… schon sehr lange hatte ich vor, mal eine Tour durch das große mehr oder weni­ger zusam­men­hän­gende Wald­stück süd­lich der Bahn­stre­cke zwi­schen Glö­wen und Bred­din zu machen. Da seit weni­gen Tagen die Trasse der ‘Ham­bur­ger Bahn’ fer­tig saniert ist und die bei­den Bahn­höfe wie­der ange­fah­ren wer­den, passte es nun.

Vorab war mir bereits klar, dass mich größ­ten­teils eine ‘Kie­fern­hölle’ erwar­ten würde und das Kar­ten­ma­te­rial in der äußerst ein­sa­men Gegend genau an der Grenze zwi­schen den Bun­des­län­dern Bran­den­burg und Sach­sen-Anhalt vor­aus­sicht­lich nicht son­der­lich ver­läss­lich sein dürfte. Am Ende gab es nur einen Umweg am Feld­rand, da ein ganz neu auf­ge­stell­ter Zaun mir die direkte Pas­sage ver­wei­gerte. Lei­der musste ich aber auch auf drei­ein­halb Kilo­me­tern Länge einen alter­na­tiv­lo­sen Weg im Wald nut­zen, der als ‘Wild­ru­he­zone’ vor Ort west­lich von Dame­lack aus­ge­wie­sen war, natür­lich aber nicht im OSM-Kartenmaterial …

Zu Beginn baute ich den Ort Nit­zow kurz vor der his­to­ri­schen Havel­mün­dung (eine von inzwi­schen vier je nach Inter­pre­ta­tion) ein, dort erga­ben sich aber am Rand des Schieß­plat­zes der Bun­des­wehr bedau­er­li­cher­weise nicht so viele neue Aus­bli­cke auf den Fluss wie erhofft. Am Ende ging es für mich — zum drit­ten Mal — zum ‘höchs­ten Was­ser­fall Nord­deutsch­lands’ am Königs­fließ in Küm­mer­nitz. Dies­mal führ­ten beide sogar etwas Was­ser, wenn auch nicht viel.
Lei­der waren gerade bei mei­ner Ankunft Har­ve­s­ter­ar­bei­ten im Gange, die den tol­len Wan­der­pfad an sei­nem west­li­chen Ende stark in Mit­lei­den­schaft zogen. Ich hoffe doch, da wird nach­träg­lich wie­der schön aufgeräumt … 

Ins­ge­samt eine eher zähe Tour bei unge­wohnt som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren wegen des hohen Kie­fern­wald­an­teils trotz etli­cher schö­ner natur­be­las­se­ner Wegabschnitte.

Ver­blüfft hat mich die Masse an blauen Nat­tern­köp­fen ent­lang der Wege, abso­lu­tes High­light war aber ein statt­li­cher Feld­hase, der auf mich zuge­lau­fen(!) kam und in fünf Metern Ent­fer­nung zwei­mal ‘Männ­chen machte’, mich abcheckte und danach ganz ruhig und lang­sam ver­schwand. Ich musste sofort an das emp­feh­lens­werte Buch ‘Hase und ich’ den­ken, das ich kürz­lich erst gele­sen habe ;-)

Hier noch ein klei­nes ‘Mood-Video’ vom Was­ser­fall in sei­nem aktu­el­len Zustand:

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour beginnt am Bahn­hof in Glö­wen, am west­li­chen Aus­gang (Ach­tung: Bau­stelle!) führt der Weg zunächst auf dem Damm der alten Bahn­trasse im Bogen in den Wald, dann gut zwei Kilo­me­ter weit direkt an der Grenze zum Schieß­platz ent­lang auf Wie­sen- und Schot­ter­we­gen süd­west­lich zwei Kilo­me­ter weit gera­de­aus durch den Wald. Nach einem kur­zen Abschnitt über die Fel­der wird der Ort Nit­zow erreicht und es geht im Dorf hin­un­ter zum Ufer der Havel. Es folgt der Wie­sen­weg hin­über zum alten Fähr­an­le­ger, bevor der Weg wie­der hin­auf ins Dorf zur Kir­che führt. Über die Alte Bahn­hof­straße wird Nit­zow ver­las­sen und es schließt sich ein zwei Kilo­me­ter lan­ges Teil­stück an durch den Wald bis zur Bundesstraße.

Nach deren Über­que­rung geht es eine ganze Weile durch die Fel­der nach Osten, in einem Haken nach unten muss der unüber­wind­li­che neue Zaun umgan­gen wer­den. Nun wird dem Wald­weg exakt auf der Bun­des­land­grenze gefolgt bis zur nächs­ten Kreu­zung, ab dort führt der Weg im dich­ten Kie­fern­wald fast sie­ben Kilo­me­ter weit prin­zi­pi­ell immer gera­de­aus, bis zur Ober­mühle am Königs­fließ abge­zweigt wird. Das große Feld wird auf dem Wie­sen­weg durch­quert, anschlie­ßend am Wald­rand abge­zweigt zum Fließ hin. Dem Gewäs­ser­lauf wird nun schön gefolgt auf dem Wan­der­pfad am Hoch­ufer bis zum Was­ser­fall am Ende eines klei­nen Sees und der Ort Küm­mer­nitz wird erreicht. 

Nun wird die benach­barte Sied­lung ‘Bred­din Abbau’ durch­quert, auf dem sich anschlie­ßen­den Feld­weg geht es nord­öst­lich bis zur asphal­tier­ten Straße ‘Wie­sen­weg’. Der Straße wird gefolgt hin­auf bis nach Bred­din und die Tour endet nach der Durch­que­rung des Dor­fes auf der Havel­ber­ger Straße am dor­ti­gen Bahnhof.