… erneut unter­wegs auf der ‘Ber­li­ner Gür­tel­li­nie’ war ich heute, und zwar auf der kür­ze­ren Etappe 01, die sich Gre­gor Münch eigent­lich als Auf­takt für das Nach­wan­dern des Pro­jekts aus­ge­dacht hat. Für mich dage­gen war es bereits der viert­letzte Stre­cken­teil der Gesamt­route und wie­der war ich gespannt auf die Aus­ar­bei­tung im Detail, da mir einige Abschnitte bis­her unbe­kannt waren.

Nach der ehr­lich gesagt ziem­lich lang­wei­li­gen aber auch alter­na­tiv­lo­sen Durch­que­rung der aus­ge­dehn­ten Wohn­ge­biete im öst­li­chen Teil von Lich­ten­rade (Höhe­punkte: Dorf­teich & Weg am Lich­ten­ra­der Gra­ben) wurde es dann gleich hin­ter der Stadt­grenze inter­es­sant: auf einer tol­len Kom­bi­na­tion aus teils aben­teu­er­li­chen Pfa­den durch schmale Wald­stü­cke ging es bis nach Groß­zie­then, von dort durch eher offene Feld­land­schaft bis zum bekann­ten Rudower Dörferblick.

Eine prima Neu­ent­de­ckung in der Form für mich, da sowohl das Asphalt­band des Mau­er­wegs in dem Bereich wenig attrak­tiv ist für Wan­de­rer als auch die als Jakobs­weg mar­kierte Route direkt ent­lang der Haupt­straße durch Groß­zie­then noch weni­ger einen Schön­heits­preis gewinnt. 

Wie­der ein­mal kann ich nur dar­über stau­nen, was Gre­gor bei der Etappe aus den eher kar­gen Zuta­ten zusam­men­ge­zau­bert hat. Ein­zi­ger klei­ner Makel aus mei­ner Sicht: der län­gere san­dige Weg­ab­schnitt auf Höhe der Gemar­kung Kla­gen­berge ist mas­siv durch Reit­ak­ti­vi­tä­ten zer­tram­pelt und schwer begeh­bar, der Rudower Damm direkt am Fließ wäre viel­leicht die bes­sere Alter­na­tive gewe­sen, zumal eine Quer­ver­bin­dung (nicht im Kar­ten­ma­te­rial) am Sieb­gra­ben existiert.

Eine Anmer­kung noch zur aktu­el­len Begeh­bar­keit: der Pro­me­na­den­weg am Rudower Fließ wird 2024 suk­zes­sive erneu­ert, aktu­ell ist der Abschnitt auf Höhe der Schli­e­mann-Schule gesperrt, eine Umlei­tung ist vor Ort aber aus­ge­schil­dert und mit einer län­ge­ren — im dop­pel­ten Sinne — ‘Wan­der­bau­stelle’ ist wohl zu rechnen.

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Etappe star­tet am S‑Bahnhof Lich­ten­rade, zunächst wird der Bahn­hof­straße, der Goltz­straße und der Straße ‘Alt-Lich­ten­rade’ gefolgt zum Gie­bel­pfuhl und die­ser zur Hälfte umrun­det. Über die Bohn­stedt­straße geht es wei­ter durch die Wohn­ge­biete, dann durch den Grün­zug ent­lang des Lich­ten­ra­der Gra­bens zur lan­gen Pech­stein­straße, über die Lich­ten­rade in süd­öst­li­cher Rich­tung ver­las­sen wird. Der Mau­er­weg wird über­quert und dem Feld­weg gera­de­aus gefolgt, danach führt der Weg eine ganze Weile meist pfad­ar­tig mit zwei Rich­tungs­wech­seln am Wald­rand ent­lang oder durch schmale Wald­stü­cke direkt hin­durch bis zum Orts­ein­gang von Großziethen.

Am Ver­tei­ler­kreis wird gleich wie­der abge­zweigt auf einen Wie­sen­weg, der zuerst an Kop­peln ent­lang und dann im gro­ßen Bogen durch die Sumpf­auen führt. Wei­tere Pfer­de­kop­peln wer­den pas­siert und auf dem teils sehr san­di­gen Weg geht es am Fuß des Wein­bergs ent­lang zum Rudower Fließ. Nach des­sen Über­que­rung wird dem Ver­bund­plat­ten­weg zum ehe­ma­li­gen Depo­nie­berg mit dem ‘Rudower Dör­fer­blick’ gefolgt, in einer gro­ßen Schleife führt der Weg erst zu sei­nem öst­li­chen Ende, dann über den natur­be­las­se­nen Tram­pel­pfad in umge­kehr­ter Rich­tung hin­auf bis zum Gipfelplateau.

Der Abstieg erfolgt über die Trep­pen nach Nor­den, dem schma­len Pfad wird gefolgt bis zum Rudower Fließ, anschlie­ßend wird der Pro­me­na­den­weg nörd­lich neben dem Gewäs­ser genutzt bis zu den lan­gen Holz­boh­len­ste­gen. (Stand 05/2024: Auf Höhe der Schli­e­mann-Schule ist der Pro­me­na­den­weg gesperrt, die Umlei­tung erfolgt ent­lang der Groß-Zie­the­ner Chaus­see.) Nach dem Pas­sie­ren eines Sumpf­ge­bie­tes nach Über­que­rung der Groß-Zie­the­ner Chaus­see wird noch ein­mal die Ufer­seite des Flie­ßes gewech­selt und abschlie­ßend mit dem U‑Bahnhof Rudow das Ziel der Etappe an der Neu­köll­ner Straße erreicht.