… das war’s nun schon mit dem Wan­der­weg ‘Rund um die Schorf­heide’, heute habe ich die letzte noch offene Etappe im eisi­gen Nebel absol­viert. Die Stre­cke führte mich von Nie­der­fi­now nach Ebers­walde, dabei bestand der mar­kierte Weg erneut aus den Ver­satz­stü­cken ande­rer loka­ler Wanderwege. 

Land­schaft­lich fand ich den Weg recht inter­es­sant, wäre ich nicht kürz­lich sowieso schon ähn­lich gewan­dert auf einer selbst zusam­men­ge­stell­ten Route so wäre ich heute noch posi­ti­ver über­rascht gewe­sen. High­light war sicher­lich wie­der der kurze ‘Auf­stieg’ nach Hohen­fi­now beglei­tet von einem Bach­lauf, auch der lange Misch­wald­ab­schnitt zwi­schen Tor­now und Süd­end auf teils nicht im Kar­ten­ma­te­rial ent­hal­te­nen Wegen gefiel mir gut.

Auch hier habe ich mich aber gefragt, ob es nicht bes­ser gewe­sen wäre, die Weiher­kette im Ebers­wal­der Forst hin­ein­zu­neh­men statt die Sied­lun­gen in Süd­end durch­que­ren zu müs­sen. Am Ende ergab sich aber doch ein ‘run­der’ Abschluss mit mei­nem hin­zu­ge­füg­ten Trei­del­pfad­ab­schnitt am Finowkanal.

Mein Gesamt­fa­zit zum Wan­der­weg ‘Rund um die Schorfheide’:

Ich hatte mich sehr über die­sen Weg gefreut, als ich am Herbst­an­fang zum ers­ten Mal davon hörte. Als ich den kon­kre­ten Stre­cken­ver­lauf als GPX-Datei bekam, rela­ti­vierte sich die Begeis­te­rung etwas, trotz­dem fasste ich den Ent­schluss, die Gesamt­stre­cke so schnell wie mög­lich in Angriff zu neh­men und mit kri­ti­schem Blick abzuwandern.

Sicher­lich sind in die­ser Stre­cke viele her­vor­ra­gende Abschnitte ent­hal­ten, die bereits bekannt und beliebt bei Wan­de­rern sind. Ich kann also auf jeden Fall die Emp­feh­lung geben, die Gesamt­stre­cke nach­zu­wan­dern. Auch ich habe dadurch wie­der einige neue Land­stri­che ken­nen­ge­lernt, spe­zi­ell um Brodowin. 

Was mich aller­dings sehr störte und was ich ja auch bereits in den Ein­zel­etap­pen wie­der­holt beschrie­ben habe ist die Tat­sa­che, dass der ’neue’ Wan­der­weg sich gefühlt zu über 95% aus bereits vor­han­de­nen mar­kier­ten ‘alten’ Wan­der­we­gen zusam­men­setzt. Hier hätte man aus mei­ner Sicht deut­lich mehr tun kön­nen, um wei­tere sehr schöne alter­na­tive Abschnitte in die Infra­struk­tur der bestehen­den offi­zi­el­len Wan­der­wege ein­zu­bin­den. Als vor­ran­gige Bei­spiels sei­nen hier die Aus­sichts­punkte bei Oder­berg, der Erleb­nis­ort Ihlow­berge sowie die Wege ent­lang von Schwärze und Non­nen­fließ in stär­ke­rer Aus­prä­gung genannt.

Auch hätte ich mir bei der Bezeich­nung ‘Rund um die Schorf­heide’ einen Wan­der­weg gewünscht, der tat­säch­lich die Schorf­heide umschließt und nicht nur ein klei­nes Stück davon behan­delt. Sicher­lich wäre eine deut­lich volu­mi­nö­sere Runde mög­lich gewe­sen, die über Lie­ben­walde, Zeh­de­nick und Fried­richs­walde die zusam­men­hän­gen­den Wald­ge­biete inklu­sive des Großdöll­ner See beinhal­tet hätte. Vor allem aber wun­dert mich, dass das eigent­li­che ‘Tor zur Schorf­heide’ Groß Schö­ne­beck über­haupt nicht von dem Wan­der­weg tan­giert wird.

