… bei eigentlich für mich noch recht akzeptablem Wanderwetter ging es heute mal wieder an die Havel, an der Nahtstelle zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt kurz vor der (ersten) Elbmündung.
Den naturnahen Abschnitt zwischen Havelberg und der Neuen Jäglitz am Rande des Naturschutzgebiets Stremel hatte ich damals bei meiner Havelwanderung mit Cornell ignoriert. Grund dafür war, dass ich vom Bauchgefühl her mit den typischen Sackgassen in Überschwemmungswiesen rechnete, die oft auch in die geschützten Kerngebiete hinein verlaufen. Hinzu kommt, dass speziell in Sachsen-Anhalt aus meiner Erfahrung häufig die Nutzung der naturbelassenen Hochwasserschutzdeiche auch für Fußgänger nicht erlaubt ist.
Umso mehr erfreute mich, dass die vorab geplante ‘Experimentalroute’ in der Praxis wunderbar funktionierte und deren Bewanderung keinerlei Beschränkungen und Verbote aushebelte. Zudem ist das wunderbar gelegene und gut per Bus erreichbare Städtchen Havelberg als Startpunkt immer wieder besuchenswert.
Obwohl ich die Strecke in der gewanderten Form sehr empfehlen kann, gab es dürrebedingt leider überhaupt kein Wasser im malerischen und üblicherweise sonst bis zu zwei Meter breiten Königsfließ im absolut schönsten Abschnitt der Tour. Natürlich war dadurch auch der Wasserfall, immerhin der höchste seiner Art in Norddeutschland, praktisch nicht existent. Insofern kann ich nur auf das Nachwandern möglichst zu einer anderen Jahreszeit mit deutlich mehr Niederschlägen verweisen, die Strecke lohnt sich definitiv!
Hier meine ähnliche Tour mit Bildern, die zeigen, wie Fließ und Wasser samt kühlem Nass am Ende des Winters aussehen: https://www.komoot.de/tour/318736280
Speziell auf der Rückfahrt war der Zug des RE2 (von der Ostsee kommend) bereits in Breddin total überfüllt, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte gegen 13:30 Uhr an einem Werktag. Zumindest ab Nauen konnte ich in die fast leere Regionalbahn in Richtung Berlin wechseln.
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour beginnt an der Bushaltestelle am Wasserturm in der Stadt Havelberg, zunächst führt der Weg zum Müllertor und über die Domherrnstraße zum Propsteiplatz und um den Dom herum. Mit tollem Ausblick über die Stadtinsel geht es auf dem Prälatenweg hinab zum Steintor, mit Blick auf den Stadtgraben dann in die Altstadt mit dem Markt und der Kirche St. Laurentius. Mit dem wunderbaren Blick auf den im Hang gelegenen Dom wird die Stadtinsel über den Stadtgraben wieder verlassen, nun geht es zwischen den Ufergrundstücken und der Havel entlang in östlicher Richtung bis zum Siedlungsende.
In einem kleinen Exkurs führt der Weg um die Aderlanke herum zu einer schönen Uferstelle an der Havel, anschließend wird dem Feldweg zwei Kilometer weit durch die Auen gefolgt bis zu einer kleinen Pumpstation. Diese muss wegen der Sperrung des direkten Übertritts umgangen werden, dazu wird bei der nächsten Möglichkeit der Deich überquert und dem Wiesenweg gefolgt, der später wieder auf den ursprünglichen Feldweg trifft.
Weitere zwei Kilometer führt der Weg durch die weite Wiesenlandschaft, bevor zum Betonplattenweg neuerer Bauart abgezweigt wird. Direkt danach wird in den Wald abgebogen und dem teils sandigen Forstweg gefolgt über knapp fünf Kilometer bis zur Landstraßenüberquerung bei Kümmernitz. Im Bogen geht es im Wald zur Kümmernitzer Mühle mit dem Wasserfall, hier wird nun dem wunderbaren schmalen Pfad in der Breddiner Schweiz neben dem Königsfließ gefolgt bis zu seinem Ende nahe der Obermühle.
Am Feldrand entlang führt der Weg in den Wald und weiter dem Fließ folgend bis zu einem Wehr, auf dem das Gewässer überquert wird. Über die Felder geht es nach Breddin hinein, über die Havelberger Straße wird nach Durchquerung des Ortes abschließend das Ziel am Bahnhof Breddin erreicht.
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