… erneut eine spontane verkappte Drehort-Tour heute, nachdem ich mir gestern den neuen Netflix-Film ‘Buba’ angesehen hatte, dessen Außenaufnahmen 2021 im Städtchen Kremmen im Landkreis Oberhavel gedreht wurden.
Der Film mit Bjarne Mädel und Georg Friedrich von Regisseur Arne Feldhusen (Stromberg, Tatortreiniger) hätte als Spin-Off der coolen Erfolgsserie ‘How To Sell Drugs Online Fast’ Riesen-Potential gehabt, leider ist ein typisch deutscher Gaunerkomödien-Klamauk entstanden, der sich ebenso wie der sehr ähnlich gelagerte Film ‘Wir können nicht anders’ von Detlev Buck kaum ertragen lässt. Es wird schamlos von Guy Ritchie (‘Snatch’) und Quentin Tarantino (‘Pulp Fiction’) kopiert, aber eben sehr schlecht. Dass es auch besser geht, zeigte Peter Thorwarth 1999 mit ‘Bang Boom Bang’, der wohl perfekten deutschen Kleinkriminellenkomödie mit viel Spielwitz und Kultpotential bis zum Abwinken (ich sage nur: Kalle Grabowski und sein SEC oder der Finger von Keek im Tresor).
Zur Tour: die halbe Runde um den Mühlensee zwischen Vehlefanz und Schwante ist natürlich ein bekannter und beliebter Klassiker, den ich heute im Wald in der Nähe des Hörstegrabens (leider so gut wie ausgetrocknet) nach Kremmen verlängert habe, was ganz gut funktionierte. Highlight für mich diesmal der nur kurze Abschnitt entlang des Ruppiner Kanals im üppigen Grün und über zwei neugebaute Fußgängerbrücken bis zum Kremmener See.
Eine aus meiner Sicht feine und empfehlenswerte Tour — bis auf einige Längen — in einer gut erreichbaren Gegend, in der es nicht viele Alternativen zum Wandern gibt.
Auf dem Weg durch die Stadt zum Bahnhof habe ich mir Gedanken dazu gemacht, warum gerade Kremmen wohl für den Film als Drehort gewählt wurde: das Städtchen wirkt im Kern größer, als es eigentlich ist, erschien mir aber deutlich unprätentiöser als Nauen am Tag zuvor. Die typische brandenburgische Backsteingotik gibt es hier nicht, der Ort ist sehr still und hat an vielen Stellen noch eine solide DDR-Patina. Kommt man dagegen durch das beliebte Scheunenviertel mit seinen kleinen Wirtschaften und das Gelände des Spargelhofs, hat man urplötzlich den Eindruck, in einer touristischen Hochburg gelandet zu sein.
Hier ein wunderbarer Trailer, nicht von ‘Buba’ sondern eben von ‘Bang Boom Bang’:
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Infos und Tourbeschreibung:
Dies Tour startet am Bahnhaltepunkt in Vehlefanz, zunächst geht es über die Bärenklauer Straße durch den Ort bis zum Anger, an der Dorfkirche vorbei und über die Straße ‘Burgwall’ aus dem Dorf hinaus. Hier beginnt gleich der wunderbare, asphaltierte und teils mit Bohlenstegen versehene Uferweg am Mühlenteich entlang bis hin zur Siedlung am Mühlenweg. Dem Weg wird gefolgt in Richtung Schloss Schwante, im Schlosspark geht es außen am Rand um den Skulpturengarten herum und ins Zentrum des Dorfes.
Der Kremmener Chaussee wird gefolgt bis zum Bahnübergang, dann führt der Weg auf der Straße durch die Lindensiedlung, anschließend geht es auf Asphalt über die Felder bis zum Waldrand am Hörstegraben. Etwa vier Kilometer weit wird der Waldweg genutzt, der meist nahe am fast ausgetrockneten Wassergraben verläuft bis hin zur kleinen Siedlung ‘Am Kanal’. Nun führt der Weg sehr schön am Ruppiner Kanal entlang durch das üppige, dichte Grün bis zur Mündung in den Kremmener See.
Dem Naturlehrpfad wird gefolgt zur SeeLodge, über die Straße ‘Zum See’ geht es anschließend nach Kremmen hinein. Über die Ruppiner Straße führt der Weg zum Rathaus, danach am Marktplatz entlang und über den Kurzen Damm wird abgezweigt zum historischen Scheunenviertel. Dieses wird auf dem Scheunenweg durchquert, dann geht es auf dem Thomas-Müntzer-Weg um das Areal des Spargelhofs herum zur Berliner Chaussee, an der gleich darauf das Ziel am Bahnhof Kremmen erreicht wird.
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