… am heutigen schon sehr frühlingshaften Tag mit flatternden Zitronenfaltern überall im Wald habe ich mir bereits die ersten Stiche des Jahres eingefangen. Die taten allerdings nicht weh, da es sich um die zahlreichen Tonstiche rund um das Städtchen Zehdenick an der Oberhavel handelte ;-)
Die eher stadtnahe Tour ohne den Fokus auf dem Ziegeleipark Mildenberg weiter nördlich hatte ich schon länger geplant, zuletzt war ich im Herbst 2025 in der Gegend gewesen. Diesmal ging es mir eher darum, die südliche und nördliche Schlaufe um das Zentrum herum möglichst attraktiv zu kombinieren. Das klappte auch wie ich finde ganz gut, den schönen aber doch sehr gleichförmigen Abschnitt des Voßkanals verließ ich, bevor er die Chance hatte, mich zu langweilen.
Insgesamt in der Form eine empfehlenswerte Tour und definitiv auch ein Kandidat für eine Gruppenwanderung in diesem Jahr. Nur zur Hochsaison der Radfahrer sollte sie nicht stattfinden, da man einige Kilometer auf dem dann immer gut besuchten Radfernweg Berlin-Kopenhagen unterwegs ist.
Obwohl ich die meisten Streckenteile bereits kannte, war der Naturdeich gleich zu Beginn eine tolle neue Überraschung für mich, außerdem der lange zusammenhängende (Kiefern-)Wald in der zweiten Hälfte.
Natürlich gibt es da auch noch die ‘Metaebene’ aus dem Titel: ein letztes(?) Mal die Anspielung auf das grandiose ‘Deutschboden’ von Moritz von Uslar, der vor gut 15 Jahren in seiner ‘teilnehmenden Beobachtung’ versuchte, die Befindlichkeiten in einer typischen ostdeutschen Kleinstadt sehr direkt und ungefiltert auf Augenhöhe einzufangen. Das ‘Dein Name’- Tattoo auf dem verlängerten Rücken als Partygag und ‘Geldeinnahmequelle’ für Wetten werde ich sicher nie mehr vergessen …
Hier das Video, in dem der Autor im Format ‘zehnSeiten’ eine Kostprobe selbst liest:
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Infos und Tourbeschreibung:
Dies ist eine Rundtour, die am Bahnhof in Zehdenich startet und endet. Zunächst geht es auf der Eisenbahnstraße zur Bahnhofstraße, dann auf den Klausdamm, der naturbelassen etwas erhöht durch die Sumpfwiesen mit ihren vielen Entwässerungsgräben im großen Bogen zurück zur Bahntrasse führt. Dem asphaltieren Schwarzen Weg wird parallel zu den Gleisen gefolgt bis zum Raminstich, dann geht es am Bahndamm entlang zur Havel und auf dem schönsten Abschnitt der Tour zwischen dem Fluss und dem Kinderstich auf dem Promenadenweg zwei Kilometer weit bis zur Marina.
Weiter führt der Weg an der Havel entlang durch die Stadt bis zum Abzweig der Schnellen Havel an der Freiarche, anschließend geht es auf den schmalen Radweg, der den Voßkanal begleitet. Nach gut vier Kilometern ist der Ort Zerwelin erreicht und an der Brücke wird der Kanal verlassen, die parallel fließende Schnelle Havel wird überquert und dem Feldweg gefolgt in den Wald hinein. Bei erster Gelegenheit wird zum Waldrand hin abgezweigt und dem Weg bis zur Kreuzung mit dem Neuholländer Weg gefolgt, dort wird gleich wieder abgebogen zum kleineren Kuhlmeier-Stich inmitten einer Freifläche.
Im Wald führt der Weg jetzt nördlich zum Siedlungsbeginn an der Parkstraße mit dem markanten Wasserturm, danach wird der alten schmalen Baumallee gefolgt im Hang des Stadtparks bis zu dessen Ende in der Nähe des Klosters. Über die Clara-Zetkin-Straße, die Rudolf-Breitscheid-Straße und den Steindammer Weg geht es durch die Wohngebiete zur Bahntrasse und an dieser entlang abschließend zurück zum Ausgangspunkt am Bahnhof Zehdenick.
Danke Frank für den wunderbar havelländischen Extrahaken nö des Bahnhofs — da hatten wir uns jüngst nicht lang getraut, jetzt wissen wir, dass es geht und dass es sich sehr lohnt! Na eben Meyers Große Viaklopädie, Band 26, Kap. 27.