Am Ende trotz mei­ner klei­nen Kri­tik­punkte vie­len Dank an die Initia­to­ren der WITO Ebers­walde und die vie­len Hel­fer, die die­sen Wan­der­weg auf die Beine gestellt haben! Er ist von Anfang bis Ende vor­züg­lich mar­kiert und mich freut es vor allem, dass die sehr abge­le­gene Gegend um Oder­berg dadurch etwas stär­ker in den Fokus der Wan­der­land­schaft rückt. Ich bin sehr gespannt dar­auf, wie der Weg ange­nom­men wird und drü­cke die Dau­men, dass er ein gro­ßer (tages-)touristischer Erfolg wird.

Meine Gesamt-Coll­ec­tion zum Wan­der­weg fin­det sich hier: https://www.komoot.de/collection/1059657/-rund-um-die-schorfheide

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Etappe star­tet an der Bus­hal­te­stelle ‘Dorf’ in Nie­der­fi­now, nach einem kur­zen Abste­cher zur schön im Hang gele­ge­nen Kir­che geht es auf der Zug­brü­cke über den Finow­ka­nal, am Bahn­hof vor­bei und auf dem Müh­len­weg in Rich­tung der Was­ser­mühle. Der Weg führt auf Beton­plat­ten berg­auf, beglei­tet von einem plät­schern­den klei­nen Bach bis zur Abzwei­gung zum Karls­werk, danach über eine lang­ge­zo­gene Wei­de­flä­che und durch ein Wäld­chen zum Guts­park Hohenfinow.

Die Gebäude des Guts­parks wer­den ent­lang der Tei­che umgan­gen, dann geht es über die Lin­den­al­lee zur Kir­che und um diese herum, der Ort wird anschlie­ßend über die Gers­dor­fer Straße in west­li­cher Rich­tung ver­las­sen. Etwa einen Kilo­me­ter weit führt der Weg geschützt von Hecken über die Fel­der, danach in den Wald hin­ein. Bei der ers­ten Mög­lich­keit wird abge­zweigt nach Nor­den und an einer alten LPG-Anlage vor­bei geht es auf dem Dan­nen­ber­ger Weg ins Dorf Tor­now hinein.

Nach einer klei­nen Runde durch den Ort wird die­ser am Zicken­berg ver­las­sen, einem nicht im Kar­ten­ma­te­rial ver­füg­ba­rer Weg wird mit eini­gen aben­teu­er­li­chen Rich­tungs­wech­seln im Wald zunächst gefolgt bis zum Orts­rand von Som­mer­felde, anschlie­ßend geht es um das Areal eines ehe­ma­li­gen Schieß­plat­zes herum zur Tram­per Chaus­see. Nach Über­que­rung der Land­straße wird im Wald auf die his­to­ri­sche Ber­nauer Heer­straße getrof­fen und die­ser gefolgt durch den abseits gele­ge­nen Ebers­wal­der Stadt­teil Süd­end, bevor zum Krie­ger­denk­mal Hel­den­hain abge­bo­gen wird.

Am Denk­mal vor­bei führt der Weg zum Sana­to­rium mit sei­nem Aus­sichts­punkt, dann über die Goe­the­treppe hinab ins Zen­trum. An der Maria-Mag­da­le­nen-Kir­che vor­bei geht es zum Markt und über die Boll­werk­straße zur Stadt­schleuse. Nach Über­que­rung des Finow­ka­nals wird nun dem asphal­tier­ten Trei­del­pfad zwei Kilo­me­ter weit ent­lang des Gewäs­sers gefolgt bis zur Schleuse Kup­fer­ham­mer, an der erneut der Kanal über­quert wird.

Durch den klei­nen West­end­park geht es zur Hee­ger­müh­ler Straße und an die­ser ent­lang zur Eisen­bahn­brü­cke, nach deren Unter­que­rung die Etappe am angren­zen­den Bahn­hof Ebers­walde endet.