… nun hat heute endlich im zweiten Anlauf meine Vorwanderung für die geschlossene Gruppentour im Juli bei Bad Freienwalde geklappt, und das auch nur mit viel Glück wegen der aktuell instabilen Bahnverbindungen. Seit meinem letzten Versuch ist viel passiert: batteriebetriebene Züge fahren seit ein paar Tagen mehr oder weniger regelmäßig auf der Linie RB60 zwischen Eberswalde und Frankfurt, aber es gab auch am Wochenende den widerlichen Überfall auf ein Familien-Straßenfest der Vielfalt in Bad Freienwalde, was dem sehr schönen Ort deutschlandweit Negativschlagzeilen in den Medien einbrachte.
Die große Frage, die sich viele angesichts dieser Eskalation stellen: Driften nun Gegenden von Brandenburg wieder ab in die ‘Baseballschlägerjahre’? Diese Art von ’90s-Revival’ wäre fatal, natürlich auch für den Tourismus …
Im Prinzip reizen mich ja Kontroversen bei meinen Dokumentationen sehr, aber in dem Fall fällt es mir wirklich schwer, die Schönheit der Natur noch unbeeinflusst und vorurteilsfrei wahrzunehmen.
Zur Tour: da dies meine dritte Wanderung mit einer Gästegruppe zur Waldschenke am Baasee sein wird, ist mir wichtig, jedes Mal die Strecke leicht zu variieren. Insofern wählte ich gleich zu Beginn mal nicht die offene Hutelandschaft sondern das kleine Waldstück um Altranft herum sowie das Gegenstück zum Briefbotenweg auf der anderen Seite des gleichnamigen Grabens. Passte prima und gefiel mir gut!
Der weitere Abschnitt zum Baasee war ‘business as usual’, vom kleinen Zusatzschlenker um die Waldschenke im Hang rate ich aber klar ab: der Weg ist relativ zugewachsen und der Boden zeugte von vielen ganz frischen Wildschweinaktivitäten.
Auch der Rückweg nach Bad Freienwalde durchs Brunnental entsprach meiner üblichen Route, wobei ich diesmal rund um den Abstecher zu den Skisprungschanzen aber mir bisher unbekannte Waldpfade nutzte, die teilweise zum eher nicht mehr gepflegten ‘Moorbadwanderweg’ gehören. Begehen ließen sie sich trotzdem problemlos bis hin zum Schloss, somit habe ich nun eine weitere bestens funktionierende Variante im Repertoire.
Insgesamt eine schöne kürzere Baasee-Wanderung, die ich durchaus auch in der Form (ohne den Zusatzschlenker um die Waldschenke!) empfehlen kann.
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour beginnt am Bahnhof in Altranft, nach Überquerung der Bahntrasse wird kurz geradeaus der Schotterpiste gefolgt, dann rechts in den Wald abgezweigt. Durch das hübsche Waldstück geht es um die Siedlung herum zum Sonnenburger Weg, leicht versetzt wird in das breite Auental des Briefbotengrabens abgezweigt und diesem am Rand gefolgt bis zum erneuten Eintauchen in den Wald. Auf dem Briefbotenweg wird die Lindenhütte erreicht, kurz danach auf den Hauptmannsweg abgebogen, der hinauf zum Siebenhügelweg führt.
Über diesen geht es auf der markierten Wanderroute sehr schön südlich bis zur Waldschenke am Baasee. Nach dem optionalen Schlenker im Hang um die Hütte herum wird nun dem westlichen Ufer des Baasees gefolgt, wobei auch einige kurze Pfadabschnitte mit Blick über das Gewässer möglich sind. Der ‘Ilsentempel’ wird passiert, danach auf den vielleicht schönsten Streckenteil abgezweigt, der bis hin zur ‘Hütte am Teller’ führt.
Anschließend wird der leicht ‘rustikale’ Abschnitt über den Dämmchen-Weg hinab genutzt, es schließt sich der meist breite Brunnentalweg an bis fast zum Moorbadareal im Tal. Vorher wird jedoch der steile Pfad hinauf gewählt zu den Sportanlagen mit dem ikonischen Blick auf die Skisprungschanzen, später wird dem markierten ‘Moorbadwanderweg’ gefolgt über die Anhöhen zurück zum Kurpark im Tal.
Der Park wird am Papenteich vorbei durchquert und dem Fürstensteig gefolgt zur Sonnenburger Straße, über die es zum Fontaneplatz geht. Noch einmal führt der Weg steil hinauf am Hang über die Maltzanstraße, oberhalb der Wohngebiete geht es dann am Waldrand entlang hinüber zur Berliner Straße, mit tollem Blick zum Galgenberg mit seinem Aussichtsturm. Der Schlosspark wird durchquert, über die Georgenkirchstraße und die Königstraße geht es zum Marktplatz, abschließend hinab auf der Karl-Marx-Straße und der Bahnhofstraße zum Bahnhof Bad Freienwalde, an dem die Tour endet.
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