… und schon wieder habe ich den Kanal voll, diesmal im Miniprojekt mit dem Alten Finowkanal ergänzt durch den historischen Voßkanal nördlich von Berlin. Die heutige Etappe beinhaltete beide Kanäle etwa zur Hälfte, wobei diesmal tatsächlich nur der etwa zweieinhalb Kilometer lange Verbindungsweg zwischen Liebenwalde und Bischofswerder für mich neu war. Überrascht war ich in der Konstellation von dem mit sechs Kilometern doch noch halbwegs hohen Anteil von naturbelassenen Abschnitten. Der Rest spielte sich überwiegend auf dem Radweg ab, weshalb für mich auch klar war, dafür in der trubeligen Drahtesel-Wochenend-Sommersaison einen Werktag zu ‘opfern’, um am Ende keinen Dauerklingelton im Ohr zu haben …
Auf dem stärker frequentierten Stück entlang des Voßkanals traf ich auf gut zwei Dutzend Radfahrer, was aber in dem Bereich durch die breiten Asphaltwege auf den Deichen kein Problem darstellte. Dieser Abschnitt entpuppte sich dann wie erwartet wieder als Fluch und Segen: auf etwa dreizehn Kilometern Länge ist der Voßkanal zwar sehr attraktiv in die Landschaft eingebettet, die gleichbleibenden Ausblicke werden aber beim Wandern doch irgendwann leider monoton und langweilig, wenn auch auf hohem Niveau ;-)
Ganz anders der schönste Abschnitt der Tour vom westlichen Ende des extrem langgestreckten Straßendorfs Zerpenschleuse bis nach Liebenwalde: hier war der Waldweg am Ufer des Finowkanals sehr naturnah wenn auch stellenweise leicht zugewachsen, zum Glück waren die Stechmücken wohl noch im verlängerten Pfingsturlaub, sodass die Wanderqualität nicht gemindert wurde. Zweites kleines Highlight gleich danach der kurze naturbelassene Pfadabschnitt vom Wasserdreieck am Hafen Liebenwalde zur Brückenüberquerung am Voßkanal.
In dem Kontext machte die Tour absolut Sinn für mich, fürs genussvolle Nachwandern kann ich sie so aber nicht empfehlen. Entweder man endet in Liebenwalde oder begibt sich danach noch in das Abenteuer, der Schnellen Havel bis nach Malz in den oft teils tückisch feuchten Auen zu folgen.
Hier nun auch die Collection zu dem kleinen Kanalprojekt:
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Infos und Tourbeschreibung:
Bahnhaltepunkt Ruhlsdorf-Zerpenschleuse, hier geht es über die Bahnhofstrasse direkt hinab zum Treidelweg und westlich auf dem schmalen Asphaltband zur Brücke über den kreuzenden Oder-Havel-Kanal, nach Überquerung durch das kleine Wäldchen zum Siedlungsbeginn von Zerpenschleuse. Fast drei Kilometer weit geht es nun durch den langgestreckten Ort direkt am Finowkanal, wobei ab der ersten Klappbrücke auch der Wiesenweg unmittelbar am Wasser nutzbar ist. Nach dem Verlassen des Dorfs schließt sich noch einmal kurz der Radweg an bis zu einem Weiher, dann führt der Weg naturbelassen etwa fünf Kilometer weit durch üppiges Grün im Wald weiter dem Kanal folgend, bis wieder auf den Oder-Havel-Radweg kurz vor Liebenwalde getroffen wird.
Über die Straße ‘Am Kietz’ wird der Hafen erreicht und auf der Klappbrücke überquert, weiter geht es auf dem schmalen Pfad am Voßkanal bis zur Landstraßenbrücke in der Havelstraße, die überquert wird. Nun wird dem Radweg parallel zur Neuholländer Chaussee gefolgt bis zur Schnellen Havel, kurz davor aber abgezweigt auf die stille Nebenstraße des Bischofswerder Damms am Voßkanal. Durch einen ‘grünen Tunnel’ führt der Weg zur Abzweigung des Hauptstroms, danach mit tollem und weitem Blick auf den Kanal zur Schleuse. Hier wird auf den offiziellen Fernradweg Berlin-Kopenhagen getroffen, dem anschließend gut zehn Kilometer weit erhaben auf der asphaltierten Deichkrone des Voßkanals gefolgt wird am Ort Krewelin vorbei bis zur Freiarche und damit der Einmündung der ‘wilden’ Schnellen Havel am nördlichen Beginn des künstlichen Wasserwegs.
Über die Straße ‘Freiarche’ führt der Weg zur Parkstraße, dann auf der Clara-Zetkin-Straße um das historische Zentrum von Zehdenick herum, abschließend wird über die Bahnhofstraße und den Darrgang das Ziel der Etappe am Bahnhof Zehdenick erreicht.
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