Bei dem schma­len Hard­co­ver-Büch­lein mit sei­nen gut 60 Sei­ten aus dem Jahr 1992 hatte ich mich vom Titel in die Irre füh­ren las­sen und tat­säch­li­che Stre­cken für Wan­der­emp­feh­lun­gen darin erwar­tet. Beim ers­ten Durch­blät­tern wurde dann schnell klar, dass die ‘Wan­de­run­gen’ hier eher im Sinne Fon­ta­nes zu ver­ste­hen sind, es sich also um lockere Streif­züge durch das geo­lo­gi­sche Gebiet des Flä­mings handelt.

Beson­ders gefällt mir, dass in die­sem Werk auch Orte außer­halb des tou­ris­tisch sehr gut erschlos­se­nen Hohen Flä­mings Erwäh­nung fin­den. So erfah­ren Orte wie Niemegk, Dahme, Treu­en­briet­zen, Lucken­walde, Jüter­bog, Bad Bel­zig, Raben und Wie­sen­burg glei­cher­ma­ßen Auf­merk­sam­keit und wer­den jeweils mit Abbil­dun­gen bedacht, die gut den Zeit­geist kurz nach der Wende trans­por­tie­ren. Zu der all­ge­mei­nen Erklä­rung der land­schaft­li­chen Gege­ben­hei­ten mit ihren Find­lin­gen und den regi­ons­ty­pi­schen ‘Rum­meln’ gesel­len sich kurze Abhand­lun­gen zur His­to­rie wie im Falle der Befrei­ungs­kriege, die in der Ver­le­gung der säch­si­schen Grenze resul­tier­ten. Die Leser­schaft erfährt Details zur kul­tu­rel­len Blü­te­zeit von Schloss Wie­pers­dorf und der Ent­ste­hung der Bur­gen, ebenso wird auf skur­rile Beson­der­hei­ten wie den ‘Bier­krieg’ und die Ver­wen­dung der Klemm­ei­sen beim Backen eingegangen.

Auch wenn das Buch knapp aus­fällt und schnell gele­sen ist, so gefällt mir gerade ‘die Würze der Kürze’ in der Zusam­men­stel­lung, die per­fekt por­tio­nierte Anek­do­ten und ‘Infor­ma­ti­ons­häpp­chen’ fürs Unter­hal­ten der Gäste bei Wan­der­füh­run­gen in den jewei­li­gen Gegen­den hervorbringt.

‘Wan­de­run­gen durch den Flä­ming’ ist noch rela­tiv gut über die übli­chen Anti­qua­riate im Neu­zu­stand für klei­nes Geld erhältlich.