… ges­tern hatte ich beim Stre­cken­pla­nen end­lich eine brauch­bare län­gere Route nörd­lich um die Stadt Bran­den­burg an der Havel gefun­den, die ich für erkun­dens­wert hielt. Schon mehr­fach war mein Ver­such geschei­tert, den wirk­lich schö­nen Ufer­weg am Gör­den­see und am Boh­nen­län­der See ent­lang in eine erwei­terte Natur­runde zu integrieren. 

Nach dem nord­öst­li­chen Ende des Boh­nen­län­der Sees schloss sich der ver­win­kelte Weg durch das ehe­ma­lige Mili­tärareal im Wald an, bei dem ich tat­säch­lich einige Anschluss­va­ri­an­ten mehr­fach über­prüfte, da das aktu­elle Kar­ten­ma­te­rial dort sehr unzu­ver­läs­sig ist. Um das Görn­sche Bruch herum im Anschluss wurde es dann lei­der ein ‘Blind­flug’ über Wie­sen und Äcker, weil die Wege in dem Gebiet nicht mehr exis­tie­ren oder — eher mein Ein­druck — bewusst ver­wil­dert und teil­weise unbe­geh­bar gemacht wur­den. Sehr schade, denn gerade diese Gewäs­ser mach­ten einen sehr natur­na­hen und idyl­li­schen Ein­druck auf mich.

Zumin­dest auf den Beetz­see hatte ich spä­ter an zwei Stel­len einen wun­der­ba­ren Aus­blick, was für Wan­de­rer in der Gegend nicht ein­fach ist. Nach dem Durch­que­ren einer selt­sam ‘ver­busch­ten’ lang­ge­zo­ge­nen Bra­che zwi­schen Brie­low Aus­bau und dem Bran­den­bur­ger Gewer­be­ge­biet Nord kürzte ich die eigent­lich als kom­plette Rund­tour geplante Stre­cke ab und wan­derte durch das erstaun­lich kahle und inzwi­schen bereits stark zurück­ge­baute Plat­ten­bau­vier­tel Hohen­stü­cken zur End­sta­tion der Straßenbahn.

Eigent­lich sollte es auch die Erkun­dung für eine kom­mende Grup­pen­wan­de­rung sein, die Idee gab ich aber unter­wegs bereits wie­der auf. Inter­es­sant war die Tour den­noch und erstaun­lich gut gefüllt mit diver­sen Seen und Tei­chen, zudem an Start und Ziel sehr gut erreich­bar mit den bei­den noch ver­blie­be­nen Stra­ßen­bahn­li­nien der Stadt.

Zum Titel: ich hoffe, nie­mand hat sich erschreckt durch das ent­lie­hene Wort­spiel aus dem Rai­nald-Grebe-Song und ange­nom­men, dass ich jetzt das Wan­dern im Bun­des­land Bran­den­burg aufgebe ;-)
Gemeint ist viel­mehr, dass ich nun kaum noch Poten­tial sehe, die Stadt Bran­den­burg an der Havel in wei­tere mir bis­her unbe­kannte Natur­stre­cken einzubinden.

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet an der Stra­ßen­bahn­hal­te­stelle ‘Gör­den Wald­café’, zunächst geht es auf dem Schot­ter­weg im Wald zur Anton-Saef­kow-Allee, dann par­al­lel zu die­ser auf einem schma­len Wald­pfad zum Park­platz am Gör­den­see. Dem öst­li­chen Ufer­weg wird nun gefolgt auf gan­zer Länge, vor­bei an den noch vor­han­de­nen Geschoss­fang­mau­ern und mit eini­gen Zugän­gen zum Gewäs­ser an den Bade­stel­len. Ent­lang des moo­ri­gen Endes des Sees wird die Bahn­trasse erreicht und über­quert, über ein kur­zes Ver­bin­dungs­stück im Bereich der Rathe­nower Land­straße ist danach gleich der Boh­nen­län­der See erreicht.

Die­ser wird eben­falls am öst­li­chen Ufer auf einem sehr schö­nen schma­len Pfad pas­siert, am Ende des Sees wird gleich öst­lich abge­zweigt (Weg nicht im Kar­ten­ma­te­rial!) und es geht nach Que­ren des nächs­ten Haupt­wegs mit eini­gen Rich­tungs­wech­seln auf teil­weise kaum genutz­ten, aber noch gut begeh­ba­ren Wegen durch das ehe­ma­lige Mili­tärareal bis zum Wald­rand. Hier wird in den Auen süd­lich abge­zweigt bis zu einem Hoch­sitz, durch die Wie­sen führt der Weg zum Görn­schen Bruch und süd­lich um die­ses herum, wobei an eini­gen Stel­len auf den direkt angren­zen­den Acker aus­ge­wi­chen wer­den muss.

Über den Kas­ta­ni­en­weg wird der Ort Brie­low erreicht und der Dorf­kern auf der Haupt­straße durch­quert. Über den Amsel­weg und den Pap­pel­weg geht es zum öst­li­chen Sied­lungs­rand, anschlie­ßend im Bogen um die gro­ßen Spar­gel­fel­der ein Stück am Beetz­see ent­lang bis hin zum Schlan­gen­gra­ben. Das Gelände des See­hofs wird durch­quert, über den Frei­heits­weg geht es zu den Brie­lower Löchern und wei­ter zur Chaus­see­straße im Neu­bau­ge­biet ‘Aus­bau’. Hier wird gleich wie­der abge­zweigt in die schmale Bra­che süd­lich der Sied­lung, auf schma­len Pfa­den führt der Weg dort um das umzäunte Areal der Druck­ma­schi­nen­fa­brik herum ins Gewer­be­ge­biet, das an der Müns­ter­schen Straße erreicht wird.

Über die Müns­ter­sche Straße und die Hei­del­ber­ger Straße geht es nach erneu­ter Über­que­rung der Rathe­nower Land­straße hin­ein ins Plat­ten­bau­vier­tel Hohen­stü­cken und durch die­ses hin­durch zur Stra­ßen­bahn­hal­te­stelle ‘Hohen­stü­cken Nord’, an der die Tour endet.