… nun war am heu­ti­gen Tag noch die WIRKLICH LETZTE Teil­stre­cke mei­nes Oder-Spree-Kanal-Wan­der­pro­jekts fäl­lig als zweite und finale Bonus­etappe. Natür­lich führte die ent­lang des his­to­ri­schen Fried­rich-Wil­helm-Kanals zwi­schen der Kai­ser­mühle bei Müll­rose und dem Bries­kower See an der Ein­mün­dung in die Oder. Bei dem Kanal han­delt sich um den Vor­läu­fer des Oder-Spree-Kanals, der bereits ab 1668 die Spree bei Neu­haus und die Oder bei Bries­kow ver­band. Ihm wurde spä­ter wäh­rend der auf­kom­men­den Indus­tria­li­sie­rung zum Ver­häng­nis, dass er ein­fach zu klein dimen­sio­niert war und zu viele Schleu­sen (anfangs 14 Stück bei 27 Kilo­me­tern Länge!) besaß. Ab 1891 ersetzte dann der deut­lich volu­mi­nö­sere Oder-Spree-Kanal mit ande­rem Ver­lauf ab der Kai­ser­mühle in Rich­tung Fürs­ten­berg / Eisen­hüt­ten­stadt die künst­li­che Wasserstraßenverbindung.

Hier einige inter­es­sante geschicht­li­che Infos im Detail: https://www.ortschronik-briesen-mark.de/Oder-Spree_Kanal/index.html

Heute ist der Fried­rich-Wil­helm-Kanal anders als der etwa zeit­gleich nörd­lich von Ber­lin ent­stan­dene Alte Finow­ka­nal nicht mehr funk­tio­nal, viele Schleu­sen sind zer­stört, andere wur­den zuge­schüt­tet oder las­sen sich nur noch erah­nen. So sind durch Auf­stau­un­gen einige idyl­li­sche Seen ent­stan­den, der ver­blei­bende Kanal­ver­lauf wirkt oft wie­der über­aus natür­lich im Rah­men der Möglichkeiten.

Lei­der gab es nur zu Beginn auf den wun­der­ba­ren Deich­we­gen und am Ende auf der beein­dru­cken­den Baum­al­lee des Kirch­steigs natur­be­las­se­nen Unter­grund für mich, ansons­ten nutzte ich den — sehr schö­nen — Radweg.

Obwohl ich die Stre­cke vor acht Jah­ren schon ein­mal gewan­dert war, ver­blüffte sie mich dies­mal über­aus posi­tiv beim eher acht­sa­men Abwan­dern bei früh­lings­haft-fri­schem Grün und viel Son­nen­schein. Es war für mich somit der per­fekte Schluss­punkt des Wan­der­pro­jekts und ich kann diese kür­zere Tour in der Form auch sepa­rat aus­drück­lich empfehlen.

Eine kleine Anmer­kung: Auch wenn in OSM der Zugang zum Natur­deich am Fischer­kiez in Bries­kow ver­meint­lich ‘pri­vat’ (ohne Bemer­kung) geflag­ged ist, ist die Situa­tion vor Ort in keins­ter Weise ersicht­lich. Es gibt sogar direkt am Wehr einen offi­zi­el­len Rast­platz und ich frage beim Tou­ris­mus­büro RGV Schlaube Oder­land e.V. im Nach­gang noch ein­mal nach, was denn nun Sache ist …

U‑P-D-A-T‑E: nach schnel­ler Rück­mel­dung vom RGV Schlaube Oder­land e.V. ist der schöne Natur­deich aus­drück­lich für Wan­de­rer begeh­bar, der pri­vat gekenn­zeich­nete Zugang im OSM-Kar­ten­ma­te­rial war ein Feh­ler und wurde von mir ent­fernt, sodass komoot in Kürze wie­der dar­über routet

Hier die finale Coll­ec­tion: https://www.komoot.com/de-de/collection/4241561

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Etappe beginnt am Bahn­hof ‘Kraft­werk Fin­ken­heerd’, über die Lin­den­straße geht es zunächst nach Bries­kow hin­ein, dann über die Feu­er­gasse hinab zum Bries­kower See. Der See­straße wird gefolgt zur Schleuse mit Blick über den See, danach führt der Weg in den Fischer­kiez und der Fried­rich-Wil­helm-Kanal wird auf dem Wehr über­quert. Es folgt der schönste Abschnitt der Tour auf dem natur­be­las­se­nen und von alten Bäu­men gesäum­ten Deich­weg über knapp zwei Kilo­me­ter bis zur Land­stra­ßen­que­rung. Hier wird auf die andere Ufer­seite gewech­selt und die Bahn­trasse sowie die Bun­des­straße unterquert.

Nach erneu­tem Ufer­wech­sel geht es in Wei­ßen­berg nahe am Kanal ent­lang auf dem Rad­weg, an der noch gut erhal­te­nen Schleuse mit 200-Jahre-Gedenk­stein erfolgt der nächste Sei­ten­wech­sel und der erste zum See auf­ge­staute Bereich an der Klix­mühle wird pas­siert. Wei­ter geht es über­wie­gend sied­lungs­frei am Gewäs­ser ent­lang zur ver­fal­le­nen Schleuse Ober-Lin­dow, wo sich erneut ein läng­li­cher See aus dem auf­ge­stau­ten Kanal gebil­det hat. Das Gewäs­ser wird all­mäh­lich wie­der schmä­ler, um dann erneut ab der Schleuse Wei­ßen­spring see­ar­ti­gen Cha­rak­ter auf­zu­wei­sen. Im wei­te­ren Ver­lauf wird die Umge­bung natür­li­cher und durch einen lan­gen ‘grü­nen Tun­nel’ führt der Rad­weg zur Schleuse Ham­mer­fort und spä­ter zur Schleuse Schlaubehammer.

Hier geht es auf dem Wie­sen­weg direkt an den bebau­ten Ufer­grund­stü­cken ent­lang bis zum Sied­lungs­ende, es schließt sich ein schma­ler, leicht wil­der Pfad an bis nach Kai­ser­mühl. Auch dort führt der Weg direkt zwi­schen den Gär­ten und Steg­an­la­gen hin­durch zur tol­len Holz­brü­cke, über die es letzt­ma­lig auf die andere Kanal­seite geht. Über die Forst­straße führt der Weg zur Frie­dens­ei­che, auf dem natur­be­las­se­nen Kirch­steig mit sei­ner beein­dru­cken­den Baum­al­lee geht es abschlie­ßend nach Müll­rose hin­ein, wo nach Pas­sie­ren des Bahn­über­gangs über die Forst­straße das Ziel am Bahn­hof Müll­rose erreicht wird.