… heute habe ich mal wie­der eine etwas ent­fern­tere Tages­tour absol­viert, im Natur­park Flä­ming, der sich in Sach­sen-Anhalt zwi­schen der Elbe und dem ‘gro­ßen Bru­der’ des Natur­parks Hoher Flä­ming in Bran­den­burg befin­det. Da ich in der Gegend im letz­ten Jahr bereits den sehr schö­nen mar­kier­ten Rund­wan­der­weg ‘Zwi­schen Elbe und Flä­ming’ gewan­dert war ( https://www.komoot.de/tour/326716802 ), wählte ich dies­mal eine selbst­ge­plante Route ganz am west­li­chen Rand des Natur­parks, der das kleine Städt­chen Lin­dau mit sei­ner Burg und die etwas grö­ßere Stadt Zerbst ent­hal­ten sollte.

Durch den Start in Deetz war auch noch ein grö­ße­res Gewäs­ser am Anfang mit dabei, die Stre­cke ent­puppte sich als pas­sa­bler Mix aus Platten‑, Wald‑, Feld- und Wie­sen­we­gen sowie eini­gen sehr ruhi­gen Neben­stra­ßen. Sicher­lich keine echte Genuss­wan­de­rung, zumal die eis­zeit­lich geformte Land­schaft hier so gut wie ‘tisch­bret­t­eben’ (klei­ner Insi­der­witz) ist und nicht wirk­lich mei­ner Erwar­tung des oft leicht hüge­li­gen Flä­mings entsprach.

Die Burg Lin­dau erstaunte mich in Form und Größe, obwohl sie aus mei­ner Sicht etwas zu ‘repli­ka­thaft’ restau­riert wurde. Zerbst fand ich recht span­nend in sei­ner Mischung aus Kriegs­rui­nen (ca. 80% der Stadt wur­den 1945 durch Flie­ger­bom­ben zer­stört) und Neu­auf­bau, der lei­der auch den typi­schen prag­ma­ti­schen Städ­te­bau zu DDR-Zei­ten wider­spie­gelt. Die große Ruine der Niko­lai­kir­che mit­ten zwi­schen Plat­ten­bau­rie­geln war für mich das Bild des Tages. Ansons­ten hat die Stadt eini­ges an restau­rier­ten his­to­ri­schen bau­li­chen Schät­zen zu bie­ten und der Trans­fer ist offen­sicht­lich noch in vol­lem Gange.

Ein durch­aus inter­es­san­ter und abwechs­lungs­rei­cher Mix also!

Ein ande­rer Fakt sorgt aber dafür, dass ich die Stre­cke in der Form NICHT zum Nach­wan­dern emp­feh­len kann: nörd­lich der Kriegs­grä­ber­stätte Much­el­fried­hof fehlte der alter­na­tiv­lose Weg aus dem Kar­ten­ma­te­rial auf einer Länge von ein­ein­halb Kilo­me­tern kom­plett. Ich musste mich so müh­sam wie schon lange nicht mehr durch sehr dichte Vege­ta­tion kämp­fen und dann tauchte auch noch ein nicht ver­zeich­ne­ter Was­ser­gra­ben auf …
Offen­sicht­lich will man die­ses Gebiet absicht­lich (even­tu­ell waren hier Gefan­ge­nen­la­ger im 1. Welt­krieg?) sich selbst über­las­sen, Bra­chen waren rela­tiv neu mit schnell­wach­sen­den Bäu­men dicht zuge­pflanzt. Im spä­te­ren Ver­lauf konnte ich mich an einem Jäger­weg zwi­schen den Hoch­sit­zen ori­en­tie­ren und gelangte wie­der auf den kor­rek­ten Weg, der dann zwi­schen dem Völ­ker­schlacht­denk­mal und der Stadt­grenze von Zerbst rich­tig schön war.

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour beginnt an der Bus­hal­te­stelle ‘Ned­lit­zer Straße’ in Deetz, zunächst führt der Weg durch die Bun­ga­low­sied­lung zum Deet­zer Teich und an sei­nem Ufer ent­lang in den Ort hin­ein bis zur Dorf­kir­che, bevor er über die Bahn­hof­straße in west­li­cher Rich­tung ver­las­sen wird. Auf einem moder­nen Beton­plat­ten­weg geht es hin­aus auf die Fel­der und dem Weg fol­gend bis in den Nach­bar­ort Quast. Über eine ruhige Neben­straße wird ein Wald­stück erreicht und auf natur­be­las­se­nen Wegen durch­quert zum Lage­ort des Find­lings ‘Teu­fels­stein’.

Nach Rück­kehr zur gepflas­ter­ten Allee, die mit­ten durch den Wald führt, wird die­ser gefolgt zum Orts­ein­gang von Lin­dau. An der Nuthe ent­lang führt der Weg zum Orts­kern mit der Dorf­kir­che und der Burg nicht weit ent­fernt davon. Über die Grüne Straße und den ‘Hel­ler’ wird Lin­dau ver­las­sen, an der Nuthe ent­lang geht es auf der Straße, spä­ter auf einem Wie­sen­weg um den Ort Zer­nitz herum. Über die Fel­der und an Agrar­flä­chen ent­lang führt der Weg, anschlie­ßend auf Asphalt bis zur Abzwei­gung in den Wald. 

ACHTUNG: die nächs­ten ein­ein­halb Kilo­me­ter müs­sen man­gels vor­han­de­nem Weg in sehr unweg­sa­mem Gelände impro­vi­siert wer­den, um zur Kriegs­grä­ber­stätte Much­el­fried­hof zu gelangen!

Nun geht es durch eine karge step­pen­ar­tige Land­schaft zum Völ­ker­schlacht­denk­mal, anschlie­ßend wie­der näher an der Nuthe durch den Wald bis zum Zerbs­ter Sta­dion. Nach Umrun­dung des Are­als wird der Straße ‘Am Anger’ zum Hei­de­tor­platz gefolgt, dann geht es an der Stadt­mauer ent­lang und durch das Gelände des Fran­cis­ce­ums zur Hase­lop­straße. Über die Renn­straße wird die Ruine der Niko­lai­kir­che erreicht, wei­ter geht es über die Bäcker­straße und die Straße ‘Am Plan’ zum Dorn­bur­ger Tor. Der Schloss­park wird durch­quert am Teich und der Stadt­halle vor­bei, im Bogen geht es außen an der Stadt­mauer vor­bei und über die Fritz-Brandt-Straße zur Schloßfreiheit. 

Eine kleine Runde wird gedreht am Schloss vor­bei und über die Neue Brü­cke zurück zur Schloß­frei­heit mit Bar­tho­lo­mäi­kir­che und Dickem Turm. Nun wird der Jever­schen Straße gefolgt am Rephuns-Gar­ten vor­bei, abschlie­ßend wird an der Karl-Marx-Straße abge­bo­gen und durch die kleine Grün­an­lage führt der Weg bis zum Ziel am Bahn­hof Zerbst.