… gerne hätte ich diese ‘Benchmark’-Tour auf einen Tag mit bes­se­rem Wet­ter ver­scho­ben, um sie attrak­ti­ver zu doku­men­tie­ren, aber eine Wan­de­rung bei trü­bem Him­mel und hoher Regen­wahr­schein­lich­keit (es blieb bei einem kur­zen inten­si­ven Schauer) im hoch­ge­lob­ten und äußerst belieb­ten Schlau­be­tal hat zumin­dest den Vor­teil, dass man dort eher nur wenige andere Besu­cher trifft.

Es war die Vor­wan­de­rung für meine Grup­pen­wan­de­rung im Sep­tem­ber, Grund­lage ist eine Stre­cken­emp­feh­lung von Ulrike Wie­brecht aus ihrem Buch ‘Schön wan­dern, gut ein­keh­ren rund um Ber­lin’, die ich etwas aus­ge­dehnt hatte, um eine grö­ßere Por­tion auf den Tel­ler zu zau­bern. So wer­den nun die bei­den Schin­ken­seen (‘Extra-Bacon’) zusätz­lich gegen­über der Ori­gi­nal­vor­lage ent­hal­ten sein.

Der Zugang von Mix­dorf aus zum Forst­haus Sieh­di­chum war tat­säch­lich neu für mich und ich hatte auch ein wenig expe­ri­men­tiert, um so früh wie mög­lich zum Ufer der Schin­ken­seen hin­ab­zu­kom­men. Lei­der exis­tie­ren aber einige Wege aus dem Kar­ten­ma­te­rial vor Ort nicht mehr oder sie sind im Ufer­be­reich zuge­wach­sen bzw. mit umge­fal­le­nen Bäu­men ‘gar­niert’, die akro­ba­ti­sche Klet­ter­ein­la­gen erfordern.

Der Teil des Ori­gi­nal-Schlau­be­tal­wan­der­wegs in Rich­tung Nor­den war mir dage­gen gut bekannt, wobei ich den Abschnitt zwi­schen Kup­fer­ham­mer und dem Ende der Tour schon sehr lange nicht mehr gewan­dert war. Zumin­dest teil­weise konnte mich der Stre­cken­teil auch dies­mal sehr über­zeu­gen, das süd­li­che Schlau­be­tal spielt aber ganz klar in einer ande­ren Liga und ist für mich nach wie vor eine der Bran­den­burg-Wan­der­re­fe­ren­zen, an denen sich alle Tou­ren mes­sen las­sen müs­sen. Bei der Grup­pen­wan­de­rung wird Autorin Ulrike Wie­brecht mit dabei sein und es wird even­tu­ell eine gemein­same Ein­kehr in der Ragower Mühle geben, je nach Zeit­fens­ter, Platz­an­ge­bot / Teil­neh­mer­zahl und Motivation. 

Heute fiel mir zum ers­ten Mal der ‘Pla­ne­ten­wan­der­weg’ auf, der teil­weise iden­tisch ver­läuft und maß­stabs­ge­recht die Abstände von Pla­ne­ten in Rela­tion zur Sonne (= Markt­platz in Müll­rose) anzeigt. Somit ergibt sich die vier­fa­che Licht­ge­schwin­dig­keit bei nor­ma­lem(?) Wandertempo ;-)

Was mir dies­mal nega­tiv auf­fiel waren die ‘har­ve­s­tier­ten’ Hänge und die unschö­nen Hin­ter­las­sen­schaf­ten der rus­ti­ka­len Kie­fern­ent­nahme. Ich werde es nie ver­ste­hen, dass man gerade rund um die tou­ris­ti­schen Kron­ju­we­len inner­halb der Natur­parks im Forst­we­sen nicht sen­si­bler vor­geht oder wei­ter ent­fernte Bäume vorzieht. 

Den genauen Ter­min zur Grup­pen­wan­de­rung (Teil­neh­mer­zahl ohne Limit) erfahrt ihr nur über mei­nen News­let­ter (https://www.wandern-berlin-brandenburg.de/newsletter/), der in weni­gen Tagen ver­sen­det wird. 

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet am Bahn­hof in Mix­dorf, zunächst geht es über die Bahn­hof­straße knapp einen Kilo­me­ter weit zum Dorf­kern (Anmer­kung: sai­so­nal lässt sich auch die Aus­flugs-Bus­li­nie A400 nut­zen zum Start direkt ab dort), wo auf den Dam­men­dor­fer Weg abge­zweigt wird. Die­ser wird am Sied­lungs­ende zur Schot­ter­piste, die über die Fel­der in den Kie­fern­wald hin­ein­führt. Nach gut drei Kilo­me­tern wird der Haupt­weg ver­las­sen und es geht natur­be­las­sen hinab zum Ufer des Schin­ken­sees, kurz danach wird die Schlaube über­quert und das Forst­haus Sieh­di­chum am Fuß der Hügel passiert.

Nun wird dem schö­nen aus­ge­wie­se­nen Schlau­be­tal­wan­der­weg fast vier Kilo­me­ter weit gefolgt, wobei sich der Fluss­lauf meist see­ar­tig auf­ge­staut mit schlauch­ar­ti­gen Ver­bin­dungs­ab­schnit­ten prä­sen­tiert. Ab dem Kup­fer­ham­mer wird der Weg pfad­ar­ti­ger und er ver­läuft anfangs noch im Laub­wald, der spä­ter durch lich­ten Kie­fern­forst mit san­di­gen Böden abge­löst wird. Die Ragower Mühle wird pas­siert und kurz­zei­tig der asphal­tierte Rad­weg genutzt bis zum Bel­enz­see, dann führt der Weg erneut natur­nah am See­ufer ent­lang und um das angren­zende Moor­ge­biet herum. Die Bahn­trasse wird über­quert und anschlie­ßend der schö­nere Abschnitt des Rund­wegs (gel­ber Punkt) genutzt durch ein wei­te­res Moor­ge­biet zum Gro­ßen Müll­ro­ser See hin.

Am Ufer ent­lang geht es in Rich­tung Nor­den, der große Strand des Frei­bads wird pas­siert und der Ort Müll­rose erreicht. Abschlie­ßend führt der Weg über die lang­ge­streckte Bahn­hof­straße mit Blick über den Katha­ri­nen­see zum am öst­li­chen Sied­lungs­rand gele­ge­nen Bahn­hof Müll­rose, an dem die Tour endet.