… zahl­lose kuriose Natur­phä­no­mene gibt es in Bran­den­burg und mit der heu­ti­gen Tour wollte ich ein wei­te­res besu­chen, das ich bis­her noch nicht gese­hen hatte. Der ‘Mär­chen­wald’ zwi­schen Massow und Dorn­s­walde ent­puppte sich als eher klein­flä­chi­ges Areal, geschätzt viel­leicht einen Hektar umfas­send. Knor­rige alte Kie­fern-Hute­wäl­der, die vor lan­ger Zeit alter­na­tiv zur Bewei­dung genutzt wur­den, gibt es natür­lich einige. Hier jedoch wur­den die gut 150 Jahre alten Bäume sehr inten­siv wäh­rend ihrer frü­hen Wachs­tums­pe­ri­ode ‘ange­knab­bert’ von Wald­wei­de­tie­ren, wodurch sich Irri­ta­tio­nen in der wei­te­ren Ent­wick­lung erga­ben und dies in teils bizar­ren Wuchs­rich­tun­gen resultierte.

Vor allem ein Exem­plar (siehe Vor­schau­bild) sticht aus der Menge her­aus, weil dort der Stamm eine kom­plette 360-Grad-Dre­hung durch­lief, irre!

Apro­pos Irri­ta­tio­nen: gerade war ja sogar deutsch­land­weit in den Medien, dass der Flü­gel ver­lei­hende Ener­gy­drink­her­stel­ler aus Öster­reich nun stark expan­die­ren will mit mar­kant stei­gen­dem Was­ser­be­darf am bereits bestehen­den Abfüll-Stand­ort in Baruth. Da Bran­den­burg das tro­ckenste Bun­des­land und spe­zi­ell der Süden davon beson­ders dür­re­an­fäl­lig ist, sind lange Ran­ge­leien (trotz der Aus­sicht auf bis zu 200 neue Arbeits­plätze vor Ort) vor­pro­gram­miert. Die von mir aus­gie­big genutzte breite Schneise der kom­bi­nier­ten Strom- & Gastrasse war auf jeden Fall so san­dig und tro­cken, dass sich dort schon nach kur­zer Zeit die Besen­heide inten­siv ausbreitet …

Als ‘Pro­log’ hatte ich mal wie­der den Beginn des mar­kier­ten Wan­der­wegs vom Bahn­hof ins Muse­ums­dorf Glas­hütte genutzt, das immer einen Besuch wert ist. Der Ver­bin­dungs­weg in Rich­tung Dorn­s­walde ver­lief auf Beton­plat­ten in den fla­chen Auen des Urstrom­tals, bevor es viele Kilo­me­ter weit Kie­fern in allen Varia­tio­nen zu sehen gab. Direkt nebenan in Baruth befin­det sich übri­gens das dritt­größte Holz­sä­ge­werk Deutsch­lands, sodass die Wege hier beson­ders kurz sind vom Baum zum Kiefernholzprodukt.

Ich kann diese Tour dahin­ge­hend emp­feh­len, falls der Besuch des ‘Mär­chen­wal­des’ im Fokus steht, da man per ÖPNV wegen der Land­kreis­gren­zen (TF/LDS) wirk­lich schlecht anders dort­hin gelangt. Die lange san­dige Schneise ist aller­dings Geschmacks­sa­che, even­tu­ell gäbe es eine bes­sere Alter­na­tive im grö­ße­ren Bogen und noch län­ger im ‘Stan­gen­wald’.

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet am Bahn­hof Klas­dorf / Glas­hütte, auf der ehe­ma­li­gen, rena­tu­rier­ten Bahn­trasse führt der Weg zunächst im Bogen im Wald um den Ort Klas­dorf herum und wei­ter ins Muse­ums­dorf Glas­hütte. Nach einer klei­nen Runde durch die hüb­sche his­to­ri­sche Glas­ma­cher­sied­lung und an der alten Fabrik vor­bei geht es nord­west­lich zum gro­ßen Park­platz und an des­sen Ende wird auf einen mas­si­ven Beton­plat­ten­weg getrof­fen. Auf die­sem führt der Weg nun knapp vier Kilo­me­ter weit durch die weite Wie­sen­land­schaft und an einem gro­ßen Fisch­teich vor­bei zur Dorn­s­wal­der Straße.

Nach deren Über­que­rung geht es im Wald zur san­di­gen Strom- & Gastrasse, der zunächst süd­öst­lich gefolgt wird bis fast zu ihrem Ende, kurz vor­her wird aber auf den par­al­lel ver­lau­fen­den Wald­weg gewech­selt. Grob dem Ver­lauf der Land­straße fol­gend führt der Weg meist geschot­tert im Wald mit eini­gen Rich­tungs­wech­seln zu der lan­gen Gera­den, in deren Zen­trum sich der kleine skur­rile ‘Mär­chen­wald’ befin­det. Bei nächs­ter Gele­gen­heit wird west­lich abge­bo­gen und dem deut­lich natur­be­las­se­ne­ren Weg zurück zur Schneise gefolgt.

Durch die san­dige, hei­de­ar­tige Bra­che (es sind meh­rere Wege mög­lich in der Schneise) geht es nun durch die Rade­land­sied­lung hin­durch und bis zum Ende der ‘Sand­piste’, dann dem brei­ten Wald­weg der alten ‘Baru­ther Straße’ fol­gend bis zum süd­li­chen Ende des Indus­trie­are­als am Rade­län­der Luch. Über gut erkenn­bare Pfade führt der Weg abschlie­ßend zum Park­platz Bern­hards­müh und wei­ter im dich­ten Wald zum ver­steck­ten Zugang zum Bahn­steig am Bahn­hof Baruth, an dem die Tour endet.