… als letzte Weih­nachts­tour hatte ich mir bei blei­er­ner Kälte und meist nur schwa­chem Son­nen­licht eine Stre­cke zusam­men­ge­stellt, bei der ich ein­mal den sehr gro­ßen Bas­dor­fer Wald in Ost-West-Rich­tung durch­que­ren wollte. Diese Gegend war für mich teil­weise noch unbe­kannt, da meine übli­chen Tou­ren in der Ecke eher in Nord-Süd-Rich­tung ver­lau­fen. Zufäl­li­ger­weise erwischte ich bei der Pla­nung fast genau den auch vor Ort mar­kier­ten Wan­der­weg ‘Bas­dorf Wald­heim — Lobe­tal’ (gel­ber Balken).

Wie bereits befürch­tet bestand die Route über­wie­gend aus brei­ten Forst­we­gen, an eini­gen Stel­len auch gerade durch Har­ves­ter frisch mal­trä­tiert. Im Mit­tel­teil gab es dann auch noch einen Abschnitt auf Kopf­stein­pflas­ter und — beson­ders unan­ge­nehm beim Wan­dern — eine neu ange­legte ‘Wald­au­to­bahn’ mit losem gro­bem Schot­ter. Rich­tig natur­be­las­sen waren viel­leicht zehn Pro­zent der Strecke …

Mein Fazit: als Mate­rial einer Trai­nings­ein­heit für die dyna­mi­sche Tem­po­kon­trolle unter­wegs taugte die Tour heute für mich, mehr war es aber lei­der nicht. Da gibt es deut­lich attrak­ti­vere Optio­nen wei­ter nörd­lich an den Seen ent­lang. Even­tu­ell kämen aber Lost-Place-Enthu­si­as­ten auf ihre Kos­ten, die sich die Reste der gro­ßen Fla-Rak-Mili­tär­an­lage der NVA an der Stre­cke näher anse­hen möchten. 

Wäh­rend der Wan­de­rung dachte ich inten­siv über den Aspekt Quan­ti­tät vs. Qua­li­tät der mar­kier­ten Wege in den bran­den­bur­gi­schen Natur­parks wie hier im Bar­nim nach. Im Rah­men der aktu­el­len Initia­tive ‘Tou­ris­mus 4.0’ wäre es sicher an der Zeit, ein­mal nach digi­ta­ler Erfas­sung des Wan­der­weg­in­ven­tars dies auch gründ­lich ‘aus­zu­mis­ten’. Aus mei­ner Sicht wird viel zu oft Jahr für Jahr ein­fach nur stur nach­mar­kiert, ohne den Sta­tus Quo der Wege als Gan­zes im Lauf der Zeit zu hin­ter­fra­gen. ‘Weni­ger ist mehr’ würde viel­leicht einige Tou­ris­mus­re­gio­nen bes­ser vor­an­brin­gen in Bezug auf die Bewer­bung ihrer Wanderangebote …

Nun zum Titel: der zweite Weih­nachts­fei­er­tag ist ja tra­di­tio­nell ‘Boxing Day’ in den Län­dern des Com­mon­wealth und so ergibt sich die Asso­zia­tion für mich zum tol­len gleich­na­mi­gen Song der von mir sehr geschätz­ten bri­ti­schen Shoe­gaze-Band The Workhouse:

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet an der Bus­hal­te­stelle an der Kir­che in Lobe­tal, hier geht es zunächst bei ers­ter Gele­gen­heit hinab zum Ufer des Meche­sees und ein kur­zes Stück am Ufer ent­lang. Zurück auf der Bodel­schwingh­straße wird die­ser gefolgt zum Sied­lungs­ende an der Klär­an­lage, auf der alten Teer­straße führt der Weg durch die Aue und hin­auf in den Wald. Nun geht es gut einen Kilo­me­ter weit auf dem Wald­weg im hüge­li­gen Ter­rain bis zur Förs­te­rei Wol­ters­dorf und ein kur­zes Stück süd­lich auf der Land­straße bis zum nächs­ten Abzweig in den Wald.

Die große ehe­ma­lige Mili­tär­an­lage wird pas­siert und knapp drei Kilo­me­ter weit dem meist breit aus­ge­bau­ten und teils mit Kopf­stein­pflas­ter aus­ge­stat­te­ten Forst­weg süd­west­lich gefolgt über die Auto­bahn hin­weg zur klei­nen Sied­lung Ang­lers­ruh an der Wand­lit­zer Chaus­see. Wei­ter geht es in ähn­li­cher Rich­tung, anfangs deut­lich natur­be­las­se­ner, spä­ter auf gro­bem Schot­ter im Misch­wald in Rich­tung der Schö­nower Heide. Kurz vor Errei­chen des nord­west­li­chen Zip­fels der Heide ändert sich die Geh­rich­tung, nun führt der Weg nord­öst­lich auf Wald­heim zu, dann aber im Bogen mit meh­re­ren ‘Schlen­kern’ um die im Wald gele­gene Sied­lung herum. Die Wald­heim­straße in Bas­dorf wird erreicht und ihr gefolgt zur Prenz­lauer Straße, über die Dimitroff­straße geht es abschlie­ßend zum Bas­dor­fer Bahn­hof, an dem die Tour endet.