… jeden Monat ver­bringe ich einige Stun­den damit, neue und mög­lichst unmar­kierte Stre­cken­teile in Bran­den­burg zu pla­nen, die ich noch nicht kenne. Umso dank­ba­rer bin ich, wenn in Gebie­ten, die ich bereits für mich als ‘abge­grast’ ange­se­hen hatte, schöne Inspi­ra­tio­nen für neue Rou­ten­kom­bi­na­tio­nen bei komoot in mei­ner ‘Fol­lower-Bubble’ erschei­nen. So gesche­hen ges­tern mit der Stre­cke von Sieg­linde vom west­li­chen Rand des (Unter-)Spreewalds in eins der tou­ris­ti­schen Zen­tren, nach Lüb­ben. Vie­len Dank für die Idee zur Tour!

Den sehr gut stünd­lich per Regio­nal­ex­press erreich­ba­ren Wan­der­start­punkt Schön­walde hatte ich schon häu­fi­ger in Betracht gezo­gen, aber jedes Mal wie­der ver­wor­fen, warum auch immer. Dabei ent­puppte sich der erste Teil der Route bis zum Hart­manns­dor­fer Wehr, den ich gegen­über der Vor­lage noch etwas natur­be­las­se­ner aus­ge­dehnt hatte, als wirk­lich inter­es­sant und abwechs­lungs­reich. Fel­der, Sumpf­wie­sen, kleine Wald­ab­schnitte und zahl­rei­che Was­ser­grä­ben erga­ben einen tol­len Mix, an einer Stelle ver­lie­fen sogar drei grö­ßere Melio­ra­ti­ons­grä­ben par­al­lel nebeneinander.

Zwi­schen dem Hart­manns­dor­fer Wehr und Lüb­ben ist dann immer die große Frage: Fisch­tei­che oder Spree­damm? Dies­mal ent­schied ich mich wie­der für den äuße­ren Fluss­deich, der zwar seit eini­gen Jah­ren lei­der fein gekie­selt ist, aber trotz­dem die wei­te­ren Bli­cke zulässt als die Alter­na­tive mit den vie­len künst­li­chen Teich­ge­wäs­sern hin­ter hohen Schilf­gür­teln. Außer­dem ist so der Zugang zur Stadt deut­lich schö­ner via Leh­nigks­berg, gerade wenn man den Bahn­hof durch den Hain direkt ansteu­ern möchte wie ich heute.

Sehr span­nend fand ich dies­mal eine große Scho­nung mit­ten im Kie­fern­forst, in der für den Wald­um­bau der Zukunft neben der Trau­ben­ei­che eher unge­wöhn­li­che Gewächse wie die Baum­ha­sel, die Ori­ent­bu­che und die Edel­kas­ta­nie ange­pflanzt werden.

Für die Rück­fahrt erwischte ich den neuen ‘Gur­ken­ex­press’ (RE20), der zwi­schen Lüb­benau und dem Flug­ha­fen BER immer sehr leer ist und somit nun die ange­nehmste Ver­bin­dung aus der Gegend zurück ins Ber­li­ner Zen­trum darstellt. 

Ins­ge­samt eine abso­lut emp­feh­lens­werte Tour für die­je­ni­gen, die die bekann­te­ren Wan­der­wege im (Unter-)Spreewald zwi­schen Kraus­nick / Schlep­zig / Groß Was­ser­burg / Leibsch und Lüb­ben bereits kennen. 

Eben­falls ist die Stre­cke ein hei­ßer Kan­di­dat für eine mei­ner Grup­pen­wan­de­run­gen in den nächs­ten Monaten … 

Hier die gest­rige Auf­zeich­nung von Sieg­linde: https://www.komoot.com/de-de/tour/2825276528

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet am Bahn­hof in Schön­walde, nach Über­que­rung des Bahn­über­gangs wird nach kur­zem Abste­cher zum Bade­see der Land­straße zwei­hun­dert Meter weit gefolgt, dann öst­lich in den Kie­fern­forst abge­zweigt. Mit zwei Rich­tungs­wech­seln führt der Weg zum etwas wei­ter nörd­lich ver­lau­fen­den Bug­ker Gra­ben, an die­sem ent­lang geht es fünf­hun­dert Meter weit durch den Wald, bevor erneut mit zwei Rich­tungs­wech­seln auf den nörd­lich ver­lau­fen­den gekie­sel­ten Forst­weg gewech­selt wird. 

Auf die­sem führt der Weg im Bogen durch den Wald, an des­sen Aus­gang ist der Ver­lauf für ein kur­zes Stück leicht zuge­wach­sen, er lässt sich aber außen an der Feld­kante gut umge­hen. Nun geht es meist am Wald­rand ent­lang mit Blick in die Auen­land­schaft, dann am Busch­gra­ben ent­lang zum kreu­zen­den Rad­weg. Der Weg am Langf­or­gra­ben wird genutzt durch den Wald, bevor erneut dem Wald­rand gefolgt wird auf dem Wie­sen­weg zum brei­te­ren Kabel­gra­ben hin. Auf dem leicht erhöh­ten Natur­deich geht es dem Haupt­was­ser­lauf fol­gend danach gut zwei Kilo­me­ter weit sehr schön bis zum Hart­manns­dor­fer Wehr an der Spree.

Dem Fluss­lauf wird gefolgt mit wei­ten Aus­bli­cken von der gekie­sel­ten Deich­krone drei Kilo­me­ter weit nach Hart­manns­dorf, nun ist der Deich wie­der natur­be­las­sen und er ver­läuft in Spree­nähe rund um ein aus­ge­trock­ne­tes Fisch­teich­ge­biet herum. Nach dem Pas­sie­ren eini­ger alter Gebäude geht es auf dem ‘Schleich­weg’ pfad­ar­tig durch ein Feucht­ge­biet zur Sied­lung Leh­nigks­berg, anschlie­ßend auf dem asphal­tier­ten Weg an der Spree ent­lang zum Paul-Ger­hardt-Gym­na­sium an der Ber­li­ner Chaus­see in Lüb­ben. Nach Über­que­rung der Straße geht es durch den wald­ar­ti­gen Stadt­park ‘Hain’ an der Berste ent­lang, dann abschlie­ßend über die Frie­dens­straße und den Rudolf-Mar­loth-Weg zum Ziel der Tour am Bahn­hof in Lübben.