… nach­dem Plan A (Zug­aus­fall) und Plan B (Wald­brand) für mich nicht funk­tio­nier­ten, kam diese dritte Wahl heute zum Ein­satz. Das Städt­chen Krem­men ist zwar von Ber­lin aus stünd­lich mit zwei Regio­nal­bahn­li­nien schnell und bequem erreich­bar, durch die ‘Insel­lage’ zwi­schen Auto­bah­nen, Gewäs­ser­läu­fen ohne Brü­cken und viel Sumpf rund­herum sind die Wan­der­mög­lich­kei­ten dage­gen sehr über­schau­bar. Bis­her hatte ich noch nie eine klei­nere Rund­tour in der Form absol­viert und so war die Stre­cken­idee schnell klar.

Dabei war mir bis­her nur der erste Teil der Route bis zum Hun­de­platz am Horst­gra­ben unbe­kannt und er war vor Ort auch ziem­lich unspek­ta­ku­lär, aber bes­tens wan­der­bar. Im Mit­tel­teil ver­suchte ich ‘expe­ri­men­tell’ (in der Auf­zeich­nung berei­nigt) schon west­lich der Sied­lung Ver­lo­ren­ort mehr­fach, direkt an den Rup­pi­ner Kanal her­an­zu­kom­men, was aber wegen der durch­ge­hen­den Vieh­wei­de­zäune nicht funk­tio­nierte. High­light der Tour blieb daher ganz klar der — lei­der viel zu kurze — Abschnitt des Natur­lehr­pfads spä­ter par­al­lel zum Rup­pi­ner Kanal bis hin zum Krem­me­ner See.

Hier gab es viel zu gucken … wobei wir beim selt­sa­men Titel wären: kürz­lich lief bei Net­flix die Serie ‘Kacken an der Havel’ an, teil­weise gedreht in Krem­men. Ich habe immer­hin tap­fer die erste Folge (mit eta­blier­ten Schau­spie­le­rin­nen wie Jör­dis Trie­bel und Vero­nica Fer­res besetzt) durch­ge­hal­ten, dann hatte ich genug vom äußerst selt­sa­men und fla­chen Humor. Die Kri­tik sagt ‘Das hält man nicht aus und kommt davon nicht los’, bei mir traf lei­der nur ers­te­res zu ;-)

Hier trotz­dem für alle Wage­mu­ti­gen der Trailer:

Wie dem auch sei, wer ein­fach nur eine solide kür­zere Wan­de­rung mit eini­ger­ma­ßen viel Abwechs­lung im gut erreich­ba­ren nord­west­li­chen Ber­li­ner Umland machen möchte inklu­sive Besuch des inter­es­san­ten Scheu­nen­vier­tels mit sei­nen Kunst­ate­liers oder einer Ein­kehr im tru­beli­gen Spar­gel­hof, ist hier sicher bes­tens bedient.

——————

Infos und Tourbeschreibung:

Dies ist eine Rund­tour, die am Bahn­hof in Krem­men beginnt und endet. Zunächst geht es auf der Ber­li­ner Chaus­see hinab zum Ora­ni­en­bur­ger Weg und auf des­sen ein­sa­mer Asphalt­piste in Rich­tung der Klär­an­lage. An der Abbie­gung der Straße führt der Weg wei­ter gera­de­aus, zuerst als Sand- und Schot­ter­piste im Wald, spä­ter als ruhi­ger Feld­weg am Wald­rand bis hin zum Hun­de­platz an der Brü­cke über den Horst­gra­ben. Nun ändert sich die Geh­rich­tung nach Nor­den und im Misch­wald führt der Weg natur­be­las­sen bis hin zum Wege­kreuz ‘Win­ter­stein’. Hier erfolgt der Abzweig nach Wes­ten im jetzt durch Kie­fern und dich­ten Blau­beer­bü­schen gepräg­ten Wald­stück bis hin zum geschot­ter­ten Ver­lo­ren­or­ter Weg.

Über die­sen geht es zur Sied­lung ‘Am Kanal’ und an der Brü­cke wird auf den Rup­pi­ner Kanal getrof­fen. Es folgt der schönste Abschnitt der Tour ent­lang des Kanals bis zu des­sen Mün­dung in den Krem­me­ner See, ent­we­der man ver­lässt die­sen dann süd­west­lich kurz vor dem Ende auf dem Natur­lehr­pfad oder etwas spä­ter (sehr mat­schig!), kurz danach wird das Wald- und See­gut ohne wei­te­ren Gewäs­ser­zu­gang pas­siert. Auf dem Beton­plat­ten­weg geht es auf der Straße ‘Zum See’ durch die Sumpf­land­schaft, spä­ter asphal­tiert nach Krem­men hinein.

Auf der Rup­pi­ner Straße wird die Alt­stadt mit Kir­che und Markt erreicht, über die Ber­li­ner Straße und den Kur­zen Damm führt der Weg dann zum Scheu­nen­vier­tel. An des­sen öst­li­chem Ende wird die Naue­ner Straße über­quert, auf dem Groß-Zie­the­ner Weg wird das Areal des Spar­gel­hofs erreicht und zur Ber­li­ner Chaus­see hin durch­quert. Am Hang hin­auf geht es abschlie­ßend wie­der zum Krem­me­ner Bahn­hof, an dem die Tour endet.