… geplant war eigent­lich eine kurze ‘Beau Frost’-Tour durch den Gru­ne­wald zur ‘gedank­li­chen Stand­ort­be­stim­mung’ nach den viel­fäl­ti­gen Ein­drü­cken des Wan­der­füh­rer­tref­fens ges­tern, aber da die wär­mende S‑Bahn in Rich­tung Erkner zuerst fuhr, dis­po­nierte ich schnell um und ent­sann mich einer schö­nen Stre­cke, die ich Anfang des Jah­res bei Wan­der­freund Jür­gen um das Städt­chen herum gese­hen und sie für meine Zwe­cke noch leicht erwei­tert hatte.

Den Karutz­see kannte ich bis­her noch gar nicht und den Hei­der­eu­ter­see hatte ich bis­her zumin­dest noch nicht umrun­det. Da die Route in der Form prin­zi­pi­ell einige sehr mat­schige Stel­len auf­wei­sen kann, bot sich der heu­tige Tag mit meist durch­ge­fro­re­nem Bogen bei kna­ckig fros­ti­gen Tem­pe­ra­tu­ren dafür bes­tens an. So konnte ich auch mal wie­der den schma­len Pfad zwi­schen der Neuen Löck­nitz und dem Wupatz­see nut­zen, wobei es vor Ort ein ande­res klei­nes Han­di­cap gab: es hat sich dort eine Furt gebil­det, die man aber mit was­ser­dich­tem Schuh­werk schnell durch­schrit­ten oder wie in mei­nem Fall mit einem beherz­ten Sprung nach Anlauf gequert hat. Die Insel im Karutz­see hätte ich auch gerne besucht, aber dort war der ver­eiste grobe Knüp­pel­damm über den Was­ser­gra­ben dazwi­schen mir zu gefährlich.

Ins­ge­samt eine wirk­lich erstaun­lich tolle und bes­tens zusam­men­ge­stellte Runde mit vie­len attrak­ti­ven Kom­po­nen­ten, die ich bereits ein­zeln kannte, die aber in der Kom­bi­na­tion noch ein­mal beson­ders auf­trump­fen konn­ten. Vie­len Dank für die Inspi­ra­tion, Jürgen!

Der selt­sam anmu­tende Titel spielt natür­lich auf das tolle Buch von John Irving an, das ja auch genial ver­filmt wurde. ‘Got­tes­schutz’ heißt die Zweig­stelle der Hoff­nungs­ta­ler Stif­tung Lobe­tal am Rand von Erkner, die ich durch­querte. Und Ger­hart Haupt­mann ist all­ge­gen­wär­tig in dem Städt­chen, er nutzte den Karutz­see zum Eis­lau­fen und wan­derte dort gerne, sein Roman ‘Bahn­wär­ter Thiel’ ist tat­säch­lich an dem Bahn­über­gang ver­or­tet, der heute noch exis­tiert und den ich überquerte.

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Infos und Tourbeschreibung:

Dies ist eine Rund­tour, die am S‑Bahnhof in Erkner beginnt und endet. Zunächst wird der Bahn­hof­straße zum Frie­dens­platz gefolgt, dann das Fla­ken­fließ auf der Stra­ßen­brü­cke über­quert. Auf der Ufer­pro­me­nade führt der Weg mit Blick auf den Däme­ritz­see am Rat­haus­park vor­bei, dann dem Bret­ter­schen Gra­ben fol­gend zur See­straße. Auf dem Wie­sen­weg geht es am Sied­lungs­rand ent­lang, nach Que­rung der Buch­hors­ter Straße sehr schön natur­be­las­sen dem Was­ser­gra­ben fol­gend bis zu des­sen Mün­dung in die Spree. Dem Spree­ver­lauf wird gefolgt (Pfad nicht im Kar­ten­ma­te­rial!) zur Neu Zit­tauer Straße, nach deren Über­que­rung wird über einen alten Beton­plat­ten­weg das Heim Got­tes­schutz erreicht und auf dem Son­nen­weg durchquert. 

Dem als ‘Mär­ki­sche Runde’ mar­kier­ten Wan­der­weg wird nun gefolgt zur Sied­lung Lind­wall und durch einen Grün­zug geht es wei­ter zum Karutz­see mit optio­na­lem Exkurs zur Insel. Der See wird gut zur Hälfte ufer­nah umrun­det, der Weg führt spä­ter durch den wald­ar­ti­gen Kur­park zur Plat­ten­bau­sied­lung und über die Straße ‘Hirsch­sprung’ zum Fried­hof, dann wei­ter über den ‘Bahn­wär­ter Thiel’-Bahnübergang hin­weg. Danach wird der Ober­förs­te­rei­weg genutzt, bei ers­ter Gele­gen­heit aber auf den schö­nen Wald­lehr­pfad abge­zweigt, der durch den Wald zur Brü­cke über die Alte Löck­nitz führt. Kurz danach wird auch die kanal­ar­tige Neue Löck­nitz auf einer lan­gen Holz­brü­cke gequert, im Bogen geht es anschlie­ßend auf brei­ten Forst­we­gen zum Heidereutersee.

Die­ser wird auf dem leicht wil­den, aber noch gut begeh­ba­ren Pfad kom­plett umrun­det, auf einer Alter­na­tiv­route geht es zurück zur Holz­brü­cke über die Neue Löck­nitz. Dies­mal wird sie jedoch nicht über­quert, son­dern dem schma­len Damm­pfad gefolgt, der den Kanal vom Wupatz­see trennt (Ach­tung: meist sehr mat­schig, aktu­ell 11/25 auch noch durch eine Furt unter­bro­chen!). Über den schö­nen Leis­ti­kow-Wald­weg geht es zum Fuß­gän­ger­über­weg an der Fang­schleu­sen­straße, nach deren Über­que­rung auf dem Fon­ta­ne­weg par­al­lel zur Löck­nitz bis zu ihrer Mün­dung in den Fla­ken­see. Der ufer­nahe mar­kierte Wan­der­weg wird genutzt bis zur Schleuse Wol­ters­dorf, um die Lange Bucht herum führt der Weg dort durch die Wohn­ge­biete und die Wan­der­rich­tung kehrt sich um. 

Am Orts­ende an der Land­straße kann wie­der hinab auf den natur­be­las­se­nen Ufer­weg gewech­selt wer­den, der nur kurz am klei­nen Wohn­platz Sprin­ge­berg unter­bro­chen ist und eine Umge­hung erfor­dert. Nach Pas­sie­ren der am Ufer ‘abge­leg­ten’ Fla­ken­steg­brü­cke geht es hin­auf zu den Park­plät­zen an der Stadt­halle und am Bus­bahn­hof vor­bei wird mit dem S‑Bahnhof Erkner wie­der der Aus­gangs­punkt der Tour erreicht.