­gen Lagu­n­en­dorfs doch noch den wei­ten See­blick und die im Bau befind­li­che Marina wird pas­siert. Über die Schle­si­sche Straße führt der Weg zum Orts­kern von Sedlitz, gleich danach jedoch wie­der hin­aus im Bogen über die Alte Senf­ten­ber­ger Straße und die Bahn­über­füh­rung. Der Aus­sichts­punkt ‘Anna Mat­hilde’ am Groß­räsche­ner See wird erreicht, auf der Neben­straße geht es erneut zu der Dat­schen­an­lage vom Beginn und durch sie hin­durch zum Start­punkt am Bahn­hof Sedlitz-Ost.