… am heu­ti­gen Mor­gen wurde der Mar­got-Fried­län­der-Platz vor dem Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus fei­er­lich ein­ge­weiht, knapp ein Jahr nach dem Tod der Holo­caust-Über­le­ben­den. Den letz­ten Abschnitt ihres Lebens nach der Rück­kehr nach Ber­lin hatte sie damit ver­bracht, uner­müd­lich Auf­klä­rungs­ar­beit zu leis­ten zu dem düs­ters­ten Kapi­tel Deutsch­lands begin­nend vor knapp hun­dert Jah­ren, eng und tra­gisch ver­knüpft mit ihrer eige­nen jüdi­schen Biografie.

Für mich war sofort klar, dass ich mir den Nach­mit­tag für eine beson­dere Wan­der­tour auf ihren Spu­ren frei­ma­chen würde. Fol­gende mit Mar­got Fried­län­der ver­bun­dene Orte habe ich integriert:
— ihr Grab auf dem Jüdi­schen Fried­hof Weißensee
— den Stol­per­stein an ihrem Geburts­haus (als Mar­got Bend­heim) in der Ska­lit­zer Straße 32
— das Jüdi­sche Museum
— den Mar­got-Fried­län­der-Platz in der Niederkirchnerstraße
— das Holo­caust-Mahn­mal am Bran­den­bur­ger Tor

Der Jüdi­sche Fried­hof Wei­ßen­see (männ­li­che Besu­cher: Kopf­be­de­ckung tra­gen!) hat mich sehr beein­druckt, ich war bis­her nur mehr­fach auf dem Vor­platz gewe­sen. Das Areal wirkt sehr wald­ar­tig, ist teil­weise bereits stark über­wu­chert und die eng­ste­hen­den meist gro­ßen schwar­zen Grab­steine sor­gen für eine sehr beson­dere Atmosphäre.

Für mich eine nach­hal­tige Erfah­rung in der Form die­ser Wanderkombination!

Da ich nächste Woche wie­der ein Wan­der­in­ter­view mit Antenne Bran­den­burg habe, ging es mir auch darum, ‘mei­nen the­ma­ti­schen Wan­der­kom­pass neu zu jus­tie­ren’. Tou­ren wie diese hier erschei­nen mir unterm Strich vor Allem wich­tig für mich selbst und die ‘Meta­ebene’, von der ich gerne spre­che, wird auch zukünf­tig meine Wan­der­ak­ti­vi­tä­ten immer wie­der stark bestimmen.