… heute wieder eine erweitere Stadttour in Brandenburg, bei der ich versucht habe, die DDR-Musterstadt Eisenhüttenstadt und ihre Umgebung in eine längere Tour einzubinden, bei der sich eine gute Mischung aus Natur und Kultur ergibt.
Hat wieder bestens funktioniert, die komplett am Reißbrett erschaffene Arbeitersiedlung Eisenhüttenstadt mit ihren Bauten des Sozialistischen Klassizismus, großen Brachen, breiten Straßen und viel morbidem Verfall sollte nicht nur Tom Hanks anziehen, der auf Empfehlung schon zweimal dort war.
Die Umgebung der Stadt ist mit ihrer hügeligen Landschaft als Wanderziel eine absolute Empfehlung und das Kloster Neuzelle als Ziel sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Als Bonus gibt es in den Diehloer Bergen die einzige brandenburgische Skisprungschanze neben der in Bad Freienwalde.
Durch die mal wieder mangelhafte Informationspolitik der Deutschen Bahn habe ich heute genauso lange in Bussen und Bahnen gesessen wie ich auf der Strecke verbracht habe. Dazu kam noch die absurde Situation, dass nach einem kurzen starken Regenschauer in Cottbus alle Passagiere beim Umsteigen barfuss(!!!) durch mehrere riesige Pfützen einer Baustelle waten und durch die Unterführung des Bahnhofs zum wartenden RE sprinten mussten. Da sind dann aber wohl eher die unterbezahlten Subunternehmer der DB schuld, die Baustellen nicht witterungsgerecht absichern.
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour beginnt am Bahnhof in Eisenhüttenstadt, zunächst geht es über die Beeskower Straße, dann an Brachen und verfallenen Gewerbeanlagen in der Oderlandstraße entlang zur breiten Straße der Republik, auf der der Oder-Spree-Kanal überquert wird. Danach wird abgebogen durch ein kleines Wäldchen auf die ‘Insel’, die Karl-Marx-Straße wird überquert und ein Areal mit besonders repräsentativen Bauten des Sozialistischen Klassizismus rund um die Friedrich-Engels-Straße durchstreift.
Nach einem kurzen Abstecher zum Dokumentationszentrum ‘Alltagskultur der DDR’ geht es durch weite Brachflächen in südwestlicher Richtung zu einer ausgedehnten Kleingartenkolonie und durch sie hindurch hinauf in die Diehloer Berge, die mit einer Skiabfahrtsstrecke und einer kleinen Skisprungschanze überraschen. Die Siedlungen am Hang werden weiträumig umgangen auf einem leicht zugewachsenen Wiesenweg durch die Hügellandschaft, bergab geht es dann zum Neuzeller Landweg.
Der Schotterpiste wird knapp zwei Kilometer weit gefolgt an Agrarflächen vorbei, dann wird abgebogen auf einen sandigen Waldweg, der bis in den Ort Lawitz führt. Nach Durchquerung des Dorfes beginnt der schönste Abschnitt der Tour, der durch das Tal des Lawitzer Fließes führt. Das dazugehörige Gewässer gibt es nicht zu sehen, dafür sind das weite Auental und der Weg hindurch herrlich. Nach einem Waldabschnitt geht es bergauf und über die Felder im Bogen auf das Dorf Möbiskruge zu. Nach Durchquerung des Ortes mit schöner Feldsteinkirche auf einem Hügel führt der Weg zwei Kilometer geradeaus und sehr sandig über die Felder nach Kummro.
Auf der Straße wird Kummro durchquert, dann folgt noch einmal ein schöner Hügel-Abschnitt über die Felder zum südlichen Rand von Neuzelle. Nach Durchquerung der Siedlung auf dem Mühlenweg wird die Chausseestraße überquert und der Fasanenwald betreten, im großen Bogen wird dem Hauptweg entlang der Bahnstrecke gefolgt bis zum Areal des Klosters Neuzelle. Das gesamte Gelände, die historischen Bauten und der Klosterpark sind sehr interessant und bemerkenswert. Nach einer kleineren oder größeren Erkundungsrunde geht es am Klosterteich vorbei abschließend über die Bahnhofstraße zum Bahnhof Neuzelle, an dem diese Tour endet.
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