… am heu­ti­gen Tag wäre die große Hil­de­gard Knef 100 Jahre alt gewor­den. Grund genug für mich, zu die­sem beson­de­ren Tag eine Tour auf ihren Spu­ren durch (West-)Berlin zu absol­vie­ren. Die Aus­wahl der mit ihr ver­bun­de­nen Orte fiel mir nicht leicht, hatte sie doch über die Jahr­zehnte bestimmt ein Dut­zend Wohn­adres­sen in der Stadt gehabt, abge­se­hen von ihren län­ge­ren Lebens­ab­schnit­ten in Bay­ern und in den USA.

So blieb es bei der ‘kur­zen’ Stre­cke begin­nend an ihrem Grab, da ich rie­sige Men­schen­auf­läufe zu die­sem Tag erwar­tet hatte und früh dran sein wollte. In der Rea­li­tät war ich dage­gen um 10 Uhr fast alleine auf dem sehr gro­ßen, park­ähn­li­chen Areal des Wald­fried­hofs Zehlen­dorf. Nächs­ter Stopp danach im Kon­text der Tour war nach vie­len Kilo­me­tern ent­lang der Stamm­bahn­trasse sowie des Tel­tow­ka­nals, durch den Stadt­park Ste­glitz und über den Insu­la­ner der rela­tiv neue ‘Hil­de­gard-Knef-Platz’ vor dem Bahn­hof Süd­kreuz. Die Benen­nung wirkt dort fast wie eine Bestra­fung für sie als ‘Sün­de­rin’, ist der Platz doch nur ein kah­ler Bus­bahn­hof mit zahl­rei­chen Taxi­war­te­plät­zen und sonst nichts.

Vor­bei ging es dann inner­halb der ‘Roten Insel’ in der Leber­straße an zwei Häu­sern, in denen sie in den 1920er- und 1930er-Jah­ren mit ihrer Mut­ter direkt nach dem Umzug aus Ulm nach Ber­lin gelebt hatte. Hier befin­det sich an der Haus­num­mer 33 auch die offi­zi­elle Ber­li­ner Gedenk­ta­fel für sie.

Letz­ter Stopp mei­ner Knef-Tour war danach am ‘Bou­le­vard der Stars’ auf dem brei­ten Mit­tel­strei­fen der Pots­da­mer Straße an ihrem Stern. Irgend­wie gru­se­lig inzwi­schen diese ‘Ehren­al­lee’, schein­bar sehr zufäl­lig in der Aus­wahl der Stars, mitt­ler­weile sehr unge­pflegt und seit 2016 ist keine neue Per­son mehr dazugekommen.

Für mich war die Knef — unab­hän­gig von ihrem bekann­ten Rote-Rosen-Hit — vor allem eine äußerst kluge und tief­grün­dige Chan­son­nière, die sich deut­lich vom alber­nen und bana­len Schla­ger­zir­kus der 1960er- und 1970er-Jahre abhob. Wer weiß, wo sie ohne ihre schick­sals­hafte ‘Kar­riere-Ach­ter­bahn’ hätte lan­den kön­nen, wenn die Schau­spiel­l­auf­bahn in den USA gezün­det hätte …
Ich habe nicht zufäl­lig auch die Bil­der zum Geden­ken an Mar­lene Diet­rich in der Foto­stre­cke untergebracht.

Hier das Lied ‘So oder so ist das Leben’:

Und natür­lich neben der Emp­feh­lung zum tol­len Bio­pic ‘Hilde’ mit Heike Makat­sch in der Rolle der Knef auch der Hin­weis auf zwei aktu­elle gute Doku­men­ta­tio­nen zu ihr, die gerade bei ARD und ARTE in den Media­the­ken zu fin­den sind.