… eine spon­tane Tour in der Erwar­tung des wit­te­rungs­tech­nisch schöns­ten Tages der Woche, jedoch hatte ich mich bei der Aus­wahl der Region beim ‘Wet­ter­po­ker’ kom­plett verzockt ;-)

Bei der Abfahrt und Ankunft in Ber­lin strahlte die Sonne, im Spree­wald dage­gen war eher ‘Saure-Gur­ken-Zeit’ ange­sagt bezüg­lich der Son­nen­ak­ti­vi­tät: die dunk­len Wol­ken hin­gen tief über der Region und kal­ter Dunst brei­tete sich lang­sam aus. Ange­sichts die­ser Tat­sa­che beschloss ich, statt der anvi­sier­ten gefäl­li­gen Route ab Lüb­benau lie­ber eine ‘Expe­ri­men­tal­stre­cke’ etwas wei­ter nörd­lich zu wandern.

Da ich den bei Bade­freun­den sehr belieb­ten Brie­se­ner See am öst­li­chen Rand des Spree­walds noch nicht kannte, wurde es eine sehr kie­fern­wald­las­tige Tour, star­tend von einer ein­sa­men Hal­te­stelle im Nie­mands­land der stünd­lich zwi­schen Lüb­ben und Burg ver­keh­ren­den Bus­li­nie 500.

Trotz der mono­to­nen Vege­ta­tion im ers­ten Teil erstaunte mich die Land­schaft durch ihr hüge­li­ges Gelän­de­re­lief, das hier bereits die Aus­läu­fer der Lie­be­ro­ser End­mo­räne andeu­tet. Den Brie­se­ner See hätte ich auf­grund sei­ner Form, der Gewäs­ser­farbe und des Ufer­be­wuch­ses ganz klar als Kies­see oder Tage­bau­rest­loch ein­ge­stuft, er ist aber wohl doch eis­zeit­lich entstanden.

Der zweite Teil mit vie­len Wind­rä­dern mit­ten im Wald konnte mich zumin­dest gegen Ende auf einem Feld­weg am Wald­rand posi­tiv über­ra­schen, die­sen Abschnitt hatte ich aber auch schon ein­mal als Teil des Jakobs­wegs Frank­furt — Tor­gau vor län­ge­rer Zeit absol­viert. Das Stück vom Sied­lungs­rand nach Lüb­ben hin­ein zieht sich dann wie die Woche zwi­schen Weih­nach­ten und Neu­jahr, mit der Schloss­in­sel und dem Hain erge­ben sich dabei zumin­dest noch ein­mal High­lights auf dem Weg zum Bahnhof.

Unterm Strich würde ich sagen: eine Tour, die man defi­ni­tiv nur mal in der Form so machen sollte, wenn der ansons­ten schlecht in einer Wan­de­rung inte­grier­bare Brie­se­ner See im Fokus steht. Für mich hat sich wie­der mal gezeigt, dass Lüb­ben der Ort im Spree­wald mit der zen­trals­ten ÖPNV-Anbin­dung ist, von der Attrak­ti­vi­tät her Lüb­benau und Umge­bung aber in einer ande­ren Liga spielt.

Eine wei­tere — hof­fent­lich attrak­ti­vere — Spree­wald-Tour von mir folgt sicher noch vor Jahresende …

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour beginnt an der Bus­halts­telle ‘Wuß­werk / Kreu­zung’ an der L44, um die Ecke ist man direkt auf einem natur­be­las­se­nen Wald­weg. Durch den zusam­men­hän­gen­den Kie­fern­forst geht es im leicht hüge­li­gen Gelände knapp zwei­ein­halb Kilo­me­ter weit in nord­west­li­cher Rich­tung, dann wird nörd­lich abge­zweigt zum Brie­se­ner See hin. Hier wird der pfad­ar­tige mar­kierte Wan­der­weg an der West­seite des Sees genutzt, am nörd­li­chen Ende ist noch ein Exkurs zu einer beson­ders gro­ßen Bade­stelle mög­lich. Nun ändert sich die Geh­rich­tung, der Weg führt auf einem brei­ten Forst­weg süd­west­lich durch dich­ten Kie­fern­wald, in dem zahl­rei­che große Wind­rä­der unter­ge­bracht wur­den, bis hin zur Kreisstraße. 

Nach deren Über­que­rung prä­sen­tiert sich der Weg zunächst als alte Baum­al­lee am Wald­rand, spä­ter geht es auf dem Brie­se­ner Zer­go­weg im Wald nach Lüb­ben hin­ein. Nach der Durch­que­rung der Mischung aus Sied­lungs- und Gewer­be­ge­biet wird der Lie­be­ro­ser und der Frank­fur­ter Straße gefolgt zum Nord­um­flu­ter und an die­sem ent­lang geht es zum Wehr ‘Neue Schleuse’. Die Kreuz­spree wird über­quert und eine halbe Runde auf der Schloss­in­sel gedreht, dann der Haupt­spree gefolgt zum Brü­cken­platz. Abschlie­ßend führt der Weg über die Breite Straße zum Hain und durch die­sen zur Frie­dens­straße, an deren Ende das Ziel der Tour am Bahn­hof Lüb­ben erreicht ist.