… heu­te mal wie­der eine Etap­pe auf einem der Bran­den­bur­gi­schen Jakobs­we­ge, dies­mal als Stück des Pil­ger­wegs Ber­lin — Bad Wils­nack. Die­se Tour von Fla­tow nach Hen­nigs­dorf folg­te meist der his­to­ri­schen Alten Ham­bur­ger Post­stra­ße im Wald und stand somit ganz im Zei­chen der zahl­rei­chen Post­mei­len­stei­ne ent­lang des Weges.

Weit mehr als die Hälf­te der Stre­cke ver­lief durch den herr­li­chen Krä­mer Wald, meist auf gut begeh­ba­ren Schot­ter­we­gen. Zum ers­ten Mal hat­te ich heu­te bei den Bran­den­bur­gi­schen Jakobs­we­gen das Gefühl, auf einem ech­ten Wan­der­weg statt auf einem nüch­ter­nen und zweck­dien­li­chen Pil­ger­weg unter­wegs zu sein, und das ohne eige­ne ‘Opti­mie­run­gen’. Nur die etwas umständ­li­che Über­que­rung der A24 im gro­ßen Bogen am Anfang war nicht unbe­dingt ein Glanz­licht.

So weit, so gut, jetzt das gro­ße ABER: die Mar­kie­rung des Weges ist ein­fach ein schlech­ter Witz, ohne digi­ta­le Hilfs­mit­tel hät­te man kaum eine Chan­ce, der kor­rek­ten Rou­te zu fol­gen. Außer­dem bin ich heu­te an zwei Stel­len ille­ga­len Wegen gefolgt, für die es kei­ne offi­zi­el­len Alter­na­ti­ven gab:
1. Bei der Über­que­rung der A24 ist der Weg zur Brü­cke mit Hin­weis­schild gesperrt, der Zaun war dort aber nur ange­lehnt und der Aus­gang auf der ande­ren Sei­te kom­plett offen.
2. Die Bahn­über­füh­rung zwi­schen Böt­zow und Hen­nigs­dorf exis­tiert momen­tan nicht (Stand 06/2019), sie wird neu gebaut. Die Bau­stel­le drum­her­um lässt sich leicht durch­que­ren, die bei­den Bahn­glei­se müs­sen aber auf Sicht pas­siert wer­den.

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Infos und Tour­be­schrei­bung:

Die­se Etap­pe star­tet an der Bus­hal­te­stel­le in Fla­tow, nach einem kur­zen Abste­cher zur Kir­che wird das Dorf auf der Haupt­stra­ße, dann auf der Alten Post­stra­ße in süd­öst­li­cher Rich­tung ver­las­sen. Nach einem kur­zen Wald­ab­schnitt taucht der ers­te von zahl­rei­chen Post­mei­len­stei­nen auf, der Weg führt wei­ter auf einer alten Asphalt­stra­ße um einen Auto­bahn­zu­brin­ger her­um, danach wird auf dem Rad­weg die Brü­cke über die Auto­bahn A24 über­quert.

Nach weni­gen hun­dert Metern auf dem Rad­weg wird end­lich auf die his­to­ri­sche Alte Ham­bur­ger Post­stra­ße abge­bo­gen, die zumeist als gut begeh­ba­rer Schot­ter­weg durch den rie­si­gen und schö­nen Krä­mer Wald führt. Kur­ze Zeit spä­ter muss noch ein­mal in einem grö­ße­ren Umweg der Post­weg umgan­gen wer­den, um die fol­gen­de Auto­bahn A10 eben­falls über eine Brü­cke über­que­ren zu kön­nen. Danach wird wie­der auf den Post­weg ein­ge­schwenkt und die­sem etwa acht Kilo­me­ter weit ohne nen­nens­wer­te Unter­bre­chung durch das zusam­men­hän­gen­de Wald­ge­biet gefolgt.

Am Ende des Wal­des führt der Weg wei­ter über die Fel­der zu einem Gewer­be­ge­biet west­lich von Böt­zow, anschlie­ßend ent­lang der Dorfaue durch den Ort hin­durch. Das Dorf wird über die Schön­wal­der Stra­ße süd­lich ver­las­sen zur Bahn­tras­se hin, hier wird lei­der Stand 06/2019 die Bahn­über­füh­rung neu gebaut und die Schie­nen müs­sen auf eige­ne Gefahr auf Sicht über­quert wer­den. Danach geht es über die Fel­der und durch das Wald­stück rund um den Muhr­gra­ben bis zum Fried­hof Hen­nigs­dorf, abschlie­ßend durch die Sied­lung am Böt­zo­wer Weg, den Stadt­park und die Havel­pas­sa­ge zum Bahn­hof in Hen­nigs­dorf, an dem die­se Etap­pe endet.