… es sollte eigentlich heute am Morgen mein entspannter kleiner Streckentest werden für eine Gruppenwanderung im März, aber wegen der akut gesperrten ehemaligen Autobahnbrücke am ursprünglichen Checkpoint Bravo (der Polizist meinte nur zu mir: een Baum is oben umjefalln, hamwa jrade abjesperrt, da könnwa se jetze nich rüberloofen lassen …) musste ich umdisponieren. Als dann auch noch starker Regen einsetzte, habe ich kurzerhand zum S‑Bahnhof Griebnitzsee hin die Tour abgebrochen.
Thematisch sollte es bei der Tour um Drehorte (hier: mal wieder die Netflix-Serie ‘Dark’) sowie die Relikte der deutsch-deutschen Teilung am West-Berliner Stadtrand gehen. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, bei der Gelegenheit endlich mal wieder eine etwas ausgedehntere Runde über den Südwestkirchhof Stahnsdorf zu drehen. Vor allem ging es mir nach meinem Haupt-Motto der letzten Zeit ‘Spur der Steine’ um das Grab von Manfred Krug, der ja mit seiner Biografie wie kaum ein anderer Künstler für die beiden Teile Deutschlands steht.
Die ‘Jonas-Bank’ musste ich mir erst einmal zurechtrücken, damit sie einigermaßen gerade stand. Auf dem Friedhof waren in jeder Ecke Motorsägen zu hören, nach dem Sturm war ganz offensichtlich auch dort eine Menge Aufräumarbeit nötig. Erstaunt hat mich in dem nordwestlichen Teil des Friedhofs, wie absolut chaotisch dort neue Urnengräber angelegt werden und wie viele wilde Pfade sich inzwischen ausgebildet haben.
Highlight der kleinen Tour waren für mich die im letzten Jahr zum 60jährigen Jubiläum des Mauerbaus aufgestellten großen Foto- und Infoschilder, die gemeinsam eine Art kleine Open-Air-Ausstellung ergeben: https://www.mauer-fotos.de/projekte/ausstellungen/grenzzone/
Bewusst habe ich heute zum ersten Mal wahrgenommen, dass die stählerne Brücke der Friedhofsbahn über den Teltowkanal entfernt ist. Anscheinend war ich seit gut drei Jahren dort nicht mehr unterwegs. Bereits in Kürze werde ich den zweiten Teil meiner geplanten Vorwanderung nachholen …
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour startet an der Bushaltestelle ‘Meisenweg’ am Rande des Südwestkirchhofs Stahnsdorf, über die Bahnhofstraße geht es zunächst zum Haupteingang des großen Friedhofs. Auf dem Hauptweg im Gelände führt der Weg zum Murnau-Grab, dann geht es auf einem Nebenweg zur Schneise mit dem ikonischen ‘Bank-Blick’ aus der Serie ‘Dark’ auf die Norwegische Kapelle.
Am Grab von Theodor Fontane Jr. vorbei geht es zur Kapelle, dann meist dem Hauptweg folgend am Zille-Grab vorbei zum nordwestlichen Zipfel des Areals, in dem sich das unscheinbare Urnengrab von Manfred Krug befindet. Zurück geht es am nördlichen Rand des Friedhofs mit den Mausoleen entlang und die Hydrophor-Anlage wird passiert auf dem Weg zurück zum Haupteingang. Nun führt der Weg parallel zum ehemaligen Trassenverlauf der Friedhofsbahn bis zum Ufer des Teltowkanals, dem auf dem Kanalauenweg gefolgt wird bis zur Siedlung Albrechts Teerofen.
Über die Straße am Kremnitzufer geht es am Kanal entlang bis nach Steinstücken, danach führt der Weg durch die sandige, renaturierte Brache des Todesstreifens bis zum Ausgang an der Stahnsdorfer Straße. Der Uni-Campus Griebnitzsee wird durchquert und die Tour endet am benachbarten S‑Bahnhof Griebnitzsee.
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