… mal wieder eine besondere Mottotour heute von mir, zum 125-jährigen Jubiläum der Niederbarnimer Eisenbahn und um dabei einmal zu schauen, wie denn aktuell die Lage der Reaktivierung der Stammstrecke der ‘Heidekrautbahn’ aussieht. Diese wurde tatsächlich Ende 2024 mit dem Baubeginn des Regionalbahnhofs in Berlin-Wilhelmsruh endlich initiiert und der neu erstellte Hoch-Bahnsteig parallel zur S‑Bahn in Wilhelmsruh erscheint bereits weit vorangeschritten.
Mir war auch bereits bei meinen letzten Touren mit Berührungspunkten zu der Trasse aufgefallen, dass die Vegetation großräumig ums Gleis freigeschnitten wurde, wobei der Gleiskörper mit den Schwellen und dem Schotter für mich überall vollkommen intakt wirkte. Vereinzelte Testfahrten gab es in der Vergangenheit häufiger, so auch am heutigen Tag eine zwischen Basdorf und Mühlenbeck. Es dürfte dennoch ein langer Prozess werden, bis vor allem die Sicherungstechnik und die vielen beschrankten Bahnübergänge nachgerüstet sind, damit ein Regelbetrieb im Rahmen des ‘Korridor-Projekts’ i2030 (https://www.i2030.de/) erfolgen kann.
Für mich war es eine besonders spannende Tour, da ich nach kurzer Runde übers Fest auf dem Betriebsgelände in Basdorf viele Wege nahe am Gleis wählte, die ich sonst niemals so in eine Wanderung integriert hätte. Es waren in der Tat einige positive Überraschungen bei den Abschnitten dabei, an zwei Stellen musste ich mich aber auch durch hohes Gras auf offensichtlich wenig genutzten Wegen kämpfen. Ansonsten ist die Tour in der aufgezeichneten Form absolut empfehlenswert, nicht nur für ‘Bahntrassenablatscher’.
Geplant hatte ich eigentlich, den von der Dampflok gezogenen Sonderzug unterwegs in voller Fahrt abzulichten, der war aber eine halbe Stunde zu früh(!) in Basdorf und so blieb es leider bei wenigen ‘Standbildern’ vor Ort …
Hier das interessante Erklärvideo mit 3D-Simulation von der NEB zur Reaktivierung der Strecke: https://www.youtube.com/watch?v=hTN739a_03I
————–
Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour startet am Bahnhof in Basdorf, im Bogen geht es zunächst zum Bahnübergang und auf der anderen Seite zurück auf dem Mühlenbecker Damm am NEB-Betriebsgelände entlang, anschließend gut einen Kilometer lang auf der Straße ‘An der Wildbahn’ durch die Eigenheimgebiete bis zum südlichen Siedlungsende. Es schließt sich ein schönen Waldpfad an, der unterbrechungsfrei bis zum Abzweig der Stammbahn kurz vor dem Ort Schönwalde führt, hier wird eine kurze Umgehung und der Wechsel auf die andere Seite des Gleises nötig. Im Wald geht es weiter zum Bahnhof Schönwalde-West und auf der Straße ‘Alte Bahn’, dann nach Verlassen des Trassenverlaufs auf der Heerstraße zum Siedlungsende.
Über Feld- und Wiesenwege zwischen den Kornfeldern geht es mit zahlreichen Richtungswechseln auf einem längeren alternativlosen Umweg zurück zur Stammbahn, auf die erst wieder an der Autobahnunterführung getroffen wird. Parallel zur Bahntrasse führt der Weg erhöht durch üppiges Grün zum Gewerbegebiet ‘Am Hasensprung’, nach dessen Durchquerung parallel zur Mühlenbecker Straße zum alten Mühlenbecker Bahnhof. Dem Weg parallel zu den Gleisen wird gefolgt zur Kastanienallee und weiter zum S‑Bahnhof Mühlenbeck-Mönchmühle. Auf der Straße ‘Am Fließ’, dann naturbelassen am Badesee vorbei führt der Weg zur Lessingstraße, weiter über die Fritz-Reuter-Straße, die Schubertstraße und die Schillerstraße zurück zur Stammbahn.
In Schildow wird wieder dem Gleis nahe gefolgt über einen längeren Abschnitt am alten Bahnhof vorbei bis zur Franz-Schmidt-Straße, über die Bahnhofstraße geht es zum Kirchplatz, anschließend auf der Breiten Straße zum Siedlungsende und um Pferdeweiden herum zur Unterquerung der Stammbahn in den Eichwerder Moorwiesen. Am Wiesenrand entlang führt der Weg zur Akazienstraße und auf dieser zum Berliner Mauerweg, dem am Köppchensee vorbei gefolgt wird, später geht es hinauf auf dem Rundweg in den Niedermoorwiesen mit Blick von oben auf den See zurück zur Bahntrasse, die hier tief eingeschnitten verläuft. Nach einem kurzen Abschnitt am Feldrand wird die Bahntrasse erneut gekreuzt, auf einem schönen alten Obstbaumweg geht es bis zum Bahnhof Blankenfelde und die Straße wird überquert.
Es schließt sich wieder ein schöner Abschnitt durch die Wiesen parallel zu einem Wassergraben an und auf die Stammbahn wird getroffen an der Schnittstelle zum Mauerweg. Etwa zweieinhalb Kilometer weit wird nun grob dem asphaltierten Mauerweg gefolgt, der geradeaus parallel zur Bahntrasse an der Grenze zum Märkischen Viertel verläuft bis zum Nordgraben. Kurz danach endet das Gleis vorerst noch am Industriegelände Pankow Park, im weiten Bogen über die Fontanestraße, dann durch die Neubaugebiete um das historische Umspannwerk wird mit dem S‑Bahnhof Wilhelmsruh das Ziel der Tour erreicht.
Hinterlasse einen Kommentar