… quasi als ‘Komplementärwanderung’ zu der von vor einer Woche zwischen Klasdorf und Baruth bin ich heute diese Strecke gewandert am westlichen Rand des Landkreises Dahme-Spreewald, um einen weiteren ‘weißen Fleck’ auf meiner persönlichen Wanderkarte Brandenburgs mit Eindrücken zu füllen.
Dabei startete ich auf dem 66-Seen-Weg und endete wieder auf ihm, die Route verlief aber im sehr weiten Bogen südlich zur nächsten Autobahnüberführung der A13. Genau dort am Wendepunkt der Tour interessierten mich heute zwei Dinge: das FFH-Gebiet der Massower Heide und das Areal der Siedlung Massow ( https://de.wikipedia.org/wiki/Massow_(Halbe) ) mit seiner illustren Geschichte. Diese reicht vom Stasi-Ausbildungscamp für Militärs aus dem Nahen & Mittleren Osten zur Autobahnraststätte mit Hotel nach der Wende, später auch genutzt als Gewerbepark und Rehaklinik, heute als abgeschottete Flüchtlingsunterkunft in Betrieb.
Besonders bemerkenswert finde ich, dass sich dort um die Jahrtausendwende der ‘Fuse Club’ als angeblich bester Techno-Club in Brandenburg etablierte. Auch Star-DJ Paul Kalkbrenner, der gerade heute in den Medien war, da in Lichtenberg ein Stadion nach ihm benannt werden soll, hatte dort Live-Auftritte. Leider konnte ich mir beim Besuch das Gelände nicht ansehen, da das Betreten für Unbefugte verboten ist. An der einzigen Zufahrt sitzt in einem Kabuff ein Wachmann, mit dem ich kurz sprach. Nach seiner Aussage (er sprach kaum Deutsch / Englisch) lässt er nur die regelmäßig fahrenden Linienbusse rein, ansonsten ist das Areal für fremde Fahrzeuge und Fußgänger tabu.
Die zweigeteilte Massower Heide ( https://www.dahme-heideseen-naturpark.de/themen/natura-2000/massow/ ) fand ich im südlichen Teil eher standardmäßig, der nördliche Teil ist allerdings eine kleine Sensation für brandenburgische Verhältnisse, da er auf einer Binnendüne liegt und so auch interessante Ausblicke auf die eher wellige Fläche mit aktuell noch toller Blüte zulässt. Für mich das absolute Highlight des Tages!
Außerdem gefielen mir die beiden Seen (Tabaksee, Schäfersee) entlang der Strecke, die ich noch nicht kannte, bestens. Was das Wegearsenal betrifft, so waren diesmal wieder sehr viele Schotterpisten in allen Variationen dabei, meist im Kiefernforst wie zu erwarten. Dennoch gab es auch einige naturbelassene Abschnitte, die eine schöne Abwechslung boten.
Unterm Strich eine durchaus empfehlenswerte Strecke, zumal man anders kaum an die beiden Heideflächen herankommt. Alternativ wären wohl auch die Anbindungen an die Bahnhöfe Brand, Oderin oder Klasdorf von der Entfernung her gut möglich.
Und weil es so gut passt, hier der komplette Minimal-Techno-Auftritt aus dem Jahr 2003 von Paul Kalkbrenner im ‘Fuse Club’ in Massow:
—————
Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour beginnt an der Bushaltestelle ‘Neuendorf / Abzweig’, an der Kreuzung geht es zunächst über den sandigen Waldweg hinauf und am Friedhof vorbei zur Mittelmühle, nach einem kurzen Feldwegabschnitt wird der Abzweig in südlicher Richtung gewählt und der fein geschotterten ‘Waldautobahn’ im Kiefernforst eineinhalb Kilometer weit gefolgt bis auf Höhe des Briesensees, der auf naturbelasseneren Wegen erreicht wird. Nun wird dem Ufer des Sees im Uhrzeigersinn gefolgt, nach der halben Umrundung führt der Weg im Wald hinüber zum Ufer des größeren Tornower Sees.
Nach einem kurzen Stück am Ufer wird gleich wieder abgebogen in den Wald hinein und die breite Stromtrassenschneise wird erreicht. Über die sandige Piste geht es südöstlich zu einem breiteren Kiesweg und auf diesem südlich durch eine offene Landschaft, bevor wieder südöstlich abgezweigt wird zum Tabaksee hin. Nun wird dem gut ausgebauten Waldweg über zwei Kilometer gefolgt bis zum Auftreffen auf das nördliche Areal der Massower Heide, knapp einen Kilometer später wird auch der zweite Heideteil erreicht und durchquert.
Auf dem Schotterweg geht es in Richtung Massow, am ersten Wachturm wird das Gelände allerdings außen herum passiert bis zur offiziellen Zufahrtsstraße hin. Über diese führt der Weg zur Kreisstraße und auf der wird die Autobahn A13 überquert. Ans Ende der Ausbaustrecke schließt sich eine breite Schlaglochpiste an, der etwa eineinhalb Kilometer weit gefolgt wird. Auf einem schönen Waldweg im Kiefernforst geht es danach nördlich bis auf Höhe des Schäfersees, über einen Verbindungsweg (nicht im Kartenmaterial!) zum Waldrand und weiter zum südlichen Ende des Sees.
Das Gewässer wird zur Hälfte umrundet und auf den Forstweg getroffen, der bis nach der Försterei Semmelei genutzt wird. Hier erfolgt der Richtungswechsel nach Norden, fast drei Kilometer weit führt der Weg erneut durch eher gleichförmigen Kiefernforst bis zur Kriegsgräberstätte und dem Waldfriedhof Halbe. Über die Ernst-Teichmann-Straße geht es zur Lindenstraße und über diese zum Bahnübergang, nach dessen Überquerung abschließend zum Bahnhof Halbe, an dem die Tour endet.
Hinterlasse einen Kommentar