… einer weiteren Heideblütentour in Brandenburg wollte ich in diesem Jahr noch eine Chance geben, und weil zwei meiner noch offenen Wunschdestinationen durch die fehlende Bahnanbindung so gut wie unerreichbar sind im August / September von Berlin aus, wurde es mal wieder mit der Kleinen Schorfheide mein absoluter persönlicher Klassiker. Und da ich in dem rbb-Radiointerview letzte Woche (https://www.antennebrandenburg.de/programm/aktion/programmaktionen/aktionen/2025/wandern-mit-antenne-brandenburg.html) die Rundtour ab Annenwalde (wie vom Sender gewünscht für Autofahrer!!!) empfohlen hatte, startete ich heute zumindest von dort, per Busanfahrt.
Dabei waren die ersten fünf Kilometer dieser Strecke teilweise komplett neu für mich gewesen und speziell der Uferweg westlich am Densow-See entlang gefiel mir sehr gut, wobei man den skurrilen Skulpturenpark am Rand des historischen Glasmacherdorfs Annenwalde wohl nicht unbedingt gesehen haben muss. Auch die folgenden, manchmal leicht zugewachsenen Pfadabschnitte in abwechslungsreicher Umgebung erstaunten mich positiv, nur als ‘Beutel-Vergesser’ kam ich nicht ganz davon sondern musste den südlichen Zipfel des Ortes durchqueren.
Ab dem Bärenbruch bis nach Hammelspring kannte ich den Weg bereits gut, diesmal wurde aber wieder der ausgedehnte Bogen in Havelnähe bis zum Großen Kuhwallsee integriert und auch um Hammelspring herum gab es die etwas weitere Schleife mit wunderbaren Ausblicken auf den Großen Lankensee und den Röddelinsee.
Der Kern der Heide wies tatsächlich noch eine beachtliche Blüte auf, die allerdings nur punktuell zu überzeugen wusste und in den Randbereichen schon stark verblasst war. An den besonders schönen Stellen sind derzeit Ziegenherden die noch üppig blühenden Büsche gierig am Knabbern und machen sicherlich dabei ab und zu freudige ‘Capriolen’, so zumindest lässt es der Name des Käserei-Hofes in der Nähe vermuten.
In der Konstellation war es vielleicht sogar meine bisher schönste, da kompakteste und abwechslungsreichste kürzere Tour durch die Kleine Schorfheide. Schade, dass Lichtverhältnisse und Blüte dem am heutigen Tag für eine attraktivere Doku nicht ganz entsprechen konnten …
Natürlich wurden auch An- und Abfahrt wieder abenteuerlich trotz großer Disziplin meinerseits. So ergab sich zumindest ein sehr lustiges, offenes und langes Gespräch mit einem galgenhumorigen Zugbegleiter auf der Hinfahrt, der mir unverblümt und ungefiltert einige Details verriet, die Bahnkunden eigentlich so nicht mitbekommen sollten ;-)
Bei der Rückfahrt hatte ich kurz das Gefühl, dass die Uckermark mich nicht mehr loslassen will … es lag dann doch ’nur’ an einem liegengebliebenen neuen Batteriezug, der ‘die Kinderkrankheiten noch auskurieren muss’ (O‑Ton Zugbegleiterin). Und ganz ehrlich: eine Stunde länger als geplant in der Uckermark — es gibt Schlimmeres …
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour startet an der Bushaltestelle in Annenwalde, um die Kirche herum geht es zunächst zum südlichen Siedlungsrand und der kleine Glas-Skulpturenpark wird durchquert. Am Hang hinab wird der Uferweg am Densow-See erreicht und dem schönen von Linden gesäumten Pfad gefolgt, der sich später im Wald fortsetzt bis zum Bohlensteg am Ende des Sees. Nach dem kurzen Abstecher zum Aussichtsturm führt der Weg durch die wellige Wiesenlandschaft, dann hinab und im Mix aus Auenrand und schmalen Pfaden am Sumpf entlang bis in den Ort Beutel.
Hier wird der südliche Zipfel des Dorfes durchquert und im Tal das sumpfige Gebiet des Gallen-Beek gekreuzt. Im Mischwald führt der Weg südöstlich, zweigt dann zur erneut pfadartigen Überquerung eines kleinen Bachlaufs im dichten Grün ab. Der Weg umrundet das östliche Ende des Großen Beutelsees in einiger Entfernung, danach führt er im dürren Kiefernwald zur nördlichen Aussichtsplattform der Kleinen Schorfheide. Anschließend geht es diagonal auf sehr sandigen Wegen durch die Fläche der Besenheide und weiter zum markierten Wanderweg (gelbes X). Diesem wird südwestlich gefolgt zum wunderbaren Havelblick, dann führt der Weg knapp drei Kilometer weit immer in Havelnähe am zweiten Aussichtspunkt und an der Schleuse Schorfheide vorbei bis hin zum Großen Kuhwallsee.
Nach dem kleinen Exkurs zum Ausblick auf den See wird dessen Längsseite gefolgt und der Zufluss an der Kannenburger Schleuse überquert. Es folgt ein kurzes Stück Asphalt bergauf, bei erster Gelegenheit wird aber gleich wieder abgezweigt in den Wald hinein. Gut zweieinhalb Kilometer weit geht es nun auf teilweise leicht zugewachsenen Wiesenwegen und ‑pfaden um den Großen Lankensee herum (den einzigen Uferzugang unbedingt besuchen!) bis hin zur Badestelle am Röddelinsee. Noch einmal führt der Weg durch den Wald zu einer Stelle am See mit langem Steg, danach geht es hinauf zum Waldausgang und auf dem sandigen Feldweg über die Höhe mit weitem Blick nach Hammelspring. Hier wird der Templiner Straße gefolgt zur Kirche und über die Straße ‘Am Bahndamm’ wird abschließend das Ziel am Bahnhof Hammelspring erreicht.
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