… mit der Schlau­be­tal-Bus­aus­flugs­li­nie zu einer Tour, bei der man die sagen­um­wo­bene Schlaube gar nicht zu sehen bekommt, darf man das überhaupt? 

Für mich war es in die­sem Jahr schon die zweite Wan­de­rung in der Form, wenn auch am Mor­gen noch etwa einen Kilo­me­ter zu Beginn auf dem mar­kier­ten Schlau­be­tal­wan­der­weg, aber eben ganz ohne Blick­kon­takt zum belieb­ten bran­den­bur­gi­schen Sehnsuchtsgewässer ;-)

Meine Pla­nung sah vor, bei der heu­ti­gen Stre­cke die Bach­läufe des Plan­flie­ßes und des Pohlit­zer Müh­len­flie­ßes gleich­be­rech­tigt zu inte­grie­ren, wobei ich das Plan­fließ bis­her noch gar nicht kannte. Der Abschnitt daran ent­lang bis nach Brems­dorf gefiel mir sehr gut, an eini­gen Stel­len ist der Pfad zwar aktu­ell ganz leicht zuge­wach­sen und ver­ein­zelt sind ein­fa­che Klet­ter­ein­la­gen zu erbrin­gen, aber trotz der sehr akti­ven Biber in dem Bereich funk­tio­nie­ren alle Brü­cken­über­gänge und man kommt tro­cke­nen Fußes hin­auf in den Ort.

Ebenso der ver­bin­dende Mit­tel­teil der Route über das Dorf Fünf­ei­chen bis zur Mühle am Pohlit­zer Fließ erwies sich als deut­lich schö­ner und abwechs­lungs­rei­cher als erwar­tet. Die Mäan­der des Müh­len­flie­ßes sind wun­der­bar, nur lei­der ver­läuft der mar­kierte Pfad nur sel­ten direkt daran ent­lang, sodass man begie­rig alle Impres­sio­nen in sich auf­neh­men muss, wenn es gerade mög­lich ist. Auch bis in den Ort Pohlitz gab es nichts zu meckern auf dem Feld­weg hin­auf in die Sied­lung, spe­zi­ell wegen der prall mit rei­fen Früch­ten behan­ge­nen Pflaumenbäume.

Danach aller­dings wurde es sehr mono­ton und anstren­gend auf der gro­ben Schot­ter­piste über vier Kilo­me­ter nach Rau­ten­kranz durch den ödes­ten ‘Kie­fern-Stan­gen­wald’, den ich seit lan­gem gese­hen hatte. Die Über­que­rung per Brü­cke und die kurze Nut­zung des Ufer­deichs am Oder-Spree-Kanal brach­ten noch ein­mal etwas Abwechs­lung, bevor es durch net­te­ren Misch­wald und teils natur­be­las­sen dem Ziel in Wie­se­nau ent­ge­gen ging.

Mein Fazit: zwi­schen der Brems­dor­fer Mühle und Pohlitz in der Form sehr emp­feh­lens­wert, hier wäre dann aber wahr­schein­lich ein Rich­tungs­wech­sel zum Bahn­hof nach Zil­ten­dorf oder nach Eisen­hüt­ten­stadt sinn­vol­ler. Wobei: ich habe eigent­lich bei­des schon aus­pro­biert, war aber nicht zufrie­den mit den von mir gewähl­ten Vari­an­ten und bin bereit für ein­hei­mi­sche Tipps …

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet an der Bus­hal­te­stelle der Aus­flugs­li­nie A400 an der Brems­dor­fer Mühle, hier geht es direkt nörd­lich in den Wald und etwa ein­ein­halb Kilo­me­ter weit bis zur Que­rung des Plan­flie­ßes auf der Holz­brü­cke. Nun wird dem Ver­lauf des Flie­ßes gefolgt auf dem Natur­lehr­pfad mit eini­gen Schau­ta­feln, wobei der Weg (Stand: 08/2025) trotz der aus­ge­präg­ten Vege­ta­tion und der Auf­stau­un­gen durch die Biber­ak­ti­vi­tä­ten recht gut begeh­bar ist. Klei­ner Hin­weis: im ein­ge­deich­ten Bereich ist das OSM-Kar­ten­ma­te­rial unge­nau und kurz vor Brems­dorf kann dem Fließ wei­ter auf dem Pfad gefolgt wer­den, der Abschnitt fehlt in der Karte, er ist aber offen­sicht­lich vor Ort.

Brems­dorf wird erreicht und auf dem Forst­weg, der Lin­den­straße und dem Neu­zel­ler Weg durch­quert, zur Ver­mei­dung des Rad­wegs ent­lang der Bun­des­straße geht es im Bogen teils auf Wie­sen­we­gen zu deren Über­que­rung. Es schließt sich der gut vier Kilo­me­ter lange Feld- und Wald­weg mehr oder weni­ger gera­de­aus über die Höhen und im wei­te­ren Ver­lauf ent­lang von saf­ti­gen Auen an, wobei der Ort Fünf­ei­chen gestreift wird. In der Nähe des Stege-Flie­ßes führt der Weg zum ehe­ma­li­gen Gru­ben­bahn­damm, spä­ter geht es auf dem Eis­vo­gel­pfad am Pohlit­zer Müh­len­fließ ent­lang, wobei sich bei bei­den Bach­läu­fen kurze gewäs­ser­nahe Pfad­ab­schnitte ergeben.

Nach dem Ver­las­sen des Wal­des geht es auf dem Feld­weg hin­auf nach Pohlitz und das Dorf wird nach Nor­den hin durch­quert, es schließt sich eine vier Kilo­me­ter lange grobe Schot­ter­piste an bis zur Sied­lung Rau­ten­kranz. Der Oder-Spree-Kanal wird auf der Brü­cke über­quert und für einige hun­dert Meter der Deich als Wan­der­weg genutzt. Danach wird auf den Wald­weg gewech­selt und auf ihm die Über­füh­rung über die Oder-Lau­sitz-Bun­des­straße erreicht. Gera­de­aus geht es auf den Ort Wie­se­nau zu, im Bogen zur Bahn­un­ter­füh­rung und abschlie­ßend über die Bahn­hof­straße zum End­punkt der Tour am Bahn­hof Wiesenau.