… bei eisiger, sonniger Kälte mit zunehmendem Wind habe ich heute eine weitere Schneewanderung im äußersten Berliner Speckgürtel absolviert. Dabei ging es mir in erster Linie um den ausgedehnten Wald der Stahnsdorfer Heide östlich von Friedersdorf im nordöstlichen Zipfel des Naturparks Dahme-Seenland. Nach längerer Planung hatte ich mich aufgrund der ‘Insellage’ des Gebiets dazu entschieden, die Strecke als Rundtour mit Beginn und Ende am Regionalbahnhof in Friedersdorf zu realisieren, östlicher Wendepunkt sollte der Stahnsdorfer See sein, den ich bisher ebenfalls noch nicht kannte.
In der Umsetzung klappte das alles prima bis auf ein paar kleine Korrekturen unterwegs, auch der Rückweg zum Ausgangspunkt überwiegend am Waldrand entlang auf einem nicht im Kartenmaterial enthaltenen Feldweg, den ich über die Satellitenbilder ‘erahnt’ hatte …
Das große Waldgebiet war dabei zwar von der Vegetation her eher unspektakulär und mit dem fast ausschließlichen Kiefernanteil vermeintlich langweilig, die Topographie des Geländes konnte mich aber durch die zahlreichen eiszeitlichen Dünen und Hügel sehr überraschen, sodass mir die Wegekombination deutlich besser gefiel als vorher angenommen. Auch der — leider viel zu kurze — Pfad am Seeufer machte Spaß, wenn auch das komplett zugefrorene Gewässer keine attraktiven Fotos zuließ.
Warum ‘Dünenjäger’? Ganz einfach: fast auf jeder der zahllosen kleinen Anhöhen steht am Wegesrand oder etwas tiefer im Wald ein Jagdhochsitz. Und die ‘Harvesterei’ habe ich lange nicht mehr so effektiv und produktiv gesehen wie hier, weshalb ich die Forstarbeiter dort ganz einfach zu den Königen ihrer Zunft erkläre :-)
Natürlich stand als Inspirationsquelle auch hier wieder ein sehenswerter Film gleichen Titels Pate, ‘Die Könige der Nutzholzgewinnung’ von 2006 mit dem unvergleichlichen Bjarne Mädel in einer frühen Hauptrolle seines Wirkens.
Unterm Strich meine dicke Empfehlung für die Rundtour, falls man einmal eine ‘exotische’ und einsame längere waldlastige und gut per Bahn erreichbare Wanderung im Dahme-Seenland in einem überraschend hügeligen Areal machen möchte.
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Infos und Tourbeschreibung:
Dies ist eine Rundtour, die am Bahnhof in Friedersdorf beginnt und endet. Zunächst geht es über die Bahnhofstraße und über ‘An der Storkower Straße‘ durch den südlichen Teil des Dorfes, dann wird abgezweigt nach Nordosten über die Felder in Richtung der Kläranlage. Nach Betreten des Waldes wird dem breiten Forstweg in östlicher Richtung eine Weile gefolgt, nach gut einem Kilometer wird abgezweigt und es geht über eine Kombination aus Nebenwegen im Zickzack grob nordöstlich im immer hügeliger werdenden Gelände bergauf. Am Umkehrpunkt kurz vor dem ehemaligen Kasernenareal führt der Weg südöstlich geradeaus auf große Ackerflächen zu, die Kreisstraße wird überquert und der Stahnsdorfer See erreicht.
An dessen Ufer entlang geht es pfadartig bis zur großen Badestelle im Ort Alt Stahnsdorf, hier wird abgezweigt ins Dorf hinein, das auf der Kurzen Straße, der Parkstraße und der Straße des Sports durchquert wird. Ab dem Siedlungsende wird prinzipiell immer dem Weg am Waldrand westlich gefolgt, der teilweise parallel zu einem Wassergraben erläuft und wobei es nur im Mittelteil einen weiteren Waldabschnitt im Kiefernforst gibt. Nach gut fünf Kilometern wird wieder auf die Route vom Hinweg getroffen und auf diesem in umgekehrter Richtung abschließend der Ausgangspunkt am Bahnhof Friedersdorf erreicht.
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