… Start zu einem neuen — kleinen — Kanalprojekt heute bei mir: es geht nun um den historischen Finowkanal, den ältesten noch in Betrieb befindlichen künstlichen Wasserweg Deutschlands. Er war die erste Verbindung zwischen Oder und Havel bereits Anfang des 17. Jahrhunderts und wurde nach mehreren Ausbaustufen über 200 Jahre hinweg erst 1914 durch den viel mächtigeren Oder-Havel-Kanal mit seinem ikonischen Schiffshebewerk statt der vielen Einzelschleusen ersetzt.
Da die Gesamtlänge des ursprünglichen Verbindungskanals zwischen Liepe und Liebenwalde nur 56 Kilometer beträgt, werde ich in diesem Projekt ebenfalls den kurzen Voßkanal aus dem 19. Jahrhundert integrieren, der parallel zur Havel den Schiffsverkehr nach Zehdenick zu den zahlreichen Ziegeleien dort bewerkstelligte und früher auch als Speisekanal für die Pegelhaltung des Finowkanals agierte.
Diese erste Etappe zwischen Eberswalde und Liepe kannte ich bereits sehr gut am Anfang und am Ende, nur der Mittelteil zwischen der Schleuse Ragöse und der Stecher-Schleuse rund um die Försterei Kahlenberg war für mich komplett neu. Hier versuchte ich auch, ‘experimentell’ näher an den Kanal heranzukommen als auf dem Radweg möglich, aber zwei Versuche scheiterten an der dichten Vegetation und dem sumpfigen Gelände. Sehr schön war auf jeden Fall der naturbelassene Deichabschnitt am westlichen Ende von Niederfinow, bei dem man deutlich sieht, wie hoch auch der alte Kanal bereits im Trog über das bestehende Geländeniveau geführt werden musste.
Insgesamt eine hervorragende Wanderstrecke, auch wenn sie zum großen Teil alternativlos auf dem oft schmalen und asphaltierten Radweg verläuft. Hier hängt die Genussqualität unbedingt davon ab, wie viel Radler unterwegs sind, diesmal war es für mein Empfinden sehr entspannt.
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Etappe startet am Bahnhof in Eberswalde, über die Bahnbrücke und die Heegermühler Straße geht es zunächst zum kleinen Westendpark und durch diesen hinab zur Schleuse Kupferhammer. Dem asphaltierten Treidelweg wird gefolgt direkt neben dem Finowkanal östlich im Stadtgebiet zur Stadtschleuse und weiter zur Städtischen Badeanstalt am Siedlungsrand. Nun wird die Umgebung sumpfiger und das schmale Asphaltband führt leicht kurvig am hier etwas natürlicher wirkenden Wasserlauf entlang zur Schleuse Ragöse, wobei am Ende ein kurzes Stück des Naturdeichs genutzt werden kann.
Nach einem weiteren Abschnitt nahe am Kanal entfernt sich der Weg im Bereich der Försterei Kahlenberg einige hundert Meter vom Wasser, durch dichten Wald und später durch die offene Wiesenlandschaft geht es auf dem Feldweg parallel zum Radweg bis zum Siedlungsbeginn von Niederfinow. Hier ergibt sich erneut der Zugang zum Finowkanal, dem anschließend knapp einen weit bis zur Stecher-Schleuse naturbelassen auf dem Deich gefolgt werden kann. Ohne weiteren Wasserzugang führt der Weg durch das langgestreckte Dorf und der Kanal wird auf der Zugbrücke überquert.
Auf der anderen Seite ergibt sich ein gut zweieinhalb Kilometer langer Naturdeichabschnitt bis hin zur Lieper Schleuse mit der heutigen Mündung des Finowkanals in das Oderberger Gewässer. Entlang des alten Verlaufs geht es weiter umgeben von dichter Vegetation, an der ursprünglichen Mündung entlang, bis zur Lieper Brücke, über die das Oderberger Gewässer überquert wird. Über die Straße führt der Weg hinauf ins Dorf und über die Fischerstraße und die Ernst-Thälmann-Straße wird das Ziel der Etappe an der Bushaltestelle ‘Poststraße’ in Liepe erreicht.
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