… ‘Wege­samm­ler’ Gre­gor Münch hatte mir kürz­lich eine Stre­cke rund um Klos­ter­felde per­sön­lich emp­foh­len, und da ich a) sowieso noch ‘eine Rech­nung offen hatte’ mit der Gegend und ich b) mal wie­der was zu den Vor­gän­gen ums Bogen­see­areal in der Pra­xis bemer­ken wollte, absol­vierte ich diese etwas volu­mi­nö­sere Runde öst­lich des Ortes basie­rend auf Gre­gors Planung.

Beson­ders gefie­len mir heute die wil­den pfad­ar­ti­gen Abschnitte aus Klos­ter­felde hin­aus und wie­der hin­ein, unter größt­mög­li­cher Umge­hung der Sied­lun­gen. Das Gebiet um den Lott­sche­see ent­täuschte lei­der wie immer, hier ist nur ein kur­zer Blick drin auf den See, der sich fast über­all hin­ter pri­va­ten Zugän­gen oder einem sehr brei­ten Schilf­gür­tel ver­steckt. Neu für mich war der gefäl­lige Zugang von Nor­den aus kom­mend zum Bogen­see, oft an Feld- und Wald­rän­dern entlang.

Zur Umge­hung des Gehöfts Neu­dorf ver­traute ich auf einen Feld­weg im Kar­ten­ma­te­rial par­al­lel dazu, lei­der war der Bauer beim Ein­ge­ben der GPS-Koor­di­na­ten fürs Pflü­gen aber wohl auf der Maus­taste aus­ge­rutscht und hatte den Weg zwi­schen den Fel­dern somit ausradiert.

Der Zugang zum Bogen­see im Laub­wald war wie gewohnt etwas ver­win­kelt und wild, aber gut begeh­bar und schön auf meist schma­len Pfa­den. Bereits bei mei­nem letz­ten Besuch in der Ecke (Grün­der-Grup­pen­wan­de­rung 2022) war das Areal aus Goeb­bels-Vil­la/­Wald­hof und FDJ-Hoch­schule offi­zi­ell nur noch für Befugte betret­bar, damals hatte ich aber vorab mit dem Haus­meis­ter ver­ein­bart, dass wir die kurze Runde dort dre­hen dür­fen und der Wach­schutz Bescheid weiß.

Heute blieb ich drau­ßen, hatte aber den eigen­sin­ni­gen Wan­der­kum­pel Egon Alter dabei, der kurz nach­schaute, ob Bau­sub­stanz und Zustand sich even­tu­ell offen­sicht­lich ver­schlech­tert haben. Auf sei­nen Fotos erkennt man, dass das Haupt­ge­bäude der FDJ-Hoch­schule und die Villa nun beschmiert sind und der Ver­fall und das Über­wu­chern durch die Vege­ta­tion schnell fort­schrei­ten. Egon fiel aber auf, dass über­all neue Dach- und Regen­rin­nen instal­liert wur­den, um wohl zumin­dest den Was­ser­ein­bruch bei Regen durch die Dächer zu verhindern.

Hin­ter­grund mei­nes Besuchs heute war vor allem die Kon­tro­verse, die sich vor kur­zem ergab: die Eigen­tü­me­rin BIM (GmbH des Lan­des Ber­lin) hatte zum ers­ten Mal ganz prag­ma­tisch öffent­lich geäu­ßert, das denk­mal­ge­schützte Gebäu­de­en­sem­ble even­tu­ell kom­plett abzu­rei­ßen wegen sehr hoher Instand­hal­tungs­kos­ten und eines feh­len­den Nach­nut­zungs­kon­zepts bzw. eines ideo­lo­gisch unbe­denk­li­chen Käu­fers. Nun inter­ve­nierte der Bund aber im Juli und will alles dafür tun, die Gebäude doch zu erhalten.

Ich denke, die Dis­kus­sion wird auch in den nächs­ten 25 Jah­ren noch nicht wirk­lich wei­ter­ge­führt sein …
Viel­leicht erle­digt sich die Sache aber auch von selbst wie beim Goeb­bels-Block­haus direkt am See: dort wurde nach dem ver­nich­ten­den Gebäu­de­brand vor eini­gen Jah­ren alles abge­ris­sen, pla­niert und wie­der begrünt und man erkennt nicht mehr, dass dort mal ein Haus stand.

Hier übri­gens alles zu der beweg­ten Geschichte des Are­als als ‘vir­tu­elle Bege­hung’: https://www.bogensee-geschichte.de/

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Infos und Tourbeschreibung:

Dies ist eine Rund­tour, die am Bahn­hof in Klos­ter­felde beginnt und endet. Zunächst wird der Pren­de­ner Straße gefolgt zum Orts­aus­gang, dann auf den Ruhls­dor­fer Weg abge­zweigt. Hin­ter dem letz­ten Haus wird in den pfad­ar­ti­gen Ein­stieg in den Wald abge­bo­gen, auf dem natur­na­hen Abschnitt geht es dann nörd­lich in Rich­tung des was­ser­ge­füll­ten Torf­stichs, auf den man über einen Abste­cher zum süd­li­chen Rand gut einen Blick wer­fen kann. Über die Wiese führt der Weg um das Gewäs­ser herum, danach auf der Piste durch die Dat­schen­sied­lung in Rich­tung des Lottschesees.

Auf dem Kas­ta­ni­en­weg geht es im Wald um das Ende des Sees herum, spä­ter öff­net sich die Land­schaft immer mehr, meist am Wald­rand ent­lang und auf san­di­gem Unter­grund führt der Weg zum schma­len Wisch­see, anschlie­ßend im gro­ßen Bogen auf Wie­sen­we­gen bis in die Nähe des Gehöfts Neu­dorf. Kurz vor­her wird jedoch abge­zweigt hin­auf am Acker­rand ent­lang und die­sem gefolgt bis zur Über­que­rung der Land­straße. Nun führt der Weg erneut durch einen Mix aus Auen­rän­dern und Kie­fern­wald süd­öst­lich zur alten Asphalt­piste, die­ser wird gefolgt tie­fer in den Wald hin­ein, der dort über­wie­gend aus Laub­bäu­men besteht.

Kurz vor Errei­chen der FDJ-Hoch­schule wird abge­bo­gen zu einem alten Bun­ker­areal, pfad­ar­tig führt der Weg durch die Hügel und zunächst etwas ent­fernt vom Bogen­see, zu des­sen Ufer es schließ­lich hinab geht. Nach dem direk­ten Pas­sie­ren des süd­li­chen Ufers wird dem Weg gefolgt zum geschichts­träch­ti­gen ‘Bogen­see­areal’, über den Platz der Freund­schaft führt der Weg zu dem klei­nen Wohn­ge­biet im Wes­ten und daran vorbei.

Der ehe­ma­lige Sport­platz sowie ein Klär­werk wer­den pas­siert, danach auf den brei­ten Schot­ter­weg in nörd­li­cher Rich­tung abge­zweigt. Die­sem wird nun knapp einen Kilo­me­ter weit gefolgt, bevor es west­lich auf dem schö­ne­ren Wald­pfad wei­ter­geht. Zwi­schen den Sied­lungs­ge­bie­ten hin­durch geht es im dich­ten Wald zu einer klei­nen Dat­schen­an­lage und daran vor­bei, dann ist der Zei­sig­weg erreicht. Der See­ger­straße wird gefolgt zur Pren­de­ner Straße, die Bahn­trasse wird über­quert und die Tour endet am Ausgangspunkt.