… wie schon häu­fi­ger in der Ver­gan­gen­heit stelle ich auch in die­sem Monat einen der älte­ren Wan­der- und Natur­füh­rer aus dem Kla­Ras-Ver­lag vor, die auch nach über 25 Jah­ren seit der Ver­öf­fent­li­chung durch die the­ma­ti­sche Spe­zia­li­sie­rung und große Detail­tiefe noch ihre Daseins­be­rech­ti­gung besit­zen. In dem Buch von 1999 geht es um den Unter- und den Ober­spree­wald, wie immer in der Reihe glie­dert sich das Ange­bot in Vor­schläge zu mög­lichst natur­be­las­se­nen Fuß- und Rad­wan­de­run­gen sowie kür­ze­ren, eher sied­lungs­na­hen Spaziergängen.

Im Fall die­ses Werks fällt das typi­sche A‑Z-Wör­ter­buch im ers­ten Teil beson­ders umfang­reich aus und nimmt mehr als ein Drit­tel des Inhalts ein. Darin wer­den alle erdenk­li­chen Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu (kultur-)historischen und geo­lo­gi­schen Gege­ben­hei­ten sowie zu regi­ons­ty­pi­scher Flora und Fauna dargebracht.

Die karg bebil­der­ten Beschrei­bun­gen der Tou­ren erschei­nen text­lich umso aus­führ­li­cher und lesen sich flüs­sig, die pas­sen­den gro­ben Weg­skiz­zen dazu sind als lose Kar­ten­samm­lung im Schutz­um­schlag inte­griert. Lei­der gibt es natür­lich alters­be­dingt keine beglei­ten­den GPX-Tracks zum Down­load, die meis­ten Rou­ten­füh­run­gen soll­ten sich aber anhand der fest­ge­hal­te­nen Aus­füh­run­gen auch heute noch rela­tiv genau nach­voll­zie­hen und in die digi­tale Welt zur Navi­ga­tion über­tra­gen lassen.

Von den 21 Tour­emp­feh­lun­gen ent­fal­len nur ganze 8 Stück auf regu­läre Wan­de­run­gen, diese decken jedoch ein erstaun­lich brei­tes Spek­trum ab. Zwar wer­den einige Pre­mium-Natur­ab­schnitte (Barz­lin, Weg vom Schloss­park nach Wot­schofska) nur für Rad­fah­rer und Spa­zier­gän­ger abge­han­delt, dafür fin­den neben den typi­schen tou­ris­ti­schen Stre­cken rund um Lüb­benau und Lüb­ben auch wel­che im Raum Rad­dusch und Burg Beachtung.

Spe­zi­ell die Gegen­den des Kern­spree­walds wer­den haupt­säch­lich erkun­det, wobei auch der öst­li­che Rand zwi­schen Straupitz und Byh­leg­uhre berück­sich­tigt wird, etwa im Bereich der uralten Byttna-Eichen. Im Wes­ten wird ein Wan­der­weg um die Köthe­ner Hei­de­seen beschrie­ben mit Auf­stieg zum Wehla­berg, des­sen Gip­fel zur Zeit des Ver­fas­sens aller­dings noch nicht mit dem viel­leicht beein­dru­ckends­ten Aus­sichts­turm­blick in Bran­den­burg auf­war­ten konnte. Auch einige Klas­si­ker im Unter­spree­wald zwi­schen Groß Was­ser­burg / Leibsch und Lüb­benau feh­len selbst­ver­ständ­lich nicht in der Liste der Emp­feh­lun­gen. Die eher urba­nen Streif­züge schlie­ßen eben­falls Cott­bus und Peitz mit ein.

Leicht ent­täuscht hat mich nur das Feh­ler des wun­der­ba­ren Fon­ta­ne­wegs am Nord­fließ ent­lang zwi­schen dem Nord­um­flu­ter und dem Wald­ho­tel Eiche, der vom Dich­ter tat­säch­lich began­gen und für eine Rast am Was­ser­lauf genutzt wurde. Auch wenn das the­ma­tisch sehr ähn­lich gela­gerte Buch ‘Spree­wald’ aus dem Tre­scher Ver­lag deut­lich volu­mi­nö­ser, viel­schich­ti­ger und moder­ner aus­fällt, so ergän­zen sich doch beide gut als Nach­schla­ge­werke und Ideen­quel­len. Inso­fern gehört für mich auch die­ses Buch des Kla­Ras-Ver­lags in jede ergie­bige Samm­lung von Brandenburg-Wanderführern.

Der Kla­Ras-Ver­lag hat offen­bar lei­der seine Tätig­keit zum Beginn des Jah­res 2026 ein­ge­stellt, die ver­blie­be­nen Exem­plare die­ses Buches sind aber noch für 5 Euro bei den Urhe­bern sowie in gut­sor­tier­ten Anti­qua­ria­ten erhältlich.

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