Zwei ver­läss­li­che und gute Wan­der­füh­rer zum 66-Seen-Weg in Buch­form gibt es ja inzwi­schen schon sehr lange, natür­lich zunächst das Ori­gi­nal von mei­nem guten Wan­der­freund Man­fred Reschke, dem Schöp­fer der Route, höchst­per­sön­lich. Das Buch­pro­jekt aus dem Tre­scher Ver­lag wird von Andreas Stern­feldt seit eini­gen Jah­ren feder­füh­rend wei­ter­ge­pflegt und immer wie­der inhalt­lich, bild­lich und struk­tu­rell auf­ge­frischt. Par­al­lel dazu hat sich das noch etwas kom­pak­tere und knap­pere Nach­schla­ge­werk für unter­wegs aus der Hikeline-Reihe des Ester­bauer-Ver­lags etabliert.

Nun ist kürz­lich ein drit­tes Buch zur Doku­men­ta­tion und Beschrei­bung des 66-Seen-Wegs ver­öf­fent­licht wor­den. Span­nend ist in dem Fall, dass die erfah­rene Gra­fik­de­si­gne­rin Daniela Bialk den Weg gewan­dert ist, ihre Ein­drü­cke text­lich und foto­gra­fisch fest­ge­hal­ten hat und Lay­out und Form des Buches dabei offen­sicht­lich eine hohe Prio­ri­tät haben. Zu nen­nen sind hier die inter­es­san­ten Info­gra­fi­ken zu den Seen und Aus­sichts­tür­men ent­lang des Weges, die bewusst stark redu­zier­ten, sti­li­sier­ten Kar­ten sowie die spie­le­ri­sche Anord­nung von Titeln und Bildelementen.

Die ‘Du’-Leseransprache passt hier zur anvi­sier­ten Ziel­gruppe, die Etap­pen sind zwar eher knapp aber dafür leb­haft und per­sön­lich beschrie­ben. Natür­lich gibt es — wie heute Stan­dard — auch die Ver­lin­kun­gen zu den digi­ta­len Online-GPS-Dateien zur Pla­nung, hier in Form von groß abge­bil­de­ten QR-Codes.

Was das Buch aber deut­lich abhebt von den Mit­be­wer­bern sind ganz klar die fünf ‘Mittendrin’-Gespräche, die die Autorin mit Men­schen ent­lang des Weges geführt hat, sei es zu den Relik­ten der deutsch-deut­schen Tei­lung, zur gas­tro­no­mi­schen Exis­tenz­grün­dung im Ber­li­ner Umland, zum Kli­ma­wan­del und sei­nen Fol­gen oder ganz ein­fach zur intrin­si­schen Moti­va­tion, selbst den 66-Seen-Weg zu wandern.

So ergibt sich the­ma­tisch ein erfri­schen­der und moder­ner Mix über das Wan­dern hin­aus, von dem ich hoffe, dass er auch eine jün­gere Gene­ra­tion von akti­ven Natur­in­ter­es­sier­ten dazu ver­lei­tet, die weit gefasste Wan­der­runde um Ber­lin anzu­tes­ten und auf den Geschmack zu kommen. 

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