… vorgestern hatte ich eher zufällig nach dem Lesen des neuen Buches ‘Von See zu See’ (meine Rezension dazu Ende April im Blog/Newsletter) bemerkt, dass bereits der 66-Seen-Weg touristisch neu in nun 21 Etappen (statt vorher 17/18) gegliedert wurde. Das allgemeine Konzept ‘Tourismus 4.0’ ist ja seit einiger Zeit in aller Munde, nun hat Reiseland Brandenburg zusammen mit dem Netzwerk Natur-Aktiv und den beteiligten Landkreisen rund um Berlin den beliebtesten Fernwanderweg Brandenburgs ‘weiter profiliert und zukunftsfähig aufgestellt’ zum 25-jährigen Jubiläum.
Tatsächlich gibt es jetzt also 21 offizielle Etappen, wobei dankenswerterweise der optionale ‘Exkurs’ nach Falkenberg nun fester Kernbestandteil geworden ist. Sehr merkwürdig allerdings die ‘Kurzetappen’ — wie exemplarisch von mir heute gewandert — von deutlich weniger als 20 Kilometern Länge. Fakt ist nun mal, dass die ‘dicken Brocken’ im späteren Verlauf südlich von Berlin mit über 30 Kilometern Länge nicht problemlos per ÖPNV teilbar sind, es sei denn mit einer Übernachtung unterwegs. Im Prinzip orientieren sich die ’neuen’ Etappen eng an denen aus dem Hikeline-Wanderführer (bis auf eine Ausnahme), die sehr gut ausgearbeitete und immer noch bestens nutzbare Originalvorlage von Manfred Reschke für ambitioniertere Wanderer tritt mehr in den Hintergrund, bleibt allerdings weiterhin mein Favorit.
Ein paar kleine Optimierungen der Routenführung wurden vorgenommen, hervorheben möchte ich die gute Umgehung der Neubaugebiete in Fürstenwalde auf dem Weg in die Rauener Berge sowie im späteren Verlauf der Verzicht auf den Radweg neben der Landstraße nach Bad Saarow. Zahlreiche Chancen wurden aber aus meiner Sicht vertan, um die etwa 425 Kilometer lange Strecke wirklich ‘runder’, sicherer und attraktiver zu gestalten. Ich hoffe nun, dass weiterhin von Seiten der Urheber langfristig aktiv Werbung für den Wanderweg gemacht wird und das nicht schon das Ende der Bemühungen war …
Auch hier übrigens wieder mein dringender Appell bezüglich der Wegführung: ‘OSM first!’ Was interessieren mich die Pinseleien an den Bäumen, wenn die digitale Navigation wegen veraltetem Kartenmaterial nicht auf dem neusten Stand ist? Beispiel: Ich habe nach der heutigen Kurztour im Bereich des Neubaus der S‑Bahnunterführung an der Jägerstraße die Sperrung für Fußgänger an der Baustelle in OSM entfernt, da diese inzwischen nicht mehr gilt.
Ach so, zur Tour selbst: sehr schön war’s und ich habe die Sonnenstunden am Vormittag perfekt genutzt. Der Straussee ist immer — egal bei welchem Wasserstand — sehenswert, am ‘Problemfall’ Herrensee war ich aber länger nicht mehr gewesen. Der zeigte sich allerdings deutlich gesunder, als ich ihn in Erinnerung hatte. Auch wenn der nördliche Erlenbruchwald kaum noch viel Bodenfeuchtigkeit aufweist, so waren im südlichen Bereich die Moorwiesen stark überschwemmt und boten einen beeindruckenden Anblick.
Hier alle Infos zum ‘touristischen Relaunch’ des 66-Seen-Wegs: https://tourismusnetzwerk-brandenburg.de/themen/tourismusarten/wandertourismus/66-seen-wanderweg-im-grossen-bogen-rund-um-berlin
Und hier die neue Microsite mit allen Etappen und auch mit einem Link zu unserer Staffelwanderung von 2025: https://www.reiseland-brandenburg.de/aktivitaeten-erlebnisse/aktiv-natur/wandern/66-seen-wanderweg/
Hinterlasse einen Kommentar