… end­lich geht es wei­ter bei mei­nem ‘Kanal-Wan­der­pro­jekt 2026’, heute war die dritte Etappe des Oder-Spree-Kanals dran, nach gan­zen drei Mona­ten Pause. Wie Didi in sei­nem ‘Doktor-Schiwago’-Sketch hatte ich lange ver­sucht, den Mit­tel­teil best­mög­lich zu fin­den, der funk­tio­niert in der sehr abge­le­ge­nen Region aber nur, wenn der ÖPNV per Bahn rund­läuft und dann auch aus­schließ­lich an Schultagen.

So gebe ich nach dem Motto ‘Alles hat ein Ende, nur der Kanal hat zwei’ nun erst ein­mal dem öst­li­chen Ter­mi­nus den Vorzug …

Den dies­mal gewan­der­ten Abschnitt kannte ich noch gar nicht und ich hielt ihn absicht­lich kurz, um gege­be­nen­falls expe­ri­men­tie­ren und Vari­an­ten aus­pro­bie­ren zu kön­nen. Das war aller­dings gar nicht nötig, der Weg ließ sich (noch) bes­tens bege­hen auf gan­zer Länge, das kann sich mit Ein­set­zen der früh­som­mer­lich-sprung­haf­ten Ufer­ve­ge­ta­tion aber schon wie­der kom­plett ändern. So war ich viel­fach auf beque­men Natur­dei­chen unter­wegs, nur manch­mal wurde es leicht holp­rig und an zwei Stel­len musste ich schmale Tram­pel­pfade nahe am Gewäs­ser nutzen. 

Vor Rau­ten­kranz ist gerade ein moder­ner neuer Deich ent­stan­den, der sicher noch aus­ge­dehnt wird. In den älte­ren Teil­stü­cken erkennt man deut­lich Aus­höh­lun­gen und manch­mal auch bereits ‘kol­la­bierte’ Berei­che, was bei einem Ver­lauf des Kanals teil­weise 7–8 Meter über dem Gelän­de­ni­veau schon ein mul­mi­ges Gefühl beim Anblick hervorruft. 

Trotz der Ein­tö­nig­keit über weite Stre­cken fand ich die Etappe durch­aus attrak­tiv und inter­es­sant, in Müll­rose gab es ein groß­an­ge­leg­tes Kinder-‘Kaderangeln’ und spä­ter kreis­ten oft län­gere Zeit Milane über mir.

Jetzt wie so oft der große Haken: die Bahn­brü­cke direkt nach dem Start wurde mir als begeh­bar ange­zeigt und komoot/OSM rou­tet auch dar­über. In der Rea­li­tät ist eigent­lich das Benut­zen nicht gestat­tet, stark aus­ge­tre­tene Tram­pel­pfade zeu­gen jedoch davon, dass das Ver­bot nicht wirk­lich Beach­tung fin­det. Bitte also mög­lichst so nicht nach­ma­chen, son­dern alter­na­tiv die Straße nach Kai­ser­mühl nehmen.

Hier jetzt auch die Coll­ec­tion zum aktu­ell zur Hälfte absol­vier­ten Pro­jekt: https://www.komoot.com/de-de/collection/4241561/

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Etappe beginnt am Bahn­hof in Müll­rose, über die Straße ‘Ernst­win­kel’ geht es zunächst zum Oder-Spree-Kanal und über die Bahn­brü­cke (Vor­sicht!!!) auf die andere Seite. Nun wird dem leicht ver­wil­der­ten Trei­del­pfad gefolgt in öst­li­cher Rich­tung zur Sied­lung Kai­ser­mühl, wo erneut die Ufer­seite gewech­selt wird über die schöne Rad­fah­rer- und Fuß­gän­ger­brü­cke. Ab hier führt der Weg über sie­ben­ein­halb Kilo­me­ter prin­zi­pi­ell immer nahe am Kanal ent­lang, meist auf der Deich­krone, die kom­plett natur­be­las­sen ist, oder auf einem Schot­ter- bzw. Feld­weg darauf.

Vor dem Ort Rau­ten­kranz wird der kleine Hafen im Wald umgan­gen, nach dem Pas­sie­ren der Sied­lung gibt es wie­der drei Kilo­me­ter weit den Natur­deich, gefolgt von einem leicht ver­wil­der­ten Pfad bis zur Brü­cke der Oder-Lau­sitz-Bun­des­straße. Der letzte Abschnitt des Weges führt durch den Wald hin­ter dem wall­ar­ti­gen, nicht begeh­ba­ren Deich zu den Wohn­ge­bäu­den in der Straße ‘Am Kanal’. Das Gewäs­ser wird auf der Land­stra­ßen­brü­cke ein letz­tes Mal über­quert, nach der Über­que­rung der Bahn­tras­sen geht es über die alte Treppe hinab und um ein ver­las­se­nes Gehöft herum zum Bahn­hof Zil­ten­dorf, an dem die Etappe endet